SEA Auslese November 2017

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Mitten im Black Friday und Weihnachtstrubel hat Google am Thema Remarketing geschraubt – vor allem zur Freude von Werbetreibenden mit eigenen Apps, ausführlichen Kundendaten oder auch stationären Geschäften.

Google AdWords

Dynamisches Remarketing für Apps

Bisher konnten Werbetreibende lediglich auf statisches Remarketing zurückgreifen, um die Nutzer der eigenen App wieder ansprechen zu können. Dies hat sich nun geändert, denn ab sofort ermöglicht das dynamische Remarketing für Apps das nochmalige Bespielen (oder auch Verfolgen) von Nutzern, die sie sich vorher Produkte in der App angesehen haben. Die betrachteten Produkte werden dabei, analog dem bekannten dynamischen Remarketing für Webseiten, in Bannern im Google Display Netzwerk dargestellt.

 

Dynamisches Remarketing für Apps

Dynamisches Remarketing für Apps (Quelle: adwords.googleblog.com)

Um in einer App das dynamische Remarketing nutzen zu können, müssen folgende Bedingungen erfüllt werden:

  1. Ausführlicher Datenfeed und funktionierendes Deeplinking
  2. Integriertes Remarketing und Conversion Tracking (Third-Party SDK, Google Analytics für Firebase, Server-to-Server)
  3. Angepasste oder neu erstellte Remarketing Kampagne
  4. Nutzer, die die App installiert und mit dieser interagiert haben

Ist alles beachtet, kann mit Hilfe der automatisch generierten oder eigens erstellten Listen das dynamische Remarketing für Apps aktiviert werden. Die Klickraten (CTR) wären laut Google im direkten Vergleich zu statischen Bannern viermal höher.

Customer Match mit Telefonnummer und Kontaktadresse

Bleiben wir beim Thema Remarketing: Mit Hilfe von Customer Match können Nutzer bisher auf Basis der hinterlegten E-Mail-Adresse identifiziert und sodann mit der kompletten Maschinerie des Remarketings bespielt werden. Dazu muss eine Liste aus E-Mail-Adressen im AdWords Account hochgeladen werden, aus der dann Zielgruppen erstellt und auf Such-, Gmail- und YouTube-Kampagnen ausgerichtet werden können. Neben den E-Mail-Adressen kann nun auch die Telefonnummer und/oder die Adresse genutzt werden, um Google mit mehr Informationen über die neue Zielgruppe zu versorgen. Je mehr Informationen vorliegen, desto genauer ist das Targeting dieser benutzerdefinierten Zielgruppe.

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Customer Match mit Telefonnummern und Kontaktadressen

Sind die Informationen im AdWords Account hochgeladen und die Nutzer mit ihrem Google Account eingeloggt, so können diese mit spezifischen Anzeigen in der Google Suche, Shopping, YouTube und Gmail angesprochen werden. Wie sooft klingt das Thema spannend, jedoch könnte der Datenschutz einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen.

Lokale Anzeigen

Alexa, Siri & Co. nehmen verstärkt Einzug ins Leben der Menschen. Kaum verwunderlich, dass Google nun eine engere Verzahnung der Sprachassistenten und der eigenen Werbeangebote anstrebt. In den USA können Nutzer nun mit einem „Ok Google, wo kann ich hier in der Nähe Fahrradhelme für Kinder kaufen?“ und passenden lokalen Shopping Ads zum jeweiligen Ladengeschäft gelenkt werden. Dafür ist lediglich ein Feed mit lokalem Produktinventar nötig und schon dürften die Produkte automatisch in den Ergebnissen des Google Assistants angezeigt werden:

Google Assistant und lokale Shopping Angebote

Google Assistant und lokale Shopping Angebote (Quelle: adwords.googleblog.com)

Doch nicht nur mit der engeren Verzahnung zwischen Sprachassistent und lokalen Produkten möchte Google die Offline-Welt stärker mit der Online-Welt verbinden. Mit Hilfe der neuen lokalen Anzeigen für das Display-Netzwerk können bestimmte Produkte und Angebote aus dem Ladengeschäft des Werbetreibenden stärker beworben werden.

Local Ads für In-Store Products und Promotions

Local Ads für In-Store Products und Promotions (Quelle: adwords.googleblog.com)

Da diese Werbemaßnahmen aktuell noch in der Testphase ist, können nicht alle Werbetreibende mit den lokalen Ads starten. Auch hierzu ist übrigens ein Feed mit lokalem Produktinventar nötig.

Neue Targeting-Möglichkeiten für YouTube und Gmail

Nicht nur bei Facebook lassen sich Lebensereignisse nutzen, um Anzeigen gezielt auf bestimmte Zielgruppen auszurichten. Seit kurzem haben die sogenannten Life Events nun auch Einzug in YouTube- und Gmail-Anzeigen gehalten.  Dabei können – zum jetzigen Zeitpunkt – folgende Ereignisse zur Anzeigenausrichtung genutzt werden:

  • Hochschulabschluss
    • Hochschulabschluss steht kurz bevor
    • Hochschulabschluss vor kurzem erworben
  • Hochzeit
    • Hochzeit steht kurz bevor
    • Vor kurzem geheiratet
  • Umzug
    • Umzug steht bevor
    • vor kurzem umgezogen

Vor allem für Werbetreibende, die Produkte und Leistungen rund um die genannten Lebensereignisse anbieten, ist diese neue Targeting-Möglichkeit durchaus spannend (Fotobuchanbieter, Umzugsunternehmen, Baumärkte, Möbelshops, …).

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Lebensereignisse bei Google AdWords

Ausgewählt werden können diese Lebensereignisse über den Zielgruppen-Tab – jedoch nur für Gmail- und YouTube-Kampagnen. Ob noch anderen Lebensereignisse (Stichwort: Geburt) folgen, bleibt abzuwarten. Bei den Kollegen von den Internetkapitänen erfahrt ihr mehr über die Lebensereignisse bei AdWords.

Bing Ads

Bing Shopping: Verfügbar in Kanada und Indien

Nachdem Bing Shopping bereits in den USA, UK, Frankreich, Österreich und Deutschland verfügbar ist, sind nun Kanada und Indien nachgezogen. Seit kurzem können Shopping Kampagnen nun auch dort erstellt und ausgerichtet werden.

Übersichts-Tab bei Bing Ads

Neben der Ausweitung der Shopping-Aktivitäten in Kanada und Indien hat Bing einen Übersichts-Tab eingeführt, der alle wichtigen Informationen hinsichtlich der Performance des Bing Ads Accounts enthält.

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Übersichts-Tab bei Bing Ads

Neben Tipps kann der Werbetreibende auf einen Blick die Entwicklung des Accounts aufrufen und die Performance z.B. nach Geräten anzeigen lassen. Zusätzlich dazu können noch Anpassungen und Filter gesetzt und die Übersicht somit individuell angepasst werden.

Exact Match Impression Share

Mit Hilfe des Exact Match Impressions Shares können Werbetreibende nun genauer analysieren, wie oft ihre Anzeigen für genau passende Keywords angezeigt wurden. Zusätzlich zum Impression Share können Werbetreibende tiefer in die Datenwelt eintauchen und direkt Empfehlungen umsetzen:

Exact Match Impression Share und Impression Share im Einsatz

Exact Match Impression Share und Impression Share im Einsatz (Quelle: searchengineland.com)

 

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Johannes ist im Oktober 2014 als Trainee im Projecter-Team aufgenommen worden. Seit September 2015 betreut er als Account Manager nun Kunden in den Kanälen SEA und Affiliate Marketing. Während seines BWL-Studiums hat er bereits erste Erfahrungen im Online-Marketing gesammelt. In mehreren Praktika konnte Johannes schon in die Tiefen von AdWords, BingAds & Co. abtauchen und seine Kenntnisse weiter ausbauen.


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