SEO News 08/2026: Google rollt neue „goto“-URLs aus, Anthropic führt Wasserzeichen für KI-Inhalte ein
Wie Google mit „goto“-URLs die Verlinkungen in den SERPs umstellt und ob für euch diesbezüglich Handlungsbedarf besteht, das erfahrt ihr diesmal in unseren SEO News. Zudem blicken wir auf Transparenzpflichten beim KI-Content, Ausfälle in der Google Search Console und geben euch einen spannenden Lesetipp für eure Content-Strategien im KI-Zeitalter.
Google rollt neue „goto“-URLs in den Suchergebnissen aus
Google verändert die technische Verlinkung seiner Suchergebnisse. Was im Juli noch zunächst wie ein Test aussah, wird nun großflächig ausgerollt.
Was ist neu?
Beim Klick auf ein Suchergebnis führt die hinterlegte URL künftig nicht mehr direkt zur Zielseite:
- Bisher: Google → Zielseite
- Neu: Google → google.com/goto → Zielseite
- Für Nutzer*innen ändert sich dadurch im Alltag kaum etwas.
Warum macht Google das?
Google begründet die Änderung allgemein mit dem Schutz seiner Dienste vor Missbrauch. Betroffen sind damit vor allem SERP-Scraper, Rank-Tracking-Anbieter und möglicherweise auch KI-Suchdienste, die auf Google-Suchergebnisse zurückgreifen. Search Engine Roundtable bringt die Änderung unter anderem mit Diensten wie SerpApi in Verbindung, gegen die Google auch juristisch vorgeht. Hierzu haben wir in unseren SEO News im Juli näher berichtet.
Was bedeutet das für SEO?
Die Ranking-Messung bleibt weiterhin möglich, wird aber technisch aufwendiger. Johannes Beus von SISTRIX erklärt, dass jede goto-URL zunächst zusätzlich aufgerufen werden muss, um die eigentliche Ziel-URL zu ermitteln, was zu höheren Kosten für SEO-Tool-Anbietende führt.
Für Website-Betreiber*innen besteht aktuell kein Handlungsbedarf. Spannend ist die Entwicklung vor allem deshalb, weil Google den automatisierten Zugriff auf seine Suchergebnisse zunehmend erschwert.
News der Suchmaschinen kurz & knapp
- Google Spam Update beendet: Google hatte das August 2026 Spam Update nach knapp drei Tagen abgeschlossen. Der Roll-out lief vom 18. bis 21. August 2026.
- Favicons wieder da: Nachdem bei einigen Websites zeitweise die Favicons in den Google-Suchergebnissen verschwunden waren, ist das Problem inzwischen behoben. Google bestätigte, dass die Ursache auf eigener Seite lag.
- Logging Probleme im KI Report: Rückgänge bei den Impressionen im KI-Report der Google Search Console sind laut Google seit Mitte August auf fehlerhafte Datenerfassung zurückzuführen. Google hat den Fehler inzwischen behoben, die fehlenden Daten (13.–17. August) wurden am 21. August wiederhergestellt.
- „Preferred Source“-Button für Websites: Google stellt Website-Betreiber*innen einen interaktiven Button bereit, über den Nutzer*innen eine Website als bevorzugte Quelle markieren können. Wichtig dabei: Der Button lädt JavaScript von Google-Servern und überträgt dabei Nutzerdaten wie die IP-Adresse – eine vorherige Einwilligung der User sollte daher sichergestellt sein, um Probleme mit der DSGVO zu vermeiden.
Branchen Insights
Claude führt Wasserzeichen für KI-generierte Inhalte ein
Anthropic kennzeichnet Inhalte neuer Claude-Modelle seit August als KI-generiert. Hintergrund sind die seit dem 2. August 2026 geltenden Transparenzpflichten des EU AI Acts. Zu dem Thema könnt ihr euch übrigens auch noch einmal mit der Aufzeichnung unseres vergangenen Webinars auf den aktuellen Stand bringen.
Bei Texten funktioniert das Wasserzeichen nicht über versteckte Zeichen oder Metadaten. Stattdessen erzeugt Claude bei der Wortwahl ein statistisches Muster, das sich mit einem entsprechenden Erkennungssystem nachweisen lässt. Bei kurzen oder stark sachlichen Texten ist die Erkennung allerdings weniger zuverlässig. Für unterstützte generierte Dateien setzt Anthropic zusätzlich auf signierte Herkunfts-Metadaten.

Was bedeutet das fürs SEO?
Zunächst wenig: Google bewertet Inhalte weiterhin nach Qualität, Originalität und Mehrwert – unabhängig davon, ob KI bei der Erstellung eingesetzt wurde. Problematisch wird KI-Content vor allem dann, wenn damit massenhaft Inhalte ohne Mehrwert für Nutzer*innen erzeugt werden. Dass KI-Wasserzeichen einen Einfluss auf Rankings haben, ist aktuell nicht bekannt.
Lesetipp: Welche Content-Arten lohnen sich im KI-Zeitalter?
Für welche Art von Inhalten lohnt sich die Content-Erstellung, wenn KI-Plattformen Anfragen direkt beantworten können, ohne dass ein Klick auf eure Website nötig ist?
Diese Frage beantwortet SEO-Expertin Aleyda Solis in einem ausführlichen Beitrag. Hierfür entwickelte sie ein Framework zur Priorisierung von Inhalten im Zeitalter der KI-Suche, welches ihr kostenlos herunterladen könnt. Hier sind zwei Insights daraus:
- Allgemeine Standard-Inhalte verlieren an Wert: Wenn die Bedürfnisse von Nutzer*innen durch eine Zusammenfassung allgemein verfügbarer Informationen vollständig befriedigt werden können, bringt die Veröffentlichung einer weiteren Definition oder eines allgemeinen Leitfadens kaum noch zusätzlichen Mehrwert.
- Originalität und Interaktion sichern die Relevanz: Benötigen Nutzer*innen hingegen weiterhin eine offizielle Quelle, aktuelle oder personalisierte Informationen, Hilfe bei der Entscheidungsfindung oder detaillierte Anleitungen, spielt der Inhalt eurer Website weiterhin eine wichtige Rolle.




