Social Media News – Kick-off 2026: Der TikTok-Deal ist besiegelt
Authentizität: Das ist laut CEO Adam Mosseri der Fokus von Instagram für 2026. Schluss mit dem perfekten Instagram-Look, her mit „rohem“ und echtem Content. Zum Deal rund um das TikTok-US-Geschäft gibt es große Neuigkeiten und ein Social-Media-Verbot unter 16, wie es Australien vor Weihnachten umgesetzt hat, könnte in diesem Jahr auch in der EU ein brisantes Thema werden. Von den Plattformen gab es über den Jahreswechsel außerdem viele neue Funktionen zum Ausprobieren und Vormerken – viel Spaß mit unserem Social Media Update.
Entwicklungen & Trends
In der Social-Media-Welt bahnt sich für 2026 eine Zäsur an: Nachdem Australien ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren verabschiedet hat, nimmt die Debatte auch in Europa an Fahrt auf. Die Chancen für einen EU-weiten Beschluss bis Ende des Jahres stehen laut Branchenkenner*innen nicht schlecht. Irland will das Thema in der zweiten Jahreshälfte forcieren: Das ist strategisch brisant, da die meisten Tech-Giganten ihren europäischen Sitz in Irland haben und man dort auf einen direkten Dialog mit den Plattformen setzt.
Deutschlands Digitalminister Karsten Wildberger signalisierte bereits Unterstützung für strengere Regeln; er könne einem Verbot für Kinder „eine Menge abgewinnen“. Bis zum Sommer soll eine Expertenkommission der Bundesregierung konkrete Empfehlungen für einen besseren Jugendschutz im Netz vorlegen – inklusive möglicher Zugriffsbeschränkungen.
Und während andere noch diskutieren, macht Frankreich bereits ernst: Ab September 2026 soll Jugendlichen unter 15 Jahren der Zugriff auf soziale Netzwerke untersagt werden. Die Argumente ähneln denen aus Australien: Schutz vor Cybermobbing, Suchtprävention und die Förderung der psychischen Gesundheit. Kritiker*innen warnen hingegen auch hier vor einer Einschränkung der sozialen Teilhabe und bezweifeln die technische Umsetzbarkeit. Dieses Jahr könnte also das Ende der „wilden Jahre“ für Minderjährige auf Social Media markieren – wir halten euch auf dem Laufenden.
Macht Instagram eine Kehrtwende von KI?
Zum Jahresauftakt hat sich Instagram-CEO Adam Mosseri über die neue, stark von KI beeinflusste Social-Media-Landschaft zu Wort gemeldet. Da der massenhafte KI-Content die Inhalte unglaubwürdig und reproduzierbar macht, lautet seine Botschaft: „Wir werden uns weiterentwickeln müssen, und zwar schnell.“ Was genau er damit meint, ist:
„Relatively quickly, AI will create any aesthetic you like, including an imperfect one that presents as aesthetic. At that point we’ll need to shift our focus to who says something instead of what is being said.“
– Adam Mosseri auf Instagram
Es geht quasi um eine „Umkehr der Beweislast“. Statt mühsam KI-Fakes zu jagen, will Instagram künftig Echtheit belohnen. „Imperfektion wird zum Signal“, so Mosseri. Das kann folgendes bedeuten:
- Content Credentials: Instagram zieht in Erwägung, auf digitale „Fingerabdrücke“ zu setzen, um die Entstehungskette eines Inhalts zu verifizieren.
- Fokus auf das „Wer“: Die Verifizierung der Account-Betreiber*innen wird wichtiger als das Posting selbst.
- Raw Aesthetics: Der Trend geht zurück zu rohen, ungeschönten Inhalten.
Den Algorithmus selbst bestimmen
Das neue „Your Algo“-Feature für Instagram Reels wurde nun weltweit ausgerollt. Die Funktion ermöglicht es euch, via Filter den Reels-Feed ganz nach euren eigenen Interessen zu gestalten.

Reels den eigenen Followern zuerst ausspielen
Creator und Marken mit Meta Verified können ihren Followern 24 Stunden vorher Zugang zu neuen Reels geben. Damit möchte Instagram die Connection zwischen Creator bzw. Marke und Community stärken, denn so kann die Community bereits vor der generellen Veröffentlichung des Reels Feedback geben.

Stories teilen, ganz ohne Markierung
Was für ein spannendes neues Feature: Seit kurzem können erste Nutzer*innen Stories fremder Profile in ihrer eigenen Story teilen, ohne, dass sie dort erwähnt wurden. Eine gute Möglichkeit, um auf thematisch passenden oder wichtigen Content in der eigenen Story aufmerksam zu machen.

TikTok
US-Deal besiegelt
Das Drama um das US-Geschäft von TikTok hat vorerst ein Ende: Der US-Deal ist offiziell, und es wird keine separate App für die USA geben. Stattdessen wurde die neue Firma „TikTok USDS Joint Venture LLC“ gegründet, die künftig TikTok, CapCut und Lemon8 in den USA betreibt. CEO ist Adam Presser, im Aufsichtsrat sitzen Vertreter*innen der neuen Investoren sowie TikTok-CEO Shou Chew. Der Algorithmus läuft künftig auf Oracle-Infrastruktur in den USA und wird mit US-Nutzerdaten neu trainiert. Gleichzeitig bleibt die App global interoperabel – US-Creator bleiben also weltweit sichtbar und umgekehrt.
Für Nutzer*innen und Creator bedeutet das: keine Neuinstallation, keine inhaltliche Abschottung, aber neue Nutzungsbedingungen. Kritischer hinterfragt wird vor allem die neue Datenschutzerklärung, die umfangreicheres Tracking erlaubt – auch zu sensiblen Themen wie Gesundheit, Religion oder Aufenthaltsstatus. Zudem findet die Moderation für US-Accounts künftig lokal statt, was Sperrungen erleichtern kann. Für Werbetreibende bleibt vieles beim Alten, denn Werbung, E-Commerce und Marketing laufen weiterhin über ByteDance.
Eigentümerseitig halten Silver Lake, Oracle und MGX jeweils 15 %, ByteDance bleibt mit 19,9 % beteiligt und behält indirekten Einfluss. Kritiker*innen bezweifeln daher, dass es wirklich einen vollständigen Bruch mit China gibt – auch weil viele operative Details unklar bleiben. Politisch gilt der Deal als stark von Trump-nahen Akteur*innen geprägt und technisch nicht vollständig transparent. Ob die Lösung langfristig rechtssicher ist, bleibt offen. Für Marken und Unternehmen heißt das: kurzfristige Planungssicherheit, langfristig weiter Beobachtungsbedarf.
Neuer Feed „in der Nähe“
Bereits angekündigt, ist nun der neue TikTok-Feed auch in Deutschland angekommen. Mit dem Reiter „Nearby“ oder „In der Nähe“ können lokale Highlights und Empfehlungen direkt auf der Startseite entdeckt werden. Dabei bleibt man immer auf dem aktuellten Stand, denn die Beiträge in diesem neuen Feed sind maximal 90 Tage alt. Der eigene Standort kann dabei manuell angepasst werden, super also auch für alle Reisebegeisterten unter euch.

Feed und Sammlungen mit Freund*innen teilen
Ähnlich wie Instagram setzt auch TikTok weiterhin den Fokus auf die Verbindung der Nutzer*innen untereinander. Ab sofort ist es Usern in Deutschland möglich, Collections und sogar einen eigenen Feed mit ihren Freund*innen zu teilen. Ob Rezeptideen, Reiseziele oder Trends: Die Collections machen es möglich, gemeinsam spannende Content Pieces zu sammeln und zu speichern. Der gemeinsame Feed lädt täglich 15 neue Posts, basierend auf den Interessen der Nutzer*innen, die dort eingeladen sind.

YouTube
Carousels jetzt auch in YouTube Shorts
Auf dieses Beitragsformat möchte auch YouTube nicht verzichten: Nach Instagram und TikTok lassen sich nun auch Carousel Posts im YouTube Shorts Feed finden. So können Creator und Marken mehrere statische Beiträge auf YouTube teilen. Habt ihr die Carousels schon entdeckt?

Und sonst so?
- Die Pinterest Predicts für 2026 zeigen: Es wird bunt und ausgefallen!
- Mit dem neuen „Fonts ReStyle“ Feature kannst du mithilfe von KI deine ganz eigene Schriftart in der Instagram Story entwickeln.
- Und TikTok ist Partner der WM 2026.
Thementipps für eure Redaktionsplanung






