Ulrike Dresler

Der Projecter Feedback-Kalender

„Die Abwesenheit von Kritik kann als Lob verstanden werden“. Das ist so ein typischer Satz, den ich tatsächlich mehrmals in meinem Arbeitsleben gehört habe. Allerdings nie bei Projecter. Feedback von verschiedenen KollegInnen aus verschiedenen Teams gehört bei uns dazu. Gerade der Blick von mehreren Seiten ist für uns sehr wertvoll und hilft uns dabei, unsere Stärken zu erkennen. Und Feedback fordern wir von allen KollegInnen ein, von den GeschäftsführerInnen, Teamleads und direkten KollegInnen. Und es bekommen auch alle KollegInnen Feedback: GeschäfsführerInnen, Teamleads und direkte KollegInnen. Um diese Feedback-Kultur weiter zu stärken, haben wir eine interne Feedback-Challenge gestartet. Wie wir diese entwickelt haben und wie sie bisher läuft, verraten wir euch im Folgenden.

Die Bedeutung von Feedback bei Projecter

Wenn man nach „Feedback“ googelt, wird man von einer unglaublichen Trefferanzahl förmlich erschlagen und man könnte stundenlang durch verschiedene Seiten scrollen und würde trotzdem immer noch neue Methoden finden. Das Thema Feedback und Feedbackmethoden birgt eine unglaubliche Themenvielfalt.

Über das jährliche Feedbackgespräch hinaus, möchten wir das Thema Feedback geben und Feedback nehmen im Team noch weiter verankern und zur Routine machen. Jemand hat ein KundInnenprojekt exzellent gemeistert: sag es ihr/ihm. Jemand hat sich nicht an die Absprachen gehalten: sag es ihr/ihm. Jemand hat auf einer Konferenz einen tollen Vortrag gehalten: sag es ihr/ihm. Jemand hat eine Deadline verpasst: sag es ihr/ihm. Wichtig ist uns hierbei, dass mit dem Feedback nicht gewartet wird, bis es wieder einmal an der Zeit ist, sondern, dass wir im Team verankern, dass Feedback unmittelbar und konstruktiv gegeben wird.

Das Projekt “Feedback-Kalender”

Neben vielen Prozessen, die das Projektteam schon im Hintergrund angepasst hat, sind wir im März mit dem Projecter Feedback-Kalender gestartet. Die Idee dahinter ist ganz einfach: jeder Monat wird einem speziellen Feedback-Motto gewidmet, dem wir uns ausführlich über verschieden Kanäle und Methoden widmen. Dazu gibt es einen kurzen theoretischen Impuls und dann heißt es ausprobieren, in den Austausch gehen und sich gegenseitig Feedback geben. Und weil Lob wichtig ist und die individuellen Stärken fördert, sind wir im März mit dem Praise Game gestartet. Wir wollen aber nicht nur loben. Auch für wertschätzende Kritik wird es viele hilfreiche Tipps geben, die wir ausprobieren wollen.

Das Ziel des Feedback-Kalenders

Was ist dabei unser Ziel? Wir wollen das ganze Team zum Thema Feedback erreichen und die Bedeutung des Themas im Team stärken. Oft sind MitarbeiterInnen, die gerade erst ins Arbeitsleben gestartet sind oder auch von anderen Unternehmen zu uns gewechselt haben noch unsicher, wie Feedback bei Projecter abläuft. Und auch die „alten“ Projecter-Hasen können noch besser und sicherer in ihrer Feedbackroutine werden, in dem sie verschiedene Methoden ausprobieren und austesten. 

Von der Idee zur Umsetzung

Für unseren Projecter Feedback-Kalender haben wir uns zunächst überlegt, was wir damit erreichen wollen und sind dann in ein Ideen-Brainstorming gegangen. Aus den so gesammelten Ideen haben wir monatliche Challenges und eine Art Redaktionsplan für die folgenden zwölf Monate erstellt. Daran anschließend haben wir eineN VerantwortlicheN aus dem Projektteam ausgesucht bzw. hat sich diese freiwillig gemeldet, um das Monatsthema ins Team  einzubringen. Dabei nutzen wir alles, was Projecter an Kommunikationskanälen bietet: Slack für Zwischenfreuen oder regelmäßige Erinnerungen, unser zweiwöchentliches Agenturmeeting, um das Thema vorzustellen oder einen kurzen Artikel in unserem internen Newsletter. Da unsere Feedback Taskforce aus KollegInnen unterschiedlichster Bereiche besteht (aus GeschäfsführerInnen, Teamleads, Specialists und Trainees) können wir das Thema Feedback in die verschiedenen Meetings und Konstellationen reintragen.

Wie ging es los?

Im März sind wir mit einem Praise Game auf einem Trelloboard gestartert. Alle MitarbeiterInnen wurden dazu aufgefordert, ihre JourFixes, 1:1s oder andere Meetings auch dazu zu nutzen, sich gegenseitig Feedback zu geben und ein paar Worte dazu zu sagen, was man an der oder dem anderen schätzt oder wofür man sich einfach mal bedanken möchte. Mit Unterstützung von Specialists, Trainees und WerkstudentInnen aus verschiedenen Bereichen machen wir uns an die Ausgestaltung von Grafiken, das Bauen von Giphys, selbst kreierten Stickern für die Teilnahme oder das Anlegen eines speziellen Trelloboards für die Feedback-Challenges. 

Wie geht es weiter?

Wir tragen das Thema weiterhin an unsere LinkedIn Brand Ambassadoren und geben die Info, dass zum Beispiel ein Blogbeitrag wie dieser hier geschrieben wurde und verlinkt werden kann. Und wenn wir irgendwann Post-Corona wieder ins Büro kommen dürfen, wollen wir Kalender und Poster zu den verschiedenen Themen aushängen.

Am Ende jeden Monats brauchen wir im Projektteam dann Feedback zum Feedback. Wir wollen vom Team natürlich hören, was sie gut fanden, was sie weniger gut fanden und was wir verbessern oder ändern können. Wie das aussehen wird? Wissen wir auch noch nicht so genau, denn ein paar Tage hat der März ja noch. Unser Plan im Feedback-Team ist aber, die einzelnen Monatsthemen nochmal auszuwerten und daraus Anpassungen für die noch folgenden Monate vorzunehmen.

Denn die Abwesenheit von Kritik kann nur als Abwesenheit von Kritik verstanden werden. Und damit als Abwesenheit von konstruktiver Auseinandersetzung mit der geleisteten Arbeit.

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