Social Ads News 08/2026: Advantage+ übernimmt, KI-Labels werden zur Pflicht
Der letzte Monat hat entscheidende Impulse für die Vorbereitung auf Q4 gesetzt und brachte spürbare Veränderungen im Social-Ads-Ökosystem mit sich: Während Meta den Weg für vollständig automatisierte Advantage+ Kampagnen durch die Streichung manueller Ausschlüsse ebnet und WhatsApp nahtlos in die Marketing API integriert, überrascht TikTok mit neuen, KI-gestützten Formaten für Entertainment- und Media-Marketer. Auch Pinterest rüstet mit seiner erweiterten Performance+ Suite und automatischen KI-Labels kräftig auf. Zusätzlich beeinflussen neue Transparenzpflichten und Plattform-Richtlinien die Nutzung von Content auf den Plattformen. Welche konkreten Updates euch am stärksten betreffen und mit welchen Strategien ihr euer Set-up jetzt optimiert, erfahrt ihr wie immer hier bei uns!
Meta
Kennzeichnung von KI-Content
Im Zuge neuer Transparenzgesetze – darunter das im Sommer in Kraft getretene US-Bundesstaatsgesetz zur Offenlegung „synthetischer Darsteller“ sowie die verschärften EU-Vorgaben – verlangt Meta ab August 2026 eine strikte Kennzeichnung KI-generierter Inhalte, worauf wir auch in der letzten Ausgabe schon eingegangen sind. Werbetreibende müssen bei der Erstellung von Anzeigen im Ads Manager ein obligatorisches Label aktivieren, sobald KI-generierte Personen oder fotorealistische Avatare im Ad-Creative verwendet werden. Das System erkennt synthetische Elemente zudem automatisch über C2PA-Metadaten und versieht diese im Feed mit einem sichtbaren Hinweistag.
Wer diese Kennzeichnung versäumt oder Metadaten vorsätzlich entfernt, riskiert unmittelbare Anzeigensperren und eine Verschlechterung des Kontovertrauens im Ausspielungs-Algorithmus. Für eure Creative-Produktion bedeutet das, dass synthetischer Content und KI-Spokesperson-Videos fortan mit maximaler Transparenz eingesetzt werden müssen. Erste Daten verdeutlichen jedoch, dass ein offener Umgang mit KI-Inhalten das Markenvertrauen keineswegs schädigt, solange die Vermittlung des Mehrwerts und das Storytelling stimmen. Überprüft daher eure internen Freigabeprozesse und stellt sicher, dass alle KI-gestützten Creatives vor dem Kampagnenstart korrekt deklariert sind.
Apropos: Ihr wollt zum EU AI Act und den Pflichten, die damit auf Marketing-Teams zukommen, nochmal abgeholt werden? Unser Webinar rund um das Thema hat bereits stattgefunden, die Aufzeichnung dazu könnt ihr euch aber jederzeit nach Anmeldung noch anschauen.
Oder: Euch wird das Thema Content, Creatives & Co. zu viel und ihr wollt es lieber ganz abgeben? Dann meldet euch einfach bei uns, wir helfen euch gerne!
WhatsApp-Marketing-Nachrichten in der Marketing API
Meta hat die Marketing API in allen aktiven Versionen um umfangreiche Schnittstellen für WhatsApp-Marketing-Nachrichten erweitert. Werbetreibende können nun Werbekontodaten auslesen, Anzeigengruppen sowie Creatives direkt über die API erstellen und detaillierte Performance-Insights für WhatsApp-Interaktionen abfragen. Bisher waren Conversational-Commerce-Kampagnen oft mit manuellen Zwischenschritten verbunden, doch durch dieses Update lässt sich der Chat-Trichter nun vollständig in bestehende CRM- und Automation-Systeme einbinden.
Für euer Performance Marketing bedeutet das eine fundamentale Verschiebung, da die klassische Landingpage-Conversion zunehmend durch direkte Dialoge im Messenger ergänzt oder abgelöst wird. Marken, die Kundenanfragen in Echtzeit qualifizieren und Checkout-Prozesse nativ im Chat abwickeln, senken ihre Abbruchquoten im Funnel drastisch. Ihr solltet daher einmal eure Messaging-Infrastruktur prüfen und könnt jetzt schon erste automatisierte WhatsApp-Kampagnen testen, um euch vor dem Black Friday einen deutlichen Vorteil zu sichern.
Goodbye manuelle Platzierungsausschlüsse: Voller Fokus auf Advantage+
Und noch eine Neuerung bei Meta aus dem August: Das Unternehmen hat einen weiteren konsequenten Schritt in Richtung vollständiger KI-Automatisierung gemacht und die manuellen Platzierungsausschlüsse auf Anzeigengruppenebene gestrichen. Werbetreibende haben nicht mehr die Möglichkeit, einzelne Platzierungen wie spezifische Feeds oder Suchergebnisse manuell abzuwählen, da die Algorithmen die Budgetverteilung nun eigenständig steuern. Veraltete Platzierungen wie Messenger Stories und der Instagram Explore Feed wurden zudem offiziell aus den API-Strukturen entfernt.
Für euer Creative-Setup erfordert diese Umstellung ein radikales Umdenken, da Werbemittel nun absolut flexibel auf allen dynamischen Formaten optisch funktionieren müssen. Anstatt Zeit mit der manuellen Abstimmung einzelner Feeds zu verschwenden, liegt eure Kernaufgabe jetzt im Bereitstellen variabler, hochqualitativer Ad-Varianten im 9:16- und 1:1-Format. Auch wenn sich der Schritt zunächst nach Kontrollverlust anfühlt, zeigt die Praxis, dass Advantage+ Kampagnen durch die breitere Datenbasis stabilere CPMs erzielen. Wir empfehlen euch, bestehende Kampagnenstrukturen zu überprüfen und sicherzustellen, dass eure Assets für automatische Seitenverhältnisse und Bildanpassungen optimiert sind.
TikTok
Ausbau von „Out of Phone“: TikTok-Creatives auf digitalen Plakatwänden und Kinoscreens
TikTok hat Ende August seine Werbeoptionen für physische und öffentliche Werbeflächen im Rahmen des „Out of Phone“-Programms massiv erweitert. Werbetreibende können In-App erstellte Kampagnen, UGC-Contents und Creator-Videos nun nahtlos auf digitale Plakatwände, Screens in Einzelhandelsgeschäften und Kinowerbung übertragen. Durch diese Erweiterung lassen sich virale Trends und vertraute In-App-Formate direkt in die physische Welt verlängern, um Reichweite an stark frequentierten Touchpoints zu maximieren.
Wenn ihr Omnichannel-Marketing betreibt, eröffnet euch dies völlig neue Synergien zwischen digitaler Aufmerksamkeitsökonomie und klassischer Außenwerbung. Marken, die performante In-Feed-Videos gezielt für Out-of-Home-Screens adaptieren, stärken den Wiedererkennungswert und die Markenerinnerung entlang der gesamten Customer Journey spürbar. Werbetreibende profitieren zudem davon, dass erfolgreiche Social-Assets ohne aufwendige Neuproduktionen im öffentlichen Raum zweitverwertet werden können. Wir empfehlen euch, das Zusammenspiel aus In-App-Testing und automatisierter DOOH-Ausspielung vor den reichweitenstarken Q4-Kampagnen zu prüfen, um maximale Wirkung im öffentlichen Raum zu erzielen.

Performance+ Suite Expansion & KI-Hintergrundgenerierung
Pinterest hat im letzten Monat seine KI-Werbesuite Performance+ maßgeblich ausgebaut und läutet mit den Vorankündigungen zum Event Pinterest Presents 2026 das frühe Weihnachtsgeschäft ein. Die Plattform stellt Werbetreibenden neue generative KI-Tools bereit, die Produktbilder automatisch mit hochkonvertierenden Hintergründen versehen. In ersten Alpha-Tests steigerte diese automatische Bildoptimierung die Conversion Rate um durchschnittlich 11 Prozent, während der manuelle Aufwand bei der Anzeigenerstellung um die Hälfte sank.
Für eure E-Commerce-Strategie bietet Performance+ damit ein mächtiges Hebel-Tool, um Produktdatenfeeds ohne aufwendiges Fotoshooting visuell aufzuwerten. Da Konsument*innen auf Pinterest besonders früh nach Inspiration suchen, zahlt sich eine rasche Integration doppelt aus. Ihr solltet eure Produktkataloge rechtzeitig mit der Pinterest Conversions API koppeln, um dem Algorithmus bereits vor der Peak-Season optimale Signale zu liefern.
Transparenz durch IPTC-Metadaten & automatisches AI-Labeling
Parallel zu den Performance-Features hat Pinterest im August strikte Standards für Transparenz bei synthetischen Inhalten eingeführt. Bezahlte Pins, deren Bildmaterial mit generativer KI erstellt oder bearbeitet wurde, werden über eingebettete IPTC-Metadaten automatisch erkannt und mit einem eindeutigen Hinweis gelabelt. Werbetreibende müssen nun sicherstellen, dass KI-bearbeitete Creatives diese Metadaten enthalten, um Herabstufungen im Auktions-Ranking der Plattform zu vermeiden. Das Auslesen der Metadaten erfolgt nahtlos im Hintergrund, wodurch Transparenz gewährleistet wird, ohne den visuellen Feed-Fluss negativ zu stören.
Für euer Setup bedeutet das, dass eure Design- und Content-Workflows sauber dokumentiert sein müssen, um eventuelle Freigabeverzögerungen zu verhindern. Die frühzeitige Anpassung an diese Richtlinien schützt eure Kampagnen vor ungeplanten Reichweitenverlusten. Wir empfehlen euch, eure Creative-Pipelines also umgehend auf IPTC-Konformität zu testen.





