Marius Hasselkus

Affiliate Auslese Januar 2021

Während der Dezember noch einmal ein relativ ruhiger Ausklang eines aufregenden Jahres war, haben sich die News im Januar geradezu getürmt. 2020 war zwar von schlechten Neuigkeiten bestimmt, verschaffte jedoch im E-Commerce für nicht wenige Unternehmen maßgebliche Learnings. Im neuen Jahr gilt es also, genau diese Lektionen in der Jahresplanung umzusetzen und sich in „the new normal“ zu behaupten. Neben den jährlichen Trend-Reports und Ausblicken gab es im Januar 2021 aber noch viel mehr interessante News. Welche genau, lest ihr in unserer neuen Auslese.

Neuigkeiten aus der Branche

Cashback: Übernahme einer Branchengröße angekündigt

2021 startet dann doch noch mit einer Überraschung – und zwar gab die Global Savings Group (GSG) bekannt, dass sie einen der größten deutschen Cashback-AnbieterInnen übernehmen wird: shoop. Das ist jedoch nicht die erste Übernahme, die GSG in sozusagen “fremden Gefilden” aka dem Cashback-Bereich tätigt. Im Dezember 2019 wurde verlautbart, dass sich GSG igraal, einen der größten Cashback-AnbieterInnen in Frankreich, gesichert hat. Ziel ist es, den Cashback-Markt mehr und mehr zu skalieren und die Synergien zwischen Gutschein und Cashback stärker zu nutzen. Wir sind gespannt, wie sich das Thema entwickelt und was die Auswirkungen und Effekte auf die Branche sowie die NutzerInnen sind.

Affiliate Trends 2021

2020 hat uns vor ganz neue Herausforderungen gestellt und auch das neue Jahr wird da wohl bezüglich der Pandemie keine Ausnahme darstellen. Trotz aller positiven Zahlen im E-Commerce aus dem letzten Jahr, möchten wir 2020 hinter uns lassen und erwartungsfreudig auf das neue Jahr schauen. Auch die Kollegen von xpose360 haben sich dazu Gedanken gemacht und im Rahmen ihres jährlichen Trend-Reports zum Jahreswechsel über 1000 Akteure aus dem Affiliate Marketing befragt. Besonders wichtig sind die Fokusthemen für das neue Jahr und die verschiedenen Sichtweisen von Affiliates, Advertisern und Agenturen.

Der 93-seitige Report kann bei xpose360 heruntergeladen werden – eine klare Leseempfehlung für jeden Affiliate-Marketeer. Johannes hat sich den Report ebenfalls angeschaut und die zentralen Punkte in seinem Blogbeitrag zusammengefasst.

Zwei alte, neue Gesichter bei Webgains

Bereits bei der Teamvorstellung im letzten Webgains-Agency-Training wurden wir von ein paar sehr interessanten „Transfernews“ überrascht, als die Neuzugänge bei Webgains für 2021 angekündigt wurden. Laura Adamski und Michael Hans, zwei bekannte Gesichter aus unserer Arbeit mit  Awin und retailAds, suchen nun neue Herausforderungen im Agency-Team von Webgains. Wir freuen uns also auf die weitere Zusammenarbeit mit den beiden und wünschen viel Erfolg im neuen Netzwerk! Auch sind wir froh darüber, dass Webgains den Support für uns Agenturen schätzt und diesen Punkt weiter ausbaut.

Abbildung 1 Michael Hans und Laura Adamski
Abbildung 1 Michael Hans und Laura Adamski

Awin mit neuen Führungskräften

Nicht nur bei Webgains gibt es Personalnews – auch bei Awin wurden neue Besetzungen angekündigt. Mark Walters tritt das Amt des CEOs ab und wird Mitglied im Aufsichtsrat. Sein Nachfolger als CEO wird niemand geringeres als Adam Ross. Adam ist bereits seit 15 Jahren als COO für Awin aktiv gewesen und kündigt zum Amtsantritt einige zentrale Neuerungen an – wir sind gespannt.

Abbildung 2 Adam Ross
Abbildung 2 Adam Ross

In der DACH-Region übernimmt Tim Lomborg als Managing Director. Zusätzlich zu seinen bisherigen Positionen bei Awin in den Nordics und Osteuropa wird Tim also nun auch für unseren Bereich zuständig sein.

Abbildung 3 Tim Lomborg
Abbildung 3 Tim Lomborg

Publisher

Keine Werbekennzeichnungen bei Affiliate-Kooperationen?

Influencer Marketing ist mittlerweile fest in jedem Marketingmix integriert und auch bei uns als NutzerInnen akzeptiert. Manche Kooperationen gehen zwar auch gern einmal nach hinten los und sorgen bei den Marken oder den Influencern selbst nicht wirklich für ein gutes Image, aber es ist grundsätzlich ein gängiges Mittel, um schnell eine gewisse Zielgruppe zu erreichen. Dass nicht nur auf Seiten des Merchants einiges bei der Planung zu beachten ist, sondern auch die Affiliates nicht einfach so die Links ihrer Wahl posten können, ist nicht jedem bewusst.

Beispielsweise gibt es als Amazon-Affiliate kaum Richtlinien und Handlungsanweisungen zur Bewerbung der Produkte. Bei unlauterer Werbung oder unangebrachter Kritik am verlinkten Produkt kann die Kooperation schnell in juristische Grauzonen rutschen und zu rechtlichen Konsequenzen führen. Laut aktueller Rechtsprechung aus 2020 haften HändlerInnen, auf deren Produkte in solchen Fällen verlinkt wird, nicht für die potenziell begangenen Rechtsverstöße.

Gibt es denn ein Best-Practice? Ergänzend zum Amazon-Watchblog hat sich onlinehaendler-news.de ebenso mit der Thematik beschäftigt und sich auf ein Urteil des OLG Köln berufen. Was beim Lesen beider Beiträge schnell klar wird: Eindeutige Anweisungen dazu gibt es nicht. Dient die Verlinkung einem kommerziellen Zweck, wie zum Beispiel bei einem Produktreview oder einem Vergleich, so sei die Werbeleistung deutlich und im Idealfall schriftlich zu kennzeichnen. Ein einfaches Icon, wie es im beschriebenen Fallbeispiel verwendet wurde, könne dabei schnell missverstanden werden. Was genau als deutliche Kennzeichnung gilt, ist jedoch unklar.

Mit erfolgreichem Affiliate Marketing und den richtigen Tipps ins neue Jahr starten

Im Coronajahr 2020 hat sich Affiliate Marketing für viele als vertrauensvoller und zuverlässiger Marketingkanal bewiesen und Rekordzahlen erzielt. Viele Unternehmen eruieren also neue Kanäle und Möglichkeiten zur Einsparung am Marketingbudget und auch die BloggerInnen und Influencer profitieren von dieser Entwicklung. Bei der Arbeit in Partnerprogrammen ist aber auf beiden Seiten einiges zu beachten, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Peer von affiliate-marketing-tipps.com hat im Januar gleich mehrere Blogbeiträge verfasst, die sich mit maßgeblichen Voraussetzungen, Strategien und Entscheidungen im Affiliate Marketing befassen. Für Publisher gab es im Januar drei Artikel jeweils gespickt mit Tipps zur Verwertung von Content und strategischen Ansätzen für 2021.

In seinem Beitrag über die Nutzung von bestehendem Content im Affiliate Marketing geht es klar um die BlogbetreiberInnen unter uns. Eine Aufschlüsselung und insgesamt neun Tipps für WebsitebetreiberInnen zeigen, wie bestehender Content richtig monetarisiert und wiederverwertet werden kann. Uns gefällt vor allem die ganzheitliche Betrachtung sowohl vom Content der Websites selbst als auch der Sicht auf die Zielgruppe. Beispielsweise geht die Verwertung und Aktualisierung von älteren Beiträgen bei vielen BlogbetreiberInnen und Publishern in unseren Partnerprogrammen unter, kann unserer Meinung nach jedoch im richtigen Moment auch neue Aufmerksamkeit und Conversions generieren.

Bei den Top 8 Strategien für 2021 ist insbesondere der Fokus auf die Vielseitigkeit zu nennen, der auch von Peer in mehreren Strategien erwähnt wird. Am Beispiel des Rückgangs in der Reisebranche zeigt er deutlich, dass es sich im Affiliate Marketing anbietet, mehr als nur einen thematischen Schwerpunkt abzudecken. Auch wir haben in unserer Agenturarbeit gemerkt, dass auch Publisher krisensicher aufgestellt sein sollten.

Wenn sich nur auf ein Geschäftsmodell beschränkt wird und die Firmenphilosophie nur eindimensional ausgelegt ist, kann bei Umverteilungen und Trends im Markt nicht flexibel reagiert werden. Gleiches gilt für das Thema Datenschutz, das im Jahr 2020 sicherlich zu den unbeliebtesten Themen gehörte. Denn Affiliates, die früher durch unlautere Methoden Provisionszahlungen generieren konnten, stehen natürlich nun vor großen Problemen. Und analog zur eindimensionalen Philosophie lohnt es sich, ein gesundes Grundgerüst zu schaffen, um etwaige Tracking-Probleme abfedern zu können.

Fünf Tipps für eine bessere Conversionrate

Die KollegInnen von AM  Navigator setzen sich im aktuellen Blogartikel mit Tipps auseinander, wie mit Hilfe der eigenen Affiliate-Seite die Conversionrate nach oben getrieben werden kann. Viele der Tipps sind logisch, andere wiederum rücken die NutzerInnenerfahrung mehr und mehr in den Fokus:

Die Mär vom passiven Einkommen ohne jegliche Aufwände gibt es natürlich auch weiterhin. Allerdings zeigen die Tipps, dass  das so nicht funktionieren kann und wird.

Merchants

Künstliche Intelligenz im Affiliate Marketing

Cross Selling ist für viele Advertiser eine echte Paradedisziplin. Insbesondere, wenn die Produkte im Shop zahlreich und komplex sind, scheitern viele AnbieterInnen daran, sowohl unerfahrenen KundInnen passendes Zubehör anzubieten und gleichermaßen für ExpertInnen die richtigen Ergänzungen zu vermitteln. Increasingly ist eine On-Site-Lösung, die vollständig auf künstlicher Intelligenz basiert und Produkt-Bundles für den Advertiser zusammenstellt und optimiert. Mit Samsung Kanada konnte Increasingly zu Beginn des Jahres echte Affiliate-Erfolge erzielen. Ein Anstieg der Sales von 44%, 28% mehr Produkte im Warenkorb und 20% mehr Ertrag pro Bestellung sprechen für sich. Wie genau dies erreicht wurde, lest ihr im Beitrag von Awin.

Affiliate Marketing und die Wirkung innerhalb der Customer Journey

Nicht nur die KollegInnen von Awin haben sich mit der Wirkung von Affiliates innerhalb der Customer Journey und somit bei verschiedenen Online-Marketing-Disziplinen gewidmet (siehe unsere Affiliate Auslese Dezember 2020). Auch CJ hat Customer Journeys von Mai 2019 bis August 2020 genauer unter die Lupe genommen und die Ergebnisse von mehr als 143 Mio. Sales von über 3.000 Advertisern in einem Gastartikel auf affiliateblog.de zusammengefasst:

Was das nun heißt? Vor allem die stärkere Integration von Content-PartnerInnen oder auch Influencern erscheint durch diese Auswertung wichtiger. Diese gehen oftmals leer aus, da sie eben nicht am Ende der Customer Journey zu finden sind. Umso wichtiger, eben diese PartnerInnen im Programm zu halten und mit weiterführenden Verdienstmöglichkeiten (hybrid, Klick) bei Laune zu halten.

Gutscheinplatzierung in Suchmaschinen mit Bing und Tradedoubler

Wir alle haben es schon einmal gemacht: Auf der Suche nach dem besten Preis für unsere Lieblingsprodukte wird natürlich kein Gutscheincode ausgelassen. Schnell in die Suchleiste eingetippt, lässt es sich einfach nach den besten Gutscheinen für die entsprechenden AnbieterInnen suchen. Mit der Vorstellung unseres neuen Tradedoubler-Ansprechpartners Max gab es dann gleich eine sehr interessante Nachricht zu diesem Thema. Microsoft Bing ist bei Tradedoubler ab sofort als Gutschein-Affiliate tätig und Gutscheincodes können direkt in den Suchergebnissen angezeigt werden. Bisher war eine derartige Kooperation nur über Webgains möglich.

Advertiser aufgepasst: Das alles geht direkt auf CPO-Basis und ist daher schnell und risikofrei zu integrieren.

Wir als Agentur sind dennoch gespannt, inwiefern der verhältnismäßig geringe Impact von Bing genutzt werden kann und wie genau die Codes final integriert werden. Auch bleibt noch offen, wie die NutzerInnen auf diese Ausspielung von Gutscheinen reagieren werden.

TikTok und der Trend im Affiliate Marketing

In der Auslese von November 2020 ging es bereits um die Nutzung von TikTok für Affiliate-Marketing-Maßnahmen am Beispiel von china-gadgets.de von TriMeXa. Nun haben die KollegInnen von OMR einen interessanten Trend im Universum der kurzen Clips erkannt. Denn Influencer scheinen ihre TikTok-Reichweite verstärkt dazu zu nutzen, um mit Hilfe des Amazon Partnerprogramms über klassische Affiliate-Links Provisionen generieren zu können.  In den kurzen Videos werden Produkte getestet, die für kleine Taler bei Amazon zu kaufen sind. Dabei werden die Follower dazu angeregt, den Link in der Bio zu nutzen, was natürlich über kleine Umwege zu Affiliate-Links führt. Um das Ganze einmal zu quantifizieren, können die genutzten Hashtags zumindest grob verraten, welche Views aktuell im Raum stehen:

Wie viel schlussendlich über oder dank der Influencer gekauft wird und in Form von Provisionszahlungen fließt, ist aktuell noch eine Black Box. Summen von ca. 5.600 US-Dollar für ein (!) beworbenes Produkt erscheinen möglich. Was jedoch klar wird: Bei den Produkten handelt es sich größtenteils um eher preisgünstige und, nunja, qualitativ nicht die hochwertigsten Schmankerln aus dem Amazon-Kosmos (selbstverschließende Kappe für Zahnbürsten, USB-Stick mit Ladefunktion für Apple Watch, Diamantputzer, …). Im Prinzip ist das jedoch gewollt, um einen “Musthave”-Effekt für die jüngere Generation hervorzurufen, der durch den geringen Preis ohne große Gewissensbisse zu einem Kauf führt. Denn bei hochpreisigen Produkten würden diese sicherlich kaum in der Schnelle einen Kauf tätigen. Im Prinzip wirkt das Ganze etwas wie Homeshopping – nur für die jüngere Generation über ein anderes Medium, nämlich TikTok.

Awin führt den Qualitätsstandard für Advertiser an

Affiliate Marketing lebt von Partnerschaft und Zusammenarbeit. Ein essenzieller Bestandteil dafür sind die HändlerInnen, deren Produkte es zu vermarkten gilt. Um diese HändlerInnen bestmöglich zu bewerten, hat AWIN ein System eingeführt und vergibt nun einen Goldstatus, wenn alle der folgenden Kriterien erfüllt sind.

Der Ansatz, dass Advertiser mit einem solchen Standard zur Optimierung ihrer Partnerprogramme angehalten werden, war lange überfällig und wir hoffen, dass sich so die Qualität der Kooperationen noch weiter verbessert.

Wir freuen uns auf den Markteinstieg bei uns in Deutschland und die Zertifizierung unserer Programme.

Auch geben derartige Einführungen wieder etwas Hoffnung auf die Erfüllung weiterer Punkte auf unserem Workflow-Wunschzettel: Eine ausgereifte Affiliate-Suche und ein ähnlich durchdachtes Bewertungssystem für Affiliates. Das Compliance-Team bei Awin macht zwar einen guten Job, jedoch sehen wir sehr oft unfertige oder ungepflegte Websites in unseren Bewerbungseingängen. Zudem würde es umfangreiche Recherchemöglichkeiten für neue Kooperationen bieten.

Mehr Infos zum Awin Gold Standard erhalten ihr hier.

Affiliate Netzwerk vs. eigene Software

Möchten HändlerInnen Affiliate Marketing als Kanal erschließen, so sollten im Voraus einige Fragen geklärt und Ziele festgelegt werden. Die festgelegten Ziele können in Ausnahmefällen nicht von herkömmlichen Netzwerken umgesetzt werden und auch in puncto Tracking sowie Attribution der Sales gibt es nicht immer für jeden Merchant die ideale Lösung. Welche Vorteile hat die Arbeit mit Affiliate-Netzwerken und wann arbeitet der Merchant idealerweise doch lieber mit einer eigenen Software? Auch hier hat sich Peer von affiliate-marketing-tipps.de Gedanken gemacht und teilt sie mit euch in seinem Blogbeitrag.

Thementipps für den Februar 2021

Thementipps Februar 2021
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