SEO Auslese April 2018

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Neben dem Ausrollen des Mobile First Index in Deutschland gab es im April außerdem ein Core Update und eine Veränderung der Bewertung des Page Speeds. Die wichtigsten News haben wir euch hier zusammengefasst. Nach den zahlreichen Änderungen des Umfangs von Titles und Descriptions geben wir euch außerdem einen Überblick über die richtige Snippet Länge.

News der Suchmaschinen

Core Update von Google im April

Am 16.04. gab es ein größeres Core Update im Google Algorithmus. Google meinte dazu, dass es sich um ein Update handelt, das öfter im Jahr durchgeführt wird, um die Suchergebnisse zu verbessern. Einige Seiten werden eine positive Veränderung der Rankings verspüren, andere eine negative. Eine Website kann nichts Bestimmtes tun, um vom Update zu profitieren. Allgemein empfohlen wird nach wie vor die Seitenqualität zu verbessern und zu hoffen, dass man beim nächsten Update dafür belohnt wird.

Jene Seiten, welche bisher zu Unrecht schlecht bewertet wurden, profitieren jedoch von diesem Core Update und sollten einen positiven Schub erhalten haben.

Google nutzt ab sofort Nutzerdaten zur Bewertung des Page Speeds

Bisher war die Grundlage für die Bemessung des Page Speeds einer Seite nicht genau bekannt. Man vermutete, dass ein Googlebot während seines Seitenbesuch den Page Speed misst. Im April wurde bekannt, dass Google zur Analyse des Page Speeds einer Seite nun auch Nutzerdaten von Chrome-Usern auswertet, die zugestimmt haben, als Datenquelle zu fungieren. MOZ berichtet, dass man dafür im Chrome Experience Report zustimmen muss, dass der Browser-Verlauf und statistische Berichte genutzt werden dürfen. Ilya Grigorik gab bekannt, dass der Chrome User Experience Report bereits Daten von über 1 Million Ursprungsdomains nutzt. Diese erhobenen Daten werden mittlerweile auch schon für die Reports des Google Page Speeds Insights-Tools genutzt.

Google nutzt ab sofort Nutzerdaten zur Bewertung des Page Speeds

Die neue GSC erhält weitere Funktionen

Via Twitter kündige Google an, dass die neue Search Console neue Features erhält. Search Engine Land berichtet, dass es nun möglich ist, die Leistungen nach „Darstellung in der Suche“ zu filtern. So können Rich Results, AMP Non Rich Results, AMP Artikel, Job Listings und Job Details getrennt voneinander betrachtet oder miteinander verglichen werden. Diese Funktion ist nicht gänzlich neu und stand bereits vorher in ähnlicher Form in der alten GSC zur Verfügung.
Zusätzlich ist es nun aber möglich, auf der Validation Detail Page einen Export zu ziehen. Die Vergleichsreports haben nun auch in jeder Spalte eine Bezeichnung.

Google Search Console erhält neue Features

Screenshot aus der Google Search Console

Neuer Button in der mobilen Suche

In letzter Zeit testete Google viel an der Darstellung der Suchergebnisse in der mobilen Suche. Jetzt wurde der neue Button „weitere Ergebnisse“ eingeführt, der die Paginierung der Suchergebnisseiten ersetzt. Ähnlich wie bei der Bildersuche kann man nun am Ende der Ergebnisseite nicht mehr auf die nächste Seite springen, sondern stattdessen weitere Treffer laden.

Positiv ist, dass der Nutzer nun schneller weitere Ergebnisse sehen kann, da die Ladezeiten geringer sind als beim Aufruf einer neuen Seite. Allerdings wird die Ergebnisseite so auch unübersichtlicher, da der Nutzer gegebenenfalls lange zurück scrollen muss, um ein bestimmtes Ergebnis wiederzufinden.

Für jene Seiten, die bisher auf Seite 2 oder höher ranken, könnte sich dieser Button positiv auswirken, da der Nutzer sich dadurch vermutlich mehr Ergebnisse anschaut.

Der Button ist bereits auf iOS und Android, sowohl im Browser als auch in der APP verfügbar.

Neuer Button in der mobilen Suche

Screenshot der mobilen Suche „roter Panda“

GeoTLDs werden wie generische TLDs behandelt

Vor einigen Jahren tauchten neuen Top Level Domains auf, darunter auch geoTLDs für bekannte Städte (z.B. .london, .berlin). Mit diesen Domains soll eine Ausrichtung auf geographische, sprachliche oder kulturelle Fokussierung ermöglicht werden. John Müller bestätigte nun, dass diese TLDs ebenso wie generische TLDs behandelt werden und standardmäßig nicht mit Geotargeting ausgerichtet werden. Die Geotargeting-Einstellungen müssen also auch bei den geoTLDs manuell erfolgen.

Branchen Insights

Die optimale Länge für Titles und Descriptions

Mit der wahrscheinlich für viele SEOs quälenden Frage, welche Länge für Titles und Descriptions optimal ist, beschäftigte sich Felix Meyer (Geschäftsführer bei Seokratie). Zu Beginn erklärt er, warum es nicht die eine Länge gibt und gibt zum Schluss eine Übersicht mit Snippet-Tools an die Hand inklusive ihrer Richtwerte für eine optimale Title- bzw. Description-Länge (siehe Abbildung).

Die optimale Länge für Titles und Descriptions

Tools und ihre Richtwerte für die optimale Titles- und Descriptions-Länge (Quelle: seokratie.de)

Die Erkenntnisse seiner Recherche:

  • Die Pixellänge sollte der Zeichenanzahl bevorzugt werden, da die Suchmaschinen mit Pixel-Größen arbeiten.
  • Die Darstellung der Snippets unterscheidet sich bei Desktop und bei der mobilen Suche. Vor allem ist die mobile Darstellung dynamisch, je nachdem ob Featured Snippets angezeigt werden.
  • Man sollte sich auf einen Richtwert konzentrieren.
  • Titles sollten maximal 569 Pixel (ca. 65 Zeichen) lang sein. 40 Zeichen (330-370 Pixel) werden mit Sicherheit dargestellt.
  • Descriptions sollten mindestens 100 Zeichen und maximal 290 Zeichen lang sein. In den ersten 180 Zeichen sollten die wichtigsten Informationen enthalten sein, da in der mobilen Suche nur rund 180 Zeichen dargestellt werden.
  • Das Tool „Screaming Frog“ wird als sehr zuverlässig für die Messung der Längen eingestuft.

Eine Foren-Plattform räumt auf

Patrick Curtis ist Gründer und CEO der Community Plattform für Bank- und Finanzwesen „Wall Street Oasis“, die mehrere Online Foren verwalten. Er stellt bei MOZ seine Fallstudie vor, wie er mit wenigen SEO-Maßnahmen für einen 32% starken Traffic Boost in der organischen Suche sorgte.

Auslöser für die Optimierung der Foren war ein merklicher Rückgang der Besucher seit November 2012. Dies war die Zeit, als Google an seinem Algorithmus schraubte und viele Online Foren darunter litten. Da 99% der Inhalte von Nutzern kommen, entstehen auf Foren viele Content-Seiten, die qualitativ nicht hochwertig sind und demnach von Google auch so bewertet werden.

Im ersten Schritt listete das Team rund um Patrick Curtis alle Forenbeiträge auf, die nur 2 bis 3 Kommentare und weniger aufwiesen. Diese wurden dann einem qualitativ hochwertigen Beitrag hinzugefügt, der thematisch verwandt war und mehr Kommentare aufwies. Die „schlechten“ Seiten verwiesen dann via 301-Weiterleitung auf die qualitative Seite. Insgesamt wurden so über 27.000 schlechte auf 8.515 gute Beiträge zusammengefasst.

Im zweiten Schritt wurden die 200 Beiträge mit der besten Performance optimiert. Dabei stellte das Team fünf Hypothesen auf, die für eine Verbesserung des Traffics sorgen sollten:

  • Lange Content-Webseiten mit mehreren Untertiteln (H2-, H3-Überschriften) versehen,
  • Keyword-fokussierte Hauptüberschrift (H1-Überschrift) formulieren,
  • URL anpassen, indem Suchvolumen-starkes und relevantes Keyword genutzt wird
  • Relevante Bilder und Grafiken hinzufügen
  • Relevante Videos hinzufügen.
Umsetzung der SEO-Maßnahmen für die 200 URLs

Tabelle zur Umsetzung der SEO-Maßnahmen für die 200 URLs (Quelle: moz.com)

Diese Punkte wurden für alle 200 Seiten untersucht und angepasst. Im Ergebnis führte jeder Optimierungsschritt zu einem Traffic-Anstieg, so dass zum Schluss ein durchschnittlicher Anstieg des organischen Traffics um 32% erreicht wurde.

Branchen News kurz & knapp

  • Restaurants können schon länger bei Google My Business ihre Menüs vorstellen. Ab April steht diese Funktion auch anderen Dienstleistern für ihre Angebote zur Verfügung. Im neuen Feld „Services“ können nun der Name der Dienstleistung, Beschreibung und Preis angegeben werden. Leider ist dies bisher nur im englischsprachigen Raum möglich.
  • Chrome testet vorgefertigte Suchanfragen auf der Google Startseite. Unter der Suchleiste werden dann aus historischen Suchen Themen angezeigt, die der Nutzer anklicken kann. Grund: Dem Nutzer die Möglichkeit bieten, an vergangenen Recherchen weiterzuarbeiten.
  • Im Google Webmaster-Zentrale Blog gab es im April auch die Meldung für Deutschland, dass der Mobile First Index ausgerollt wird.
  • Google spielt bei der Such nach „speedtest.net“ eine Box mit einem eigenen Dienst auf Position 0 aus.
  • Die Rankingsignale unterschiedlicher Sprach- oder Marktversionen einer Webseite werden von Google auch trotz hreflang Tag separat bewertet.
  • Neues Google Patent: Um Manipulationen zu erschweren, wird es einen neuen PageRank Algorithmus geben.
  • Ryte zeigt exemplarisch an einer Domain, wie ein SEO Check ohne SEO Tools vorgenommen werden kann.
  • Miriam Ellis verfasste einen umfangreichen Artikel über die Besonderheiten im Local SEO für große Unternehmen inklusive Checkliste für die lokale Optimierung.
  • Wie Produktseiten aus Nutzersicht optimiert werden können und welche Fehler unbedingt vermieden werden sollten, fasst Stefanie Eck von Seokratie Dazu hat sie zu jedem Tipp viele Beispiele mit Bildmaterial hinzugefügt.
  • 40 SEO Tipps für Startups, die eine neue Website veröffentlichen wollen, stellt Pratik Dholakiya auf Search Engine Land vor.
  • Claudia Cruz stellt auf MOZ einen Leitfaden vor, wie man lokale Partnerschaften findet, kontaktiert und Kampagnen mit ihnen entwirft, die für Bekanntheit im lokalen Raum sorgt und im besten Falle Backlinks generiert.

Content Marketing kurz & knapp

  • Google hat Großes mit Podcasts vor. Was genau stellt Steve Pratt von Pacific Content in seiner 5-teiligen Blogserie vor.
  • Ob ein Redaktionsplan für Unternehmen sinnvoll ist und wie ein Redaktionsplan aussehen kann, stellt Andreas Schülke auf Bloofusion vor. Dazu gibt es eine umfangreiche Linksammlung zu Vorlagen und Tools.
  • Stichwort: Personas. Eine interessante Herangehensweise zur Erstellung von Personas stellt Robert Rose vor. Mit der „Jobs-to-be-done“-Theorie werden für jede Zielgruppe die Bedürfnisse und notwendigen Mittel, um das Bedürfnis zu befriedigen, herausgearbeitet.
  • Eine Finanzberatungsfirma in den USA stellt vor, wie sie ihr eigenes Content Hub auf einer separaten Domain veröffentlicht haben. Die Gründe für eine eigene Content Brand und die notwendigen Schritte, um diese erfolgreich aufzubauen, werden in diesem Artikel umfangreich beschrieben.
  • Search Engine Journal hat eine umfangreiche Liste mit Tipps zur erfolgreichen Produktion von Webinaren veröffentlicht. Dabei werden alle Prozessschritte (Strategie, Drehvorbereitung, Produktion, Seeding) berücksichtigt.
  • Erika Heald stellt in fünf Schritten vor, wie ein Unternehmen die eigene Brand Voice herleiten kann, um mit der Marke den richtigen Ton zu treffen.

 

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Julia gehört seit September 2016 dem Projecter Team an. Zu Beginn startete sie als Praktikantin, wurde anschließend Werkstudentin und ist seit September 2017 Trainee in den Kanälen Affiliate Marketing und Suchmaschinenoptimierung.

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