Aileen Genders

Aktuelle Social Media Nutzerzahlen: Facebook, YouTube, Instagram & Co.

In der digitalisierten Welt entdecken wir ständig neue Formen der Kommunikation und Vernetzung. Alles ist dynamisch, neue Trends kommen und werden von noch heißeren wieder abgelöst. Dieser Dynamik sind auch die sozialen Netzwerke unterworfen und das hat sich besonders im letzten Jahr wieder gezeigt. Das Ringen um die beste User Experience, die spannendsten Features und das größte Vertrauen in Sachen Datensicherheit, mündet in einem stetigen Kampf um die NutzerInnen. Welche Netzwerke sich dabei aktuell als Gewinner zeigen und wie sich die Plattformen in den letzten Jahren entwickelt haben, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Ein Hinweis vorab: Wir halten diesen Artikel immer aktuell. Unterschiedliche Jahreszahlen beim jeweiligen „letzten Stand“ resultieren daraus, dass die Netzwerke nur unregelmäßig Einblick in ihre Zahlen bieten. Aber keine Sorge – wir haben die News für euch im Blick!

Die aktuellen Nutzerzahlen der vier größten Social Media-Netzwerke weltweit. (Quelle: Eigene Grafik)

Facebook

Der Social-Network-Riese Facebook wurde 2004 von Mark Zuckerberg, Eduardo Saverin, Dustin Moskovitz und Chris Hughes gegründet. Was mit einer Plattform zur Bewertung der Attraktivität von Studentinnen begann, ist heute die größte Social-Media-Plattform der Welt. Zur Facebook-Familie gehören die App Messenger, seit 2012 außerdem Instagram und seit 2014 der Messenger-Dienst WhatsApp. Ein mächtiges Viergespann, das weltweit von Erfolg gekrönt ist und auch der Kritik an seinen Datenschutzpraktiken zu trotzen scheint.

Aktuell ziehen jedoch dunkle Wolken am Facebook-Himmel auf, denn sowohl in den USA als auch in Europa steht der Tech-Konzern aufgrund seiner Monopolstellung im Visier der Kartellbehörden.

YouTube

Die Video-Sharing-Plattform YouTube wurde 2005 gegründet und ist heute auf Platz zwei der weltweit beliebtesten Social-Media-Netzwerke. In Deutschland besuchen nach aktuellen Angaben 77% aller InternetnutzerInnen jeden Monat die Plattform. Besonders beliebt sind Musikvideos, dicht gefolgt von den Videobeiträgen der YouTube Creators. Das Netzwerk bietet mit YouTube Music außerdem ein konkurrierendes Pendant zum Musik-Streaming-Dienst Spotifiy.

YouTube finanziert sich größtenteils über Werbung. Für Marketeers gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, Anzeigen auf der Plattform zu schalten und ihre Zielgruppe punktgenau zu erreichen. Seit 2018 haben NutzerInnen über das kostenpflichtige YouTube Premium Abo jedoch die Möglichkeit, neben anderen Features, die Plattform werbefrei zu nutzen.

WhatsApp

Der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp wurde 2009 von Brian Acton und Jan Koum gegründet und ersetzt heute vielfach die früher unabdingbare SMS. Mittlerweile können NutzerInnen neben dem Austausch von Text-Nachrichten, Bildern, Videos, Dokumenten, Kontakten, GIFs und Stickern auch internetbasiert (video-)telefonieren. 2014 wurde WhatsApp Teil von Facebook. Die Anwendung ist in Deutschland mit Abstand der führende Messaging-Dienst.

Instagram

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte! Diese Wendung bringt die Dynamik von Instagram so ziemlich auf den Punkt, denn in diesem Netzwerk liegt der Fokus klar auf der Bildsprache. Die werbefinanzierte Plattform Instagram wurde 2010 von Kevin Systrom und Mike Krieger gegründet und folgt einer Art Microblogging-System. Seit 2012 gehört Instagram zu Facebook und liegt auf Platz drei der beliebtesten sozialen Netzwerke.

Neben den klassischen Feed-Posts sind Storys besonders beliebt. Das Netzwerk bietet mit IGTV (Video long form), Reels, Guides und Live-Storys noch viele weitere Content-Formate an. Insbesondere die Shopping-Funktionen des Netzwerks entwickeln sich zurzeit stark weiter. Instagram schafft auf diese Weise ein breit aufgestelltes Netzwerk, dass Inspiration und Shopping in einer Anwendung vereint, was besonders für Unternehmen und Marketeers attraktiv sein dürfte.

TikTok (Musical.ly)

TikTok war im Jahr 2020 ganz klar der Rising Star unter den sozialen Netzwerken. Auf der Plattform geht es in erster Linie um Kreativität. Gefragt sind unterhaltsame Kurzvideos im vertikalen Format, die mit zahlreichen Effekten und Filtern in der App erstellt werden können. Im September veröffentlichte das Netzwerk erstmals Nutzerzahlen und präsentierte der Welt stolz den erreichten Meilenstein von 100 Millionen NutzerInnen allein in Europa. Weltweit kommt die Plattform bereits auf 800 Millionen NutzerInnen, von denen ein beachtlicher Anteil von rund 500 Mio. allein aus China kommt.

Interessant sind auch die Downloadzahlen der App. Was daraus ganz klar abzuleiten ist? Dass der Verkauf der ehemaligen App Musical.ly an den chinesischen Digitalriesen Bytedance und die damit einhergehende Umbenennung und Transformation, der App einen riesigen Aufwind gegeben hat!

Die Anzahl der Downloads schießt mit der Übernahme durch Bytedance 2018 rasant in die Höhe. Quelle: statista.de

Im Jahr 2020 stößt TikTok den US-Giganten Facebook vom Thron und beherrscht bis zum Jahresende die Spitze der App-Downloads, wie es auch aus dem Quartalsreport von Sensors Tower hervorgeht.

Doch ganz ungetrübt ist der Erfolg der App derzeit nicht. Um TikTok und Bytedance läuft eine kontroverse Debatte, in der vor allem die Zurückhaltung politischer oder kritischer Beiträge durch den Algorithmus in der Kritik steht. Auch Sicherheitslücken im Datenschutz und eine mögliche Verbannung vom US-Markt bremsten TikToks Erolgskurs aus. 

Seit Juli 2020 steht in Deutschland die Werbeplattform im Self-Service zur Verfügung. TikTok verspricht hohe Reichweiten in einer jungen Zielgruppe und birgt damit ein nicht zu unterschätzendes Potenzial. Was auf der Plattform jedoch nicht funktioniert, sind die konventionellen Ads à la Facebook oder Instagram. TikTok selbst meint dazu nur: “Don’t make Ads, make tiktoks!”

Twitter

Die Microblogging-Plattform wurde 2006 als twttr gegründet, 2007 folgte das Rebranding zu Twitter Inc. durch Jack Dorsey, Biz Stone und Evan Williams. Heute gilt die Plattform als soziales Netzwerk, Newsfeed oder auch Online-Tagebuch. Twitter wird dabei vermehrt von JournalistInnen, PolitikerInnen und anderen MeinungsmacherInnen genutzt, um Diskussionen zu eröffnen, die nicht selten polarisieren. Diese Art der Nutzung gibt Anstoß zur Kritik, da durch das selektierte Folgen einzelner Gurus mit einer bestimmten Meinung schnell Echo Chambers entstehen.

Twitter hat im Shareholder-Bericht des dritten Quartals 2020 die Messwerte angepasst und gibt nun Zahlen zu monetarisierbaren täglich aktiven NutzerInnen an. Die neue Metrik erschwert die Vergleichbarkeit des Netzwerks mit der Konkurrenz. Aus den Daten der letzten Jahre ist jedoch abzulesen, dass die Zahlen der monatlich aktiven NutzerInnen in den letzten Jahren eher stagnieren.

Pinterest

Bei Pinterest dreht sich alles um Inspiration! Das Netzwerk wurde 2010 von Ben Silbermann, Paul Sciarra und Evan Sharp gegründet und ermöglicht es NutzerInnen, Bilder – sogenannte Pins – zu erstellen und in Sammlungen, den Pinnwänden, zu organisieren. Dabei steht der kreative Austausch von Ideen mit anderen NutzerInnen im Vordergrund. Auch für viele Unternehmen bietet sich das Netzwerk zu Werbezwecken an, da Pinterest eine sehr relevante Traffic-Quelle ist.

Snapchat

Der Instant-Messaging-Dienst mit dem Geist im Logo wurde 2011 von Robert Murphy und Evan Spiegel gegründet. Die App zeichnet sich dadurch aus, dass an Freunde gesendete Nachrichten und Fotos (Snaps) nach einigen Sekunden wieder verschwinden – dennoch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Gesendete wiederherzustellen. So dient Snapchat vor allem jüngeren NutzerInnenn als virtuelles Tagebuch in Form eines Kanals. Einen Aufkauf durch Facebook lehnte das Unternehmen 2013 ab.

LinkedIn

Die B2B-Plattform LinkedIn wurde 2003 gegründet und dient privaten NutzerInnen wie auch Unternehmen weltweit zur geschäftlichen Vernetzung. Neben den klassischen Funktionen als Karriere-Netzwerk und Stellenbörse, etabliert sich LinkedIn besonders als Employer-Branding-Plattform. NutzerInnen präsentieren sich verstärkt als UnternehmensbotschafterInnen und teilen ihre Erfahrungen wie auch ihre Expertise in ihren jeweiligen Fachbereichen. Insbesondere Innovation, Tech und Themen der Digitalbranche rücken dabei in den Fokus.

Die vielfältigen Werbemöglichkeiten im Netzwerk sind dabei nicht nur für Recruiter spannend, sondern bieten durch ein zielgerichtetes Targeting im B2B-Bereich großes Potenzial.

XING

Die Plattform XING wurde 2003 unter dem Namen OpenBC von Lars Hinrichs gegründet und ermöglicht vor allem die Vernetzung von Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Xing ist das größte Karriere-Netzwerk in der DACH-Region und stellt diese Ausrichtung auch in den Fokus. Mithilfe eines umfangreichen Profils zum beruflichen Werdegang und den eigenen Qualifikationen finden ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen zusammen. Auch gezielte Recruiting-Maßnahmen können über das Netzwerk mit zahlreichen Features, wie dem Employer-Branding-Profil, abgewickelt werden.

Jodel

Die Hyperlocal-Community-App Jodel wurde 2014 veröffentlicht und ursprünglich bevorzugt von Studierenden genutzt. Ein besonderes Merkmal der App: die Anonymität. Geteilt werden auf Jodel Bilder, Videos oder reine Textbeiträge, diese können jedoch völlig anonym gepostet werden. Was das Netzwerk außerdem noch von anderen abhebt, ist die starke lokale Ausrichtung. Die “Jodel” werden in einem Umkreis von zehn Kilometern ausgespielt und von anderen bewertet oder kommentiert. Es gibt außerdem Features wie die Heimat-Funktion für Neuigkeiten aus der entfernten Heimatstadt oder den Traveller Feed für NutzerInnen im Ausland, die mit anderen Reisenden in Kontakt treten wollen. Derzeit zählt Jodel knapp 2,3 Mio. jährliche NutzerInnen. Vergleichbare Nutzerzahlen aus den Vorjahren liegen nicht vor. 2018 sollen die Nutzerzahlen für Deutschland bereits die 1 Mio. Grenze geknackt haben.

Twitch

Die Livestreaming App Twitch entstand 2011 aus einem Streaming-Projekt von Mitgründer Emmett Shear und wurde vor allem in der Gaming-Szene bekannt. 2014 kaufte Amazon die Plattform, die sich seitdem rasant weiterentwickelte.

Besonders die Pandemie-Situation gab dem Netzwerk noch einmal einen ordentlichen Aufschwung. Vom Gaming- und E-Sport-Livestreaming entwickelt sich die inhaltliche Bandbreite der Plattform derzeit stark weiter. Die NutzerInnen zeigen sich bei der Arbeit, teilen ihre DIY-Projekte oder Lifestyle Tipps.

Auch Unternehmen setzen mittlerweile ihre Produkte oder Leistungen per Livestream auf Twitch in Szene und erreichen dabei eine junge, kaufkräftige Zielgruppe. Vom Partnerprogramm bis zum Influencer Marketing bietet Twitch ein kreatives Umfeld für Werbetreibende.


Quellen

Statista

Facebook Investor Relations

Omnicore

YouTube Presse

messengerpeople

Instagram for Business

Business of Apps

futurebiz.de

Twitter Report

ZEPHORIA

Pinterest Business

Pinterest Newsroom

Snap Inc.

LinkedIn Newsroom

Xing Corporate

Xing

OSK

Twitch Advertising

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Aktuelle Nutzerzahlen sozialer Netzwerke 2017 - Projecter GmbH
vor 2 Jahren

[…] Alle Zahlen im Jahresverlauf sowie die aktuellsten Veröffentlichungen, findet ihr in diesem Artikel. […]

Dennis
Dennis
vor 2 Jahren

Das sind echt heftige Zahlen. Wenn ich mir allein vorstelle, wie viele Informationen so gesammelt und ausgewertet werden können, mache ich mir schon etwas Sorgen.
Dennoch ein hilfreicher Beitrag, um die bestehenden Social-Media Plattformen besser zu verstehen.
Gruß Dennis

Annalena Blau
Annalena Blau
vor 2 Jahren
Antwort an  Dennis

Vielen Dank! Ja, die Zahlen sind tatsächlich sehr beeindruckend – in jeder möglichen Hinsicht. Der Artikel wird auch laufend aktualisiert, sodass alles up to date ist. Mal sehen, welche Entwicklungen sich noch zeigen.

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Facebook Sales Innovation - Digitalisierung und Automatisierung
vor 1 Jahr

[…] ist mit über 2,2 Milliarden Nutzern das größte soziale Netzwerk der Welt und längst ein wichtiger Marktplatz. Der Vertrieb erreicht dort die richtigen Zielgruppen […]