Affiliate Marketing News 10/2026: Awin Awards, Contextual Ads bei impact.com und der Streit um Cookie-Banner

Zusammenfassen mit ChatGPT

Der Oktober ist für uns traditionell der Monat, in dem die Q4-Vorbereitung in die heiße Phase übergeht: Aktionspläne für die Cyber Week stehen, die Publisher sind gebrieft, Budgets für Platzierungen sind verhandelt. Black Friday fällt in diesem Jahr auf den 27. November, Cyber Monday auf den 30. November. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt also nicht mehr. Trotzdem hat die Branche in den vergangenen Wochen einiges bewegt. Netzwerke haben ihre Produkte weiterentwickelt, in Brüssel und vor US-Gerichten fielen Entscheidungen, die Publisher und Merchants direkt betreffen, und mit der Affiliate Conference in Berlin steht das zentrale Branchentreffen der deutschen Affiliate-Szene unmittelbar bevor. Hier lest ihr unsere Zusammenfassung des Monats!

Entwicklungen & Trends

Cookie-Banner bleiben uns erhalten – vorerst

Die Hoffnung auf weniger Consent-Pop-ups hat in Brüssel einen Dämpfer bekommen. Wie t3n über die Ablehnung des Cookie-Banner-Plans durch die EU-Staaten berichtet, haben die Mitgliedsländer den Vorschlag der EU-Kommission gekippt. Nutzer*innen hätten ihre Cookie-Präferenzen danach auf dem eigenen Gerät speichern können, das Gerät hätte sie dann automatisch an Websites übermittelt. Die EU-Staaten setzen stattdessen auf mehr Ausnahmen für Seitenbetreiber*innen: Cookies für die Erbringung des Dienstes, die Reichweitenmessung und die IT-Sicherheit sollen ohne vorherige Einwilligung zulässig sein. Das Europaparlament hat seine Position noch nicht festgelegt. Die anschließenden Verhandlungen zwischen Staaten und Parlament könnten Wochen oder Monate dauern, zumal parallel weitere Digitalgesetze auf der Agenda stehen.

Für das Affiliate Marketing bedeutet das zunächst: Der Status quo bleibt. Consent-Raten wirken weiterhin direkt auf die Tracking-Qualität. Ob die diskutierten Ausnahmen für Reichweitenmessung am Ende auch Affiliate-Tracking abdecken, ist offen. Darauf sollten Merchants ihre Setups nicht bauen. Die solide Basis bleiben weiterhin ein sauber konfiguriertes Consent-Management und serverseitige Tracking-Lösungen.

KI-Übersichten vor Gericht: Google gewinnt die erste Runde

In den USA hat Google einen juristischen Etappensieg rund um die AI Overviews errungen. Laut Affiverse Media zur Abweisung der Publisher-Klagen gegen Google AI Overviews wies Richter Amit Mehta am US District Court am 30. September 2026 die kartellrechtlichen Klagen von Chegg und Penske Media ab. Die Kläger hatten argumentiert, Google nutze seine Marktmacht in der Suche, um Inhalte unentgeltlich zu verwenden und Traffic umzuleiten. Das Gericht sah weder eine wechselseitige Geschäftsbeziehung („reciprocal dealing“) noch eine unzulässige Kopplung. Erwartete Suchreferrals begründeten keine vereinbarten Konditionen wie Preis oder Menge. Penskes Argument, Search und AI Overviews seien getrennte Produkte, verwarf das Gericht ebenfalls und bewertete beides als Ergebnisformate innerhalb der Google-Suche. Die Abweisung im Fall Penske erfolgte „without prejudice“ und ist anfechtbar. Eine Berufung war zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht bestätigt.

Wichtig ist, was das Urteil offenlässt: Fragen zu Urheberrecht und Lizenzierung, zu fairer Vergütung und zur Messung von Traffic-Verdrängung sind damit nicht beantwortet. Google testet zwar mit ausgewählten Publishern ein Pilotprogramm für freiwillige Zahlungen, eine allgemeine Vergütungspflicht leitet sich daraus aber nicht ab. Für Content-Publisher im Affiliate-Kanal bleibt die Lage damit unverändert. Die Abhängigkeit von organischem Google-Traffic ist ein Geschäftsrisiko, das sich nicht juristisch auflösen lässt, sondern über Diversifizierung gesteuert werden muss: eigene Communitys, Newsletter, Social-Kanäle und direkte Partnerschaften mit Merchants.

Neuigkeiten aus der Branche

Die Trend-Umfrage 2027: KI, Zero-Click und Attribution im Fokus

Wer die Branche nicht nur beobachten, sondern ihre Stimmung mitprägen will, kann sich bis zum 15. November 2026 an der Affiliate-Trend-Umfrage 2027 auf dem AffiliateBLOG beteiligen. Die Umfrage wird gemeinsam mit MAI xpose360 durchgeführt, angesprochen sind Affiliates, Merchants, Agenturen, Netzwerke und Technologieanbieter. Die Teilnahme dauert fünf bis zehn Minuten, im Vorjahr haben sich über 1.200 Branchenexpert*innen beteiligt.

Die Schwerpunkte passen gut zu den Themen dieses Monats: Es geht um den Einfluss von KI-Assistenten und KI-Suchen auf Affiliate-Geschäftsmodelle, um die Zero-Click-Entwicklung, um Vergütungsmodelle für den Einfluss von Publishern auf KI-gestützte Kaufentscheidungen sowie um Tracking- und Attributionsansätze. Gerade nach dem Urteil zu den AI Overviews ist ein belastbares Stimmungsbild dazu wertvoll. Unter den Teilnehmenden werden unter anderem zwei Tickets für die Affiliate Conference verlost. Wir nehmen teil und empfehlen das auch allen Branchenkollegen.

Netzwerke & Plattformen

Awin räumt bei den Global Performance Marketing Awards ab

Bei den Global Performance Marketing Awards am 20. Oktober 2026 in in London war Awin gleich mehrfach erfolgreich. Wie das Netzwerk in seinem Rückblick auf die GPMA-Gewinne 2026 berichtet, ging unter anderem der neu geschaffene „Partnership Ecosystem Award“ an Awin. Die Kategorie ersetzt die bisherige Auszeichnung „Global Affiliate Network or SaaS Platform of the Year“. Dazu kamen Preise in den Kategorien Performance Marketing Team of the Year (Awin Global Account Management), Partnership of the Year (Awin × Moonpull × TopCashback), Most Innovative Technology or Platform (Awin Creator App) sowie Best Influencer & Social Performance Strategy (Awin × ManoMano). Zwei weitere Einreichungen wurden als „Highly Commended“ ausgezeichnet: der Programmstart mit Groupon und die Full-Funnel-Strategie mit ManoMano.

Spannender als die Pokale finden wir die Kennzahlen, die Awin zur Begründung anführt. Nach eigenen Angaben nutzen 1.800 Advertiser Server-to-Server-Tracking. Damit seien 850 Millionen US-Dollar Advertiser-Umsatz und 70 Millionen US-Dollar Publisher-Provisionen abgesichert worden. Für die Creator App nennt Awin 99.000 Installationen (+34 %) und ein Plus von 90 % bei den monatlich aktiven Usern, außerdem 177.000 neue Publisher-Anmeldungen (+52 %). Hinzu kommt die Migration von 230.000 Publishern und 9.000 Advertisern von ShareASale zu Awin.

Für unsere Praxis steckt darin vor allem eine Botschaft: Serverseitiges Tracking ist im Netzwerkumfeld längst Standard. Wer im Q4 noch ausschließlich auf clientseitige Tracking-Lösungen setzt, riskiert nicht zugeordnete Sales und damit Diskussionen mit Publishern, gerade in der umsatzstärksten Phase des Jahres. Unser Rat: Euer Tracking-Setup vor Black Friday noch einmal gründlich prüfen.

impact.com öffnet CPC-Inventar bei Premium-Publishern

impact.com geht einen Schritt über das klassische CPA-Modell hinaus. Wie Affiverse Media über die neuen Contextual Ads von impact.com und Dianomi berichtet, hat die Plattform am 21. Oktober 2026 eine Lösung für Commerce-Publisher gestartet, die Brand-Angebote kontextuell in passenden Shopping-Artikeln ausspielt und auf Cost-per-Click-Basis abrechnet. Die Technologie analysiert die redaktionellen Seiten und ordnet Angebote den jeweils relevanten Retail-Kategorien zu. Publisher binden das Format über den impact.com-Publisher-Tag oder eine eigene Contextual-Ads-API ein. Die Distribution läuft zunächst über Dianomi in den USA und Großbritannien, weitere Märkte sind auf Anfrage möglich.

David Burke, Senior Director of Media bei impact.com, betont, dass Brands ihre Performance-Programme damit auf CPC-Basis auf Premium-Publisher ausweiten können, ohne vorher Mediadeals zu verhandeln, und die Ergebnisse gemeinsam mit den übrigen Partnerschaftsaktivitäten in einer Plattform auswerten.

Wir beobachten diese Entwicklung mit Interesse. Klickbasierte Modelle sind für Content-Publisher attraktiv, deren Traffic zwar hochwertig ist, aber nicht immer unmittelbar konvertiert. Merchants bekommen damit eine zusätzliche Hebelstelle neben Fixkostenplatzierungen und Hybrid-Deals. Die Frage, wie sich CPC-Kampagnen sauber von CPA-Provisionen abgrenzen und in der Attribution bewerten lassen, sollten Advertiser allerdings vor dem ersten Test klären. Für den DACH-Markt bleibt abzuwarten, ob und wann das Format hier ankommt.

Quelle: Affiverse

Webinar

KI-Agenten ohne Hype: Was wirklich hinter Agenten, Konnektoren und MCP steckt

Die Frage ist nicht mehr, ob KI selbstständig handelt, sondern wie viel wir ihr dabei erlauben: In unserem AI Update Webinar am kommenden Mittwoch, den 11. November 2026, ordnet unsere Gründerin & Geschäftsführerin Katja von der Burg ein, was Agenten, Konnektoren und das Model Context Protocol (MCP) eigentlich sind und wie sie zusammenspielen. Ihr seht an Beispielen aus dem Unternehmensalltag, was heute schon zuverlässig funktioniert und wo die Grenzen liegen. Jetzt kostenfrei anmelden!

Events

Auf nach Berlin: Affiliate Conference und PerformixX-Shortlist

Am 9. November 2026 findet die Affiliate Conference in Berlin statt. Wir sind mit unserem Team vor Ort und freuen uns auf einen Tag mit Vorträgen, Workshops und vielen Gesprächen mit Publishern, Netzwerken und Advertisern. Im Anschluss an die Konferenz lädt die Abendveranstaltung Affiliate NetworkxX zum Austausch ein.

Besonders gespannt sind wir dieses Jahr auch aus diesem Grund: Wir stehen auf der Shortlist des PerformixX Award 2026 in der Kategorie Agenturen. Der Award wird in vier Kategorien vergeben: Netzwerke/Trackinglösungen, Agenturen, Advertiser und Technische Dienstleister. Wir gratulieren allen Nominierten und freuen uns darauf, viele von euch in Berlin zu treffen.

Unser Affiliate Marketing Team freut sich, euch bei der Affiliate Conference 2026 zu treffen.

Fazit & Ausblick

Der Oktober zeigt, wohin sich der Kanal bewegt. Die Netzwerke investieren in serverseitiges Tracking und Creator-Tools und öffnen sich wie impact.com mit CPC-Formaten über das reine CPA-Modell hinaus. Bei Consent und KI-Suche kommen die Rahmenbedingungen dagegen nur langsam voran: Die Cookie-Banner bleiben vorerst, und die Frage nach einer Vergütung für Publisher-Inhalte in KI-Antworten ist juristisch weiter offen. Für Merchants und Publisher heißt das, im Q4 auf technisch saubere Setups und eine breit aufgestellte Partnerstruktur zu setzen, statt auf regulatorische Erleichterungen zu warten.

Und hier nochmal alle Termine aus dieser Ausgabe für euch im Überblick:

In Berlin hoffen wir auf viele gute Gespräche, und spätestens nach der Cyber Week ziehen wir an dieser Stelle Bilanz!

Thementipps für den Rest des Jahres

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