SEA Auslese April 2020

Auch im April gab es aufgrund der COVID-19 Verbreitung weitere Umstrukturierungen im Suchmaschinenmarketing. Dazu gehören unter anderem die aktualisierten Bedingungen zu Googles freiem Werbebudget und die kostenlosen Shopping Listings im Shopping-Reiter. Diese und weitere Neuheiten haben wir für euch in der aktuellen SEA Auslese zusammengestellt. 

Google Ads

Aktualisierte Bedingungen zum Google Werbebudget

Wie bereits in der SEA Auslese März 2020 angekündigt, will Google mit einem Anzeigenbudget von 340 Mio. Dollar kleine und mittlere Unternehmen unterstützen. Nun gab es detaillierte Informationen, welche Unternehmen auf diese Hilfe hoffen können. Demnach sollen Unternehmen weltweit für das Werbeguthaben vorgesehen sein, deren Google Ads mindestens zehn Monate in 2019 sowie im Januar oder Februar 2020 geschaltet wurden. Ab Ende Mai soll dann die Bereitstellung des Werbebudgets erfolgen. Wie hoch das Guthaben ausfällt, ist von den bisherigen Google-Ads-Ausgaben abhängig, sowie dem Land und der Währung, in der das Konto eingerichtet ist. 

Google-Anzeigen erfordern Identitätsprüfung

Wer Anzeigen über Google Ads schalten möchte, der muss sich bald einer Identitätsprüfung unterziehen. Die neue Richtlinie tritt zunächst in den USA in Kraft und wird dann weltweit eingeführt für die Anwendung auf Search-, Display- und Video-Anzeigen. Laut Einschätzungen von Google wird es einige Jahre dauern, bis die Umsetzung und Verifizierung global abgeschlossen ist. Bestimmte Branchen sollen dabei priorisiert behandelt und entsprechend benachrichtigt werden. Die Unternehmen haben nach Erhalt der Benachrichtigung 30 Tage Zeit, die benötigten Unterlagen einzureichen, sodass eine Verifizierung durch Google durchgeführt werden kann. Nach Ablauf der 30 Tage ohne Einreichung wird die Anzeigenauslieferung im Konto automatisch gestoppt. 

Nutzer können diese Verifizierung ebenfalls einsehen. Mit Klick auf “Warum sehe ich diese Werbung?” in den Anzeigen können sie sich dann Informationen zum Namen des Inserenten und dem Land, in dem dieser ansässig ist, einblenden lassen. Des Weiteren kann der User auch einstellen, ob er Anzeigen von den jeweiligen Unternehmen erhalten möchte. Diese Option ist aktuell bereits für Search-, Display- und Videoanzeigen vorhanden.

GIF zeigt die Identitätsprüfung von Advertisern bei Google Anzeigen
Bildquelle: searchenginejournal.com

Kostenlose Listings im Shopping-Reiter

Eine Meldung, die zunächst viele Kunden in einen Freudentaumel versetzt haben könnte: Google Shopping wird kostenlos! Ganz so drastisch, wie einige Nutzer annahmen, ist die Maßnahme seitens Google dann aber doch nicht. 

Ab Ende April wird der Shopping-Reiter bei Google in den USA in erster Linie aus kostenlosen Listings bestehen. Bezahlte Anzeigen werden  auf dem Shopping Tab weiterhin angezeigt. Für Advertiser bedeutet das, dass bezahlte Kampagnen durch kostenlose Einträge ergänzt werden können. Wenn man bereits Shopping Ads schaltet, muss dafür nichts getan werden, da die kostenlosen Anzeigen dann automatisch erfolgen. Die kostenlosen Listings werden zunächst in den USA ausgerollt. Bis Ende des Jahres soll das Ganze dann weltweit erfolgen. 

Die Hauptseite der Google Suche ändert sich dabei nicht. Die Karussell-Anzeigen der Produktanzeigen werden auch weiterhin nur aus bezahlten Ads bestehen. Die kostenlosen Listings werden nur im Shopping Tab zu finden sein. 

Mit dieser Umstellung wird sich Google Shopping weiter Amazon annähern, um bei der Produktsuche besser mit Amazon konkurrieren zu können. Google muss aber noch einiges tun, um einen eigenen Marketplace tatsächlich wettbewerbsfähig zu machen, da beispielsweise Klickpreise, Conversionrate etc. bei Amazon aktuell noch deutlich besser sind.

Screenshot der Ergebnisse bei Google Shopping
Bildquelle: twitter.com

Neue Darstellungsformen im Google Ads Interface

Der April hat, was grafische Darstellungsformen und Ansichten im Interface anbelangt, einige sehr interessante Neuerungen in petto. Durch die Ausweitung sind nun einige Aspekte so veranschaulicht wurden, dass eine Auswertung nun einfacher und schneller möglich ist. 

Performance-Übersicht als Balkendiagramm: Die Kollegen von Adseed haben in ihren Konten eine neue Darstellungsform der Performance-Übersicht entdeckt. Neben dem bekannten Liniendiagramm sollen die eingestellten KPIs nun auch als Balkendiagramm dargestellt werden können.

Screenshot von der Performance Übersicht in Google Ads
Bildquelle: adseed.de

Empfehlungen in Tabellenansicht: Die Empfehlungen im Empfehlungs-Tab können jetzt auch als Tabelle in der Kampagnenübersicht angezeigt werden. Über diese Einstellung ist für jede Kampagne ersichtlich, welche Maßnahmen durchgeführt werden können, um den Opti-Score zu verbessern.

Screenshot der tabellarischen Empfehlungen bei Google Ads
Bildquelle: Google Ads

Segmente in Diagrammform: Bei der Auswahl verschiedener Segmente ändert sich nun auch die Darstellung des Liniendiagramms. Je nach ausgewähltem Segment werden diese nun ebenfalls in das Diagramm importiert, sodass eine grafische Auswertung möglich ist.

Screenshot der Auswertung von Segmenten in Google Ads
Bildquelle: Google Ads
Screenshot der grafischen Auswertung von Segmenten in Google Ads
Bildquelle: Google Ads

Darstellung des Conversion-Delay im Performance-Diagramm: Eine weitere Darstellung im Leistungsdiagramm wurde ebenfalls von Adseed entdeckt: der Conversion-Delay. Der Zeitraum, in welchem nachträglich Conversions getrackt werden, wird unter dem Diagramm blau markiert.

Screenshot Conversion Delay Google Ads
Bildquelle: adseed.de

Synchronisierungsspalten: Die Kollegen von Adseed waren auch hier wieder sehr aufmerksam und haben in ihren Konten die Einstellung von Synchronisierungsspalten entdeckt. Die Funktion soll es erlauben, gespeicherte Spalteneinstellungen von einem oder mehreren Accounts zu übernehmen. Somit entfällt das zeitaufwändige, einzelne Erstellen von Spalten für jedes Konto.

Update des Google Ads Editors

Ein Update des Google Ads Editors auf die Version 1.3 ist verfügbar. Zugunsten der Benutzerfreundlichkeit ist es nun möglich, den Bearbeitungsbereich in einem separaten Fenster zu öffnen. Außerdem lassen sich gemeinsame Budgets auch im Editor anlegen und der Optimierungsfaktor kann auf Konto- und Kampagnenebene angezeigt werden.

Screenshot Google Ads Editor
Bildquelle: Google Ads Editor

Neue Beta-Entwicklungen und -Erweiterungen

Auch in Bezug auf Betas hat Google im April einige spannende Neuerungen gelauncht.

Discovery Ads: Seit Q2/2019 standen die Discovery Ads für eine kleine Testgruppe zur Verfügung. Anfang April dann die Meldung: Die Discovery Ads sind ab sofort out-of-beta und können nun von allen Kunden in ihren Google Ads Konten genutzt werden.

Screenshot aus dem Google Ads Editor zeigt die Discovery Ads
Bildquelle: Google Ads

Keyword-Planner Erweiterung: Mit der Beta-Erweiterung des Keyword-Planners lassen sich nun Recherchen zu Longtail-Keywords detaillierter erweitern oder eingrenzen.

Screenshot des Google Ads Editors zeigt die Erweiterung des Keyword Planners
Bildquelle: Google Ads

YouTube Video Builder: Lange erwartet und nun endlich verfügbar: Der YouTube Video Builder wurde in der Beta gelauncht. Mit vorhandenen Assets wie Texten, Bildern und Logos können 6- oder 15-Sekunden-Videos ganz einfach zusammengestellt werden. Außerdem erhält man Zugriff auf die kostenlose Audiothek von YouTube. Über ein Formular kann der Zugang zum YouTube Video Builder beantragt werden. 

Neues Layout für RDA: Die responsiven Display-Anzeigen bekommen in einer neuen Beta ein kreativeres Layout verpasst. Durch Aktivieren der Beta in der Anzeigenerstellung ist das Layout nutzbar.

Screenshot aus Google Ads zeigt neues RDA Anzeigen Layout
Bildquelle: Google Ads
Aktivieren der BETA Version für die neuen RDA Layouts in Google Ads
Bildquelle: Google Ads

Auto-generated Video Beta für RDA: Neben dem neuen Layout gibt es für responsive Display-Ads eine weitere Beta. Mit Hilfe der hinterlegten Texte und Bilder erstellt Google automatisch generierte Videos, die dann in den Display Anzeigen zu sehen sind. Die Beta kann ebenfalls in der Anzeigenerstellung aktiviert und genutzt werden. 

Betaversion der automatisch generierten RDA Videos
Bildquelle: Google Ads

Aktualisierung der Nur-Anruf-Anzeigen

Durch Hinzufügen eines Website-Links können Nur-Anruf-Anzeigen ab sofort vergrößert und somit prominenter in der Anzeigenausspielung dargestellt werden. Sobald man in der Anzeige die eigene Domain als finale URL hinterlegt hat, erscheint in der Anzeige der Link “Website besuchen”. Das Hinzufügen einer URL wird seitens Google empfohlen, ist aber nicht zwingend erforderlich.

Screenshot einer Nur-Anruf-Anzeige bei Google
Bildquelle: searchenginejournal.com

Verschoben & abgeschafft

Neben zahlreichen Neuerungen im Google Ads Interface gibt es auch Meldungen zu Themen, die verschoben oder sogar abgeschafft werden. 

Abschaffung der monatlichen Kampagnenbudgets: Die monatlichen Kampagnenbudgets waren ein sehr kurzlebiger Test, der anscheinend nun seitens Google beendet wurde. Die monatlichen Budgets sollen seit April nicht mehr zur Verfügung stehen. Kampagnen mit dieser Einstellung wurden automatisch wieder auf tägliche Budgets umgestellt. 

Verschieben des neuen Google-Partner-Programms: Bereits Anfang des Jahres gab es die Meldung von Google, dass sich die Anforderungen des Google-Partner-Programms im Juni 2020 ändern werden. Aufgrund der aktuellen Situation hat Google nun beschlossen, den Neustart des Partner-Programms auf 2021 zu verschieben, sodass Kunden durch die neuen Anforderungen aktuell nicht zusätzlich belastet werden. 

Streichen der Google-Ansprechpartner: Google streicht ab diesem Quartal vielen kleinen und mittelgroßen Agenturen die direkten Google-Ads-Ansprechpartner. Dabei spielt es wohl keine Rolle, ob die Agenturen Google Premium Partner sind oder nicht. Sie werden nun stattdessen auf das Selbstlernmaterial im Skillshop, die Google Hilfe und die Blogposts von Google verwiesen. Laut Google ist diese Änderung nicht auf die Corona-Situation oder die Änderungen im Partner-Programm zurückzuführen, sondern war schon länger geplant. 

Microsoft Advertising

Neue Optionen für Abschlussziele

Microsoft Ads hat nun ebenfalls die Funktion übernommen, dass ausgewählt werden kann, welche Abschlussziele in die Spalte “Abschlüsse” mit einbezogen werden sollen. Diese Abschlussziele werden nun in der Datentabelle angezeigt und wirken sich auf eingestellte automatische Gebotsstrategien aus. Bereits bestehende Abschlussziele werden standardmäßig als “In Abschlüsse einschließen” hinterlegt. 

Weiterhin soll nun auch der Zeitraum für View-Through-Conversions in den Abschlusszielen einstellbar sein. 

Multi-Account-Importe 

Die Import-Funktionen von Microsoft Advertising wurden weiter ausgerollt, sodass nun mehrere Konten gleichzeitig von Google Ads in Microsoft Ads importiert werden können. Durch die Multi-Account-Importe kann etwas Zeit gespart werden. Man kann auswählen, ob ein gesamtes Google Ads Konto oder nur bestimmte Kampagnen importiert werden sollen. Eine Auswahl bestimmter Anzeigengruppen ist nicht möglich. 

Screenshot des Import-Managers von Microsoft Ads
Bildquelle: about.ads.microsoft.com

Experimente nun auch Cookie-basiert möglich

Auch bei Experimenten kann jetzt ausgewählt werden, ob die Testaufteilung auf Basis von Suchanfragen oder neu: auf Basis von Cookies erfolgen soll. Die neue Option kann einerseits zu präziseren Ergebnissen führen, andererseits kann es so aber länger dauern, bis statistisch signifikante Daten erzielt werden.

Screenshot von Microsoft Ads Experimente
Bildquelle: searchengineland.com

Amazon Advertising

Product Discovery Targeting

Amazon hat eine neue Targeting-Option für Sponsored Display ausgerollt: Product Discovery Targeting. Damit können ähnliche und ergänzende Produkte und Kategorien getargetet werden. Das neue Targeting ist zunächst leider nur für US Seller verfügbar. 

Bearbeitung bestehender Sponsored-Brands-Kampagnen

Eine längst überfällige Amazon-Ads-Funktion steht endlich zur Verfügung: Sponsored-Brands-Kampagnen können nun nach Erstellen bearbeitet werden. Wollte man etwas abseits von Keywords, Geboten und Budget ändern, musste vor diesem Launch eine neue Kampagne angelegt werden. Jetzt ist es möglich, in laufenden Kampagnen auch Headlines, Logos und Produkte auszutauschen.

Weitere Kurz-News & Leseempfehlungen

Der Head of SEA von Bloofusion hat ein Skript geteilt, das Performance-Änderungen bezogen auf Geräte, Wochentage sowie Tageszeiten vor und während der Corona-Krise blitzschnell im Diagramm aufbereitet. Dabei lassen sich KPIs wie Impressionen, Klicks, Kosten, Conversions und Conversionwert miteinander vergleichen. Einziger, aber ziemlich großer Wermutstropfen: Shopping Kampagnen werden offenbar nicht berücksichtigt. 

Saisonale Anpassungen im Google Ads Konto sollten während der Corona-Krise nicht implementiert werden. Die Seasonality Adjustments können die Dauer der Fluktuation durch COVID-19 nicht abbilden. Das Verkaufsverhalten ist nicht wie beispielsweise zum Black Friday vorhersehbar, weshalb die Conversionrate nur schwer einzuschätzen ist. Stattdessen wird geraten, Zielwerte im Smart Bidding und die Budgets anzupassen. 

Mit der neuen Apple Safari Version (13.4 in iOS und iPadOS sowie 13.1 für macOS) werden seit Ende März standardmäßig alle Cookies von Drittanbietern blockiert. Das heißt: Kein externes Tracking mehr, vor allem für Facebook Ads, Google Ads und Microsoft Ads. Viel ändern wird sich aber nicht, da Safari ohnehin durch die Intelligent Tracking Prevention schon fast alle Cookies von Drittanbietern blockiert hat. Chrome plante 2022 nachzuziehen, setzt aber nach aktuellem Stand die Cookie Policy vorübergehend zurück

Die Deadline für die Umstellung auf paralleles Tracking bei Videokampagnen wurde nun auf unbestimmte Zeit verlängert. Im März erfolgte bereits eine Verlängerung der Frist auf Mitte Juni. Nun wurde diese Frist nochmals verlängert, um Unternehmen in der aktuellen Situation die Möglichkeit zu geben, sich auf wichtigere Prioritäten zu konzentrieren. 

YouTube Videos mit COVID-19 Inhalten können monetarisiert werden, solange diese den Richtlinien für werbefreundliche Inhalte und den Community Richtlinien entsprechen. Videos mit Falschmeldungen, verstörenden Inhalten, Verschwörungstheorien, Pranks und Challenges zählen nicht dazu und sind auch weiterhin demonetarisiert bzw. eingeschränkt mit Anzeigen auslieferbar. 

Seit Februar gibt es einen neuen Podcast von Think with Google: “Marketingwissen aus erster Hand: der Think with Google-Podcast”. Dieser ist auf Englisch und erscheint alle 1-2 Wochen donnerstags auf den gängigen Plattformen zu aktuellen Neuigkeiten bezüglich Tools, Strategien und Expertenmeinungen. 

Kristen McCormick von WordStream hat ein paar Tipps zum Texten in Zeiten von Corona zusammengestellt. Folgende Worte sollte man beispielsweise aufgrund der negativen Konnotationen vermeiden: 

Auch bei neutralen, positiv konnotierten Formulierungen ist Vorsicht geboten.

Eine neue Inspiration für Anzeigentexte bietet folgender Artikel. Dieser stellt 5 Methoden vor, die den Alltag in der Textanzeigen-Erstellung erleichtern könnten. 

Tipps und Tricks, welche Ursachen bestehen können, wenn eine Kampagne nach Reaktivierung nicht wie zuvor performt, sind in diesem Artikel zusammengefasst. 

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