Cathleen Kuka-Voigt

SEO Auslese April 2021

Obwohl das Page Experience Update auf Mitte Juni verschoben wurde, blieb der April alles andere als ruhig. Unterdessen glänzt Google mit einem neuen Bericht zur NutzerInnenfreundlichkeit in der Google Search Console und hat ganz nebenbei ein Update für Produktrezensionen herausgebracht. Alle wichtigen Infos zu den Releases und viele weitere spannende Neuigkeiten findet ihr wie immer in unserer SEO Auslese.

News der Suchmaschinen

Page Experience Update kommt nun doch erst im Sommer

Google gab am 19. April bekannt, dass das große Page Experience Update um mehrere Wochen verschoben wird. Geplant ist, die NutzerInnenfreundlichkeit von Seiten erst Mitte Juni 2021 als Teil der Ranking-Systeme einzuführen und dann schrittweise bis Ende August auszurollen. Auch wenn laut Google zunächst keine drastischen Änderungen für Websites zu erwarten sind, sollte die zusätzliche Zeit für (weitere) Optimierungen genutzt werden.

Als Ansatzpunkt für Verbesserungen könnte der neue Bericht zum Verhalten von Seiten in der Google Search Console dienen. Der Report bildet neben den Core Web Vitals auch die Faktoren HTTPS-Sicherheit, Fehlen störender Interstitials, Safe-Browsing-Status und Optimierung für Mobilgeräte ab. Außerdem gibt er Auskunft über den Anteil der guten URLs, d.h. den Anteil der mobilen URLs mit hoher NutzerInnenfreundlichkeit.

Screenshot Auszug aus dem „Verhalten von Seiten“-Bericht der Google Search Console
Auszug aus dem „Verhalten von Seiten“-Bericht der Google Search Console (Quelle: Google Search Console)

Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Kennzahl kritisch zu hinterfragen ist. Denn damit eine Seite als „gute URL“ zählt, muss sie auch im Core Web Vitals Bericht den Status „gut“ zeigen und darf keine Probleme hinsichtlich der NutzerInnenfreundlichkeit auf Mobilgeräten aufweisen. Die Gruppe der „zu optimierenden URLs“ fließt hingegen nicht in die Wertung mit ein. Hinzu kommt, dass der URL-Status je nach Bericht variieren kann, da die Berechnung unterschiedlichen Zeitplänen folgt. Ein Blick in die einzelnen Berichte lohnt sich daher in jedem Fall.

Und noch eine Neuigkeit könnte sich zugunsten einiger Webseiten auswirken: Google hat die Berechnung des Cumulative Layout Shifts angepasst. Bisher waren lange Seiten im Nachteil, da alle auftretenden Verschiebungen aufaddiert wurden. Das soll sich nun mit der neuen Berechnungsweise, bei der sogenannte Session Windows eingeführt werden, ändern.

Vielleicht auch bald bei uns: Googles Update für Produktrezensionen

Am 8. April hat Google das Product Review Update im englischsprachigen Raum ausgerollt. Auch wenn es so anmuten mag – Google betonte, dass es sich hierbei nicht um ein großflächiges Core Update handelt. Betroffen waren vor allem Affiliate-Webseiten mit Fokus auf Produktrezensionen. Und genau darum geht es. Die Algorithmus-Anpassung soll dafür sorgen, dass künftig hochwertige und gut recherchierte Testberichte in der Google-Suche bevorzugt werden. Kurz gesagt: Das EAT-Modell aus den Quality Rater Guidelines hält nun auch in diesem Bereich Einzug.

Googles Webmaster John Müller bestätigte inzwischen auch, dass Produkttests und Erfahrungsberichte von VerbraucherInnen es deshalb in Zukunft schwerer haben werden, gute Rankings aufzubauen. Dies sei nur dann möglich, wenn die NutzerInnen tatsächlich auch ExpertInnen seien. Eine Alternative stellen hingegen systematische Testberichte dar, die einem bestimmten Konzept folgen, das von ExpertInnen erarbeitet wurde.

Bislang greift das Product Review Update zwar nur für englischsprachige Rezensionen, doch wir bei Projecter rechnen mit einer baldigen Ausweitung auf alle Sprachen.

News der Suchmaschinen kurz & knapp

Branchen Insights

Psychologische Erkenntnisse zur Conversion-Optimierung nutzen

Morefire hat einen interessanten Artikel zur Nutzung von Heuristiken, also den zumeist unbewussten Handlungen, im Online Marketing veröffentlicht. Welche Learnings sich daraus ergeben und wie sich Conversion- und Klickraten ganz konkret steigern lassen, haben wir nachfolgend zusammengefasst.

Natürlich lassen sich auch mehrere der genannten Mechanismen miteinander kombinieren, wie nachstehendes Beispiel für eine Produktseite zeigt:

Bild eines Beispiels, dass Konsens-, ExpertInnen- und Anker-Anpassungs-Heuristik gut kombiniert
Konsens-, ExpertInnen- und Anker-Anpassungs-Heuristik gut kombiniert (Quelle: more-fire.com)

Nur drei Prozent der Websites erreichen aktuell die Core-Web-Vitals-Zielwerte

In der letzten Auslese haben wir sie schon kurz angeteasert und nun ist sie da: Die 85 Seiten starke Core-Web-Vitals-Studie von Searchmetrics. Für die Analyse wurden über zwei Millionen URLs aus Deutschland, Großbritannien und den USA gecrawlt und im Hinblick auf die Metriken Largest Contentful Paint, Total Blocking Time und Cumulative Layout Shift analysiert. Searchmetrics legte dabei den Schwerpunkt auf die Desktop-Werte, da diese ein genaueres Bild zeigen als die simulierten und gedrosselten Daten der mobilen Performance.

Heraus kam, dass nur drei Prozent aller Websites, die in den Top-20-Suchergebnissen von Google ranken, derzeit einen guten Core-Web-Vital-Score erreichen. Nachfolgende Grafik zeigt, wie die Top fünf bzw. Top 20 Websites im Vergleich zu den Google Benchmarks abschneiden:

Grafik der Durchschnittswerte der Top fünf und Top 20 Suchergebnisse von Searchmetrics Core Web Vitals Studie
Durchschnittswerte der Top fünf und Top 20 Suchergebnisse (Quelle: searchmetrics.com)

Neben diesen interessanten Insights bietet die Studie aber noch mehr. Searchmetrics verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und geht davon aus, dass es „noch andere Web Vitals gibt, die Google als wichtig erachtet“. Deshalb wurden zwölf weitere Metriken in einer Korrelationsanalyse untersucht. Es zeigte sich, dass die so häufig unterschätzte Bild-Optimierung einer der wichtigsten Hebel zur Verbesserung der Website-Performance ist.

In der Studie finden sich außerdem zahlreiche Best-Case- und Worst-Case-Beispiele sowie viele praktische AnwenderInnentipps. Daher klare Leseempfehlung!

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