Marius Hasselkus

Affiliate Auslese Dezember 2020

Der Dezember brachte im Affiliate Marketing einen ruhigen Abschluss für ein überaus besonderes Jahr. Während viele Merchants, Affiliates oder auch Agenturen das Jahr anders erwartet hatten, wurden doch einige Rekorde erzielt. Im letzten Monat ging es also vor allem um Jahresrückblicke und Auswertungen. Was sich zum Abschluss von 2020 noch so in der Branche getan hat, verraten wir euch in der Dezember-Auslese.

Neuigkeiten aus der Branche

Affiliate Jahresrückblicke 2020

Aus Fehlern lernt man ja bekanntlich – so oder so ähnlich trifft es auch auf das Jahr 2020 zu. Wenn die Ereignisse des Jahres auch kaum als klassische „Fehler“ bezeichnet werden können, sollte hier und da ein Rückblick genutzt werden, um für das neue Jahr krisensicher aufgestellt zu sein. Auch wenn wir uns alle Besserung erhofft haben, wird auch 2021 zu einem großen Teil von der Pandemie beeinflusst sein. Das alles ist Grund genug, um das Jahr 2020 Revue passieren zu lassen. Trotz aller Bad News gab es zahlreiche neue Ansätze im E-Commerce und für die ein oder andere Branche hagelte es sogar Rekordumsätze.

Das Projecter-Affiliate-Team hat daher einen Affiliate Jahresrückblick verfasst und gibt euch nicht nur unsere Insights zu den wichtigsten Themen der Branche, sondern ebenso einen News-Ticker, der alle wichtigen Infos kompakt zusammenfasst.
Einen weiteren, sehr interessanten Jahresrückblick findet ihr auf affiliateblog.de. Dort fasst Sina von xpose360 jeden Monat des krisengetrübten Jahrs einmal genau zusammen.

Auch bei Awin gibt es am 26.01.2021 einen Jahresrückblick per Live-Webinar. Wir sind gespannt und hoffen auf ein paar weitere Einblicke in die Zahlen des Affiliate-Platzhirschs.

Darüber hinaus freuen wir uns auf einen Blick in die Zukunft: Wie im Jahresrückblick von affiliateblog.de zu lesen ist, gibt es im Januar einen Trend Report für 2021. Als Grundlage dafür dient eine große Umfrage unter Affiliates, Merchants, Agenturen, Netzwerken und Technologie-AnbieterInnen . Wir freuen uns auf die hoffentlich etwas positiveren Aussichten für 2021.

Awin führt die Vier-Tage-Woche ein

Stress, Erschöpfung, Vitamin-D-Mangel – die aktuelle Pandemie zwingt uns alle ins Home Office. Was bei uns allen zu Beginn noch eine gemütliche Alternative zum Büro war und uns sogar enger mit unseren Haustieren zusammengebracht hat, ist mittlerweile bei vielen sehr strapazierend und insbesondere bei Eltern eine wirklich anstrengende Art zu arbeiten. Dies spiegelt sich vor allem in den Krankheitsausfällen und der Motivation der MitarbeiterInnen wider. Mit der Vier-Tage-Woche soll bei Awin genau diesen Dingen entgegengewirkt werden. Mehr Freizeit soll den Mitarbeitenden einen besseren Ausgleich gewährleisten und vor allem die verbleibende Arbeitszeit effizienter gestalten.

In der Pilotphase seien, laut Alexandra von Awin, Servicequalität und Erfolg nicht beeinträchtigt gewesen. Wie sich dieser Schritt in Zukunft auswirken wird und ob die MitarbeiterInnen ihre Arbeitszeiten vor allem an jene der Merchants, Publisher und Agenturen anpassen können, wird sich zeigen. Wir sind jedenfalls guter Dinge und wünschen weiterhin viel Erfolg. Auch die Betreuung in unseren Partnerprogrammen wurde dadurch bisher noch nicht negativ beeinflusst.

Publisher

Eine Community für Väter – genau zur richtigen Zeit

Corona regiert die Freizeitgestaltung für uns alle. Besonders hart sind aktuell aber berufstätige Eltern mit Kindern betroffen. Obwohl das Online Business im Entertainment- sowie Heim- und Gartensektor boomt, gibt es stetig auch neues Potenzial im Affiliate Marketing. Kurt Vierthaler, Mitbegründer der Papa-Community Dad’s Life, hat diese Potenziale erkannt und sein Business im richtigen Moment erweitert. In einer Folge des OMR Education Podcasts gibt der Co-Founder ein paar sehr interessante Einblicke in sein Daily Business, den allgemeinen Ansatz und vor alle die Potenziale. Darüber hinaus gibt es auch bei OMR selbst einen passenden Artikel dazu.

Als Affiliate in diversen Partnerprogrammen ist Dad’s Life eine Content-Seite mit Ratgebern zum Leben mit Kindern. In Beiträgen à la „Die X besten Y-Produkte für Kinder“ werden verschiedenste Produkte einer Kategorie miteinander verglichen und LeserInnen nach bestem Wissen und Gewissen empfohlen. In den aktuellen stay@home-Zeiten trifft dies natürlich (nicht nur bei Vätern) voll ins Schwarze und die Seite erfreut sich sehr hoher Beliebtheit bei Eltern, ErzieherInnen und Co – eine durchschnittliche Conversionrate von 25% spricht für sich. Mit einer durchschnittlichen Reichweite von 3,2 Millionen NutzerInnen konnte allein im November 2020 rund eine Million Euro Affiliate-Umsatz generiert werden.

Ein weiterer schöner Ansatz: Neben der Website selbst, die gerade in der aktuellen Zeit natürlich starke SEO-Positionen einfährt, ist der Community-Gedanke dabei nicht verloren gegangen. Dad’s Life ist nach wie vor auf Facebook, Instagram und Pinterest vertreten.

Wie oft ein einzelner Artikel bei Dad’s Life optimiert wird, was in Zukunft auf der Agenda des dreiköpfigen Gründungsteams steht und wo es Unterschiede in den Kanälen gibt, lest ihr im Blogbeitrag von Martin bei OMR oder ihr hört es in der Podcast-Folge.

Neues Cashback-Portal für CH

Die ProgrammbetreiberInnen in der Schweiz werden sicherlich bereits mit dem Team von Patoc in Kontakt gekommen sein. Neben Preispirat, was einer Deal-Seite entspricht, und Domains zu Black Friday und Singles Day steht nun ein neues Portal in den Startlöchern – Monerio. Ziel ist es, den Markt rund um rabattcorner, retourgeld oder auch rewardo aufzurollen und eine neue Größe zu platzieren. Wir sind gespannt auf die Entwicklung und freuen uns auf den Soft-Launch.

Günstig vs. teuer – was bringt mehr Einnahmen?

So trivial die Frage erscheinen mag, so einfach zu beantworten ist sie schlichtweg nicht. Macht es für einen Affiliate Sinn, sich auf höherpreisige Produkte zu stürzen oder ist ein Fokus auf günstige besser? Wie so oft lautet die Antwort: Es kommt darauf an. Die Höhe der Provision sollte ein Auswahlkriterium sein, allerdings gibt es noch viele weitere wichtige Aspekte wie z.B.:

Peer von affiliate-marketing-tipps.de nennt zugleich auch Vorteile, die bei der Bewerbung von günstigen bzw. teuren Produkte eintreten können (nicht müssen!)

Vorteil günstige ProdukteVorteil teure Produkte
Höhere Conversionrate möglich, da Produkt keine lange Kaufentscheidung mit sich bringtMöglichkeit, mit wenig Traffic viel Provisionszahlungen zu generieren
Konkurrenz niedriger, da weniger lukrativGeringe Stornoquoten, da Kaufentscheidung länger gefällt wird
Testmuster oder Testbestellung einfach möglich 

Was in Zeiten von ITP, ETP und kürzeren Cookie-Laufzeiten natürlich nicht vergessen werden sollte: Je länger die Kaufentscheidung dauert, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Sale nicht mehr sauber getracked werden kann. Somit sollte sich ein Affiliate immer zwei Mal überlegen, ob im ersten Schritt teure Produkte beworben werden sollen. Da vor allem auch zielgerichteter Traffic nötig ist, sei zum Start einer Affiliate-Karriere die Bewerbung von eher günstigen Produkten empfohlen.

Affiliates und die rechtliche Verbindung zum Merchants

Die KollegInnen von amazon-watchblog.de haben sich die Verbindung zwischen BloggerInnen  bzw. InfluencerInnen sowie in diesem Fall dem Amazon-eigenen Partnerprogramm genauer angeschaut. Klar, dem Thema Werbung mit Influencern wurde in den vergangenen Jahren viel Beachtung geschenkt und die ersten Urteile wurden bereits gefällt. Im Hinblick auf das Amazon-Partnerprogramm ist es im direkten Vergleich zu den von uns betreuten Programmen jedoch so, dass HändlerInnen kaum Einfluss auf das nehmen können, was seitens der BloggerIn bzw. InfluencerIn beworben werden soll – oder darf. Zwischen HändlerInnen und den Affiliates besteht nämlich, gelinde gesagt, keine Geschäftsbeziehung. Sie selbst sind nur ein (kleiner) Teil im Amazon-Kosmos und bspw. vergleichbar mit den Marktplatzangeboten bei otto.de. Mit Programm-AGBs kann diese mangelnde Verbindung etwas gestärkt und genauere Spielregeln zwischen Affiliate und Merchant definiert werden. Was jedoch die Quintessenz ist: Bei Rechtsverstößen, die durch den Affiliate und ohne das Wissen bzw. gegen den Willen der HändlerInnen begangen wurden, scheinen HändlerInnen nicht haftbar zu sein.

Merchants

Goodbye Last Click?

Verweisen wir auf den Jahresrückblick 2019 – dort hatten wir bereits den Wunsch nach einer Abkehr vom Last-Click-Modell geäußert und eine andersartig gestaltete Attribution gefordert. Mehr als ein Jahr ist vergangen und so wirklich viel ist nicht passiert, oder? Naja, das im Dezember von Awin veröffentlichte Whitepaper scheint eine andere Aussage zu treffen. Gerade die aktuelle Pandemie und die größere Bedeutung von Affiliate Marketing im Marketing-Mix scheint für mehr Fahrtwind zu sorgen. Aktuell ist Affiliate Marketing durch seine stark „Last Click“ fokussierte Betrachtung primär mit dem Ende der Customer Journey assoziiert. Eine Analyse von HändlerInnen, die die Single-View-Technologie nutzen und somit ein Zusammenspiel der verschiedenen Kanäle auswerten können, zeigt jedoch, dass mehr als 70% der Werbeaktivitäten eben nicht am Ende der Customer Journey, sondern zu Beginn bzw. in der Mitte stattfinden.

Grafik Aktivitäten der Kanäle nach Wirkung in der Customer Journey
Aktivitäten der Kanäle nach Wirkung in der Customer Journey (Quelle)

Wie wichtig auch Gutschein- und Cashback-PartnerInnen sein können, haben die KollegInnen von Ferrero nachgewiesen. Diese haben zugleich noch Auswirkungen auf den durchschnittlichen Warenkorb einfließen lassen und kamen zu dem Ergebnis, dass die Bedeutung dieser beiden PartnerInnen noch stärker ist als angenommen.

Was passiert nun, wenn wir den Blickwinkel wechseln und bei einer Abkehr vom „Last Cookie Wins“ die Publisher-Brille aufsetzen? Naja – es ist „durchwachsen“. Im Content-Bereich gibt es Portale, die im direkten Vergleich eine ordentliche Steigerung vorweisen können.

Grafik Darstellung der Entwicklung im Vgl. Last Click vs. attribuierte Messung bei Content-PartnerInnen
Darstellung der Entwicklung im Vgl. Last Click vs. attribuierte Messung bei Content-PartnerInnen (Quelle)

Doch das trifft nicht auf alle PartnerInnen zu, denn vereinzelt gibt es (anonymisierte) Content-PartnerInnen, die sogar weniger Umsätze und auch Sales attribuiert bekommen:

Grafik Darstellung der Entwicklung im Vgl. Last Click vs. attribuierte Messung bei Content-PartnerInnen
Darstellung der Entwicklung im Vgl. Last Click vs. attribuierte Messung bei Content-PartnerInnen (Quelle)

Ein ähnliches Bild lässt sich auch bei klassischen Preis- und Produktaggregatoren zeigen. Dank einer allumfassenden Attribution können endlich auch etwaige Fixbudgets in Form von Werbekostenzuschüssen (WKZ) mit analysiert und begutachtet werden. Bisher war dies nur mühsam über viele Umwege und eben unter Berücksichtigung des „Last Click Wins“-Modells möglich. Dass es anders geht, zeigt folgender Case:

Grafik Discount Amount des attribuierten Umsatzes unter Berücksichtigung der Wirkung innerhalb der Customer Journey

Je nach Push oder Werbeleistung (1-6) und Art des Discounts (15%, 20%, 22%) hat sich der attribuierte Umsatz unter Berücksichtigung der Wirkung innerhalb der Customer Journey entwickelt und sogar gesteigert.

Was lässt sich nun daraus schließen? Eine Abkehr vom „Last Cookie Wins“ birgt für den Affiliate-Kanal ein enormes Potential. So können etwaige Mythen, die sich schon (zu) lange in den Köpfen der Werbetreibenden halten, entzaubert und zugleich die Bedeutung des Kanals gesteigert werden. Wir sind gespannt auf die weitere Umsetzung und freuen uns auf das, was noch alles kommt.

Affiliate Marketing als Top Ten Skill auf LinkedIn

Anfang Dezember hat sich Kevin von Awin den meistgefragten Skills auf LinkedIn gewidmet und kam zu sehr wichtigen Schlussfolgerungen. Ausgehend von einem LinkedIn-Learning-Beitrag aus dem Januar 2020 steht Affiliate Marketing nämlich auf Platz sieben unter den meistgefragten Hardskills auf Linkedin. Dort wird vor allem auf das starke Wachstum der Branche und die zunehmende Bedeutung von Influencer Marketing eingegangen.
Interessant ist hier, dass der Artikel noch vor der Corona-Pandemie veröffentlich wurde. Im Verlauf des Jahres hat sich Affiliate Marketing noch weiter als krisenfester Kanal etabliert.

Da die Erklärung im LinkedIn-Blog lediglich zwei Sätze umfasst, wird sich im Awin-Beitrag vor allem der weiterführenden Erklärung gewidmet und das Berufsbild Affiliate-ManagerIn weiter unter die Lupe genommen. Neben dem Fokus auf Entwicklungen bestimmter Geschäftsmodelle wird in dem Beitrag auf die unterschiedlichen Skills und Fähigkeiten von Affiliate-ManagerInnen eingegangen. Sind Affiliate-ManagerInnen wirklich AlleskönnerInnen im Online-Marketing-Kosmos? Jein. Warum? Ihr erfahrt es im Artikel von Awin.

Gerade für HändlerInnen auf der Suche nach neuen Online-Marketing-ExpertInnen kann dieser Artikel wirklich hilfreich sein. Hier sollte gegebenenfalls an ein paar Stellenausschreibungen geschraubt werden.

Thementipps für den Januar 2021

Thementipps Januar 2021
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