Lisa Müller

Social Media Auslese April 2021

Neuer Monat, neue Auslese. Wir werfen einen Blick zurück auf den April und da war einiges los: Facebook folgte seinem inoffiziellen Motto Fake it till you make it und versucht sich an Clubhouse 2.0, außerdem sollen Story-Sticker Creator zukünftig bei der Monetarisierung ihrer Inhalte unterstützen. In Hinblick auf Stories gab es auch bei Instagram Spekulationen über ein neues Feature, darüber hinaus wurde die Anzeigenschaltung für Reels eingeführt. Das Vorbild der Kurzvideos, TikTok, launchte ebenfalls neue Anzeigenformate sowie Tools für Unternehmen. Neugierig geworden? Dann auf die Plätze, fertig, lesen!

Facebook

Wie lässt man die Konkurrenz verstummen?

Nach dem großen Hype um Clubhouse schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis andere Netzwerke auf den Audio-Zug aufspringen und ähnliche Formate präsentieren. Dass Facebook dabei ganz vorne mit dabei ist, verwundert nicht. Schließlich hat sich der Social-Riese in der Vergangenheit schon mehrfach von der Konkurrenz inspirieren lassen. Ein Beispiel? Stories gehören zwar mittlerweile zu den gängigen Funktionen von Facebook, allerdings sind sie keine Erfindung von Zuckerberg & Co, sondern stammen ursprünglich von Snapchat. Mit dem Launch des Audio-Features für Rooms veröffentlichte Facebook jetzt ein neues Tool, das der App Clubhouse in seinem Aufbau verdächtig ähnelt.

Bild Facebook Audio-Rooms im Überblick
Facebook Audio-Rooms im Überblick. | Quelle: Facebook

Facebook überlässt seinen NutzerInnen die Entscheidung, ob sie einen Audio-Room öffentlich veranstalten oder privat abhalten möchten. In beiden Fällen erscheinen die Hosts während des Gesprächs im oberen Bereich des Bildschirms, darunter werden die ZuhörerInnen der jeweiligen Audio-Session angezeigt. Bis zum Sommer sollen die Audio-Rooms laut Facebook in den Gruppen der Plattform und im Messenger für alle User ausgerollt werden.

Außerdem plant Facebook eine Option für Creator zu integrieren, mit der sich Audio-Rooms von Anfang an monetarisieren lassen. Daraus könnte sich ein deutlicher Vorteil gegenüber Clubhouse ergeben. Denn auch wenn die Audio-App mit der Einführung von Clubhouse Pay ebenfalls dazu beitragen möchte, dass Creator für ihre Audio-Inhalte bezahlt werden, so sind die Möglichkeiten dafür bisher relativ beschränkt. Es bleibt deshalb auf jeden Fall spannend, wer sich am Ende durchsetzt und den Audio-Thron (langfristig) einnimmt – Facebook, Clubhouse oder doch ein ganz anderes Netzwerk? We will see, äh, hear.

Geld gegen Sticker

Damit Creator ihre Inhalte monetarisieren können, hat sich Facebook direkt noch eine weitere Neuerung einfallen lassen: Story Sticker. Die neue Anzeigenvariante klingt vielversprechend, soll in der Anfangsphase aber nur mit ausgewählten Accounts getestet werden. Das Konzept von Story Stickern sieht vor, dass Unternehmen individuelle Sticker-Anzeigen erstellen und Creator diese im Rahmen einer Kooperation in ihren Stories einbauen können. Wird das Interesse von NutzerInnen beim Anschauen der Story geweckt, können sie auf den jeweiligen Sticker tippen und werden umgehend zu einer Landingpage weitergeleitet. Ergibt sich daraus ein Kauf, erhält der Creator eine Beteiligung vom generierten Umsatz.

Bild So könnten Sticker-Ads in Facebook-Stories aussehen
So könnten Sticker-Ads in Facebook-Stories aussehen. | Quelle: Facebook

Das geplante Monetarisierungsmodell wirkt durchdacht, wirft zwangsläufig aber auch eine Frage auf. Warum ist das neue Story-Anzeigenformat ausschließlich auf Facebook ausgerichtet? Instagram Stories werden vergleichsweise deutlich stärker konsumiert und weisen zudem einen höheren Aktivitätsanteil von Influencern auf. Darüber hinaus hat sich die Platzierung von Stickern in Instagram-Stories längst als Gestaltungstool etabliert. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass das neue Story-Anzeigenformat auf Facebook getestet und früher oder später auch für Instagram-Stories eingeführt werden könnte. Wir halten euch auf dem Laufenden, ob sich diese Spekulation bewahrheitet. 

Instagram

They see me reelin’…

Instagram und Anzeigen sind ein gutes Stichwort, denn auch in diesem Zusammenhang gab es im April ein Update. Konkret bezieht sich die Neuigkeit auf Reels. Die an TikTok angelehnten Kurzvideos werden nicht nur von privaten NutzerInnen veröffentlicht, auch Unternehmen haben das Potenzial des Bewegtbildformats längst erkannt. Die Beliebtheit und der aktuell ohnehin recht hohe Reichweiten-Boost von Reels dürfte zukünftig sogar noch weiter steigen, denn Instagram kündigte die Einführung von Ads für Reels an. 

Das Anzeigenformat soll bildschirmfüllend zwischen organischem Reels Content auftauchen und kann pro Anzeige eine Länge von maximal 30 Sekunden haben. Außerdem sollen NutzerInnen die Werbeinhalte wie bei regulären Reels liken, kommentieren, speichern, weiterleiten und überspringen können. Vorerst wird die Anzeigenschaltung für Reels jedoch nur in Deutschland, Brasilien, Indien und Australien ausgerollt. Basierend auf den Ergebnissen des Testlaufs und den Reaktionen der NutzerInnen möchte Instagram nach eigenen Angaben entscheiden, ob weitere Möglichkeiten zur Anzeigenschaltung folgen. BMW und Westwing haben übrigens das Privileg, die Anzeigenschaltung für Reels als erste Unternehmen nutzen zu dürfen. 

Bild Beispiel Reel Ads
Ein Beispiel für Reels Ads. | Quelle: Facebook

Einfügen, Platzieren, Antippen – Verlinkungen für alle

Unabhängig von Reels Ads kursierte im April eine Instagram-Entdeckung auf Twitter, die für Story-affine User interessant sein könnte, die den Traffic auf einer externen Webseite steigern wollen. Wer an dieser Stelle die Stirn runzelt, weil der eigene Daumen schon mehrfach durch ein simples nach oben Wischen dafür gesorgt hat, dass man von einer Instagram-Story auf einer Landingpage gelandet ist – ja, die Funktion ist an sich tatsächlich nicht neu. Allerdings kann das Swipe-up-Feature in Stories bisher ausschließlich von Accounts genutzt werden, welche die Followerzahl von 10.000 Usern geknackt haben. Genau das soll sich einem Tweet von Alessandro Paluzzi nach zu urteilen zukünftig ändern: Der Social-Media-Experte veröffentlichte einen Screenshot, auf dem ein neuartiger Link-Sticker für Instagram-Stories zu sehen ist. 

Screenshot Tweet mit potentiellen Link-Stickern für Instagram Stories
Wird der Link-Sticker für Instagram-Stories bald offiziell und für alle NutzerInnen eingeführt? | Quelle: Twitter

Durch die Abbildung neben den Markierungen für Ort und Erwähnungen wird der Anschein erweckt, dass der Link-Sticker ebenfalls beliebig in einer Story platziert und unabhängig von der AbonnentInnenzahl genutzt werden könnte. Insbesondere kleinere Instagram-Profile würden von diesem Feature profitieren, weil sie dadurch die Chance bekommen würden, in ihren Stories ebenfalls auf externe Webseiten zu verlinken. Aber auch für Accounts mit mehr als 10.000 AbonnentInnen hätte die Einführung von Link-Stickern einen Vorteil. Während herkömmliche Swipe-ups immer am unteren Bildschirmrand zu sehen sind, könnten Link-Sticker deutlich auffälliger in eine Story eingebaut werden. Bleibt abzuwarten, ob die Vögelchen bei Twitter richtig gezwitschert haben und der Launch von Link-Stickern für Instagram-Stories tatsächlich in den Startlöchern steht. 

TikTok

Trends identifizieren leicht gemacht

TikTok lebt, wie Social Media im Allgemeinen, von Kreativität und Schnelllebigkeit. Trends können ganz spontan entstehen und mit einer rasenden Geschwindigkeit für Reichweite, Likes oder Follower sorgen. Um mit dieser Dynamik mithalten zu können, braucht es ein Gespür für zielgruppengerechten Content. Genau das fällt Unternehmen oftmals schwer.

Mit der Einführung des Business Creative Hub möchte TikTok Brands und Marken bei der Identifikation von individuell passenden Trends innerhalb des Netzwerks unterstützen. Das neue Tool steht allen Business Accounts kostenlos zur Verfügung und untergliedert sich in drei Kategorien:

Videostudio für die Hosentasche

Ergänzend zu der neuen BenutzerInnenoberfläche veröffentlichte TikTok im April ein weiteres Tool, welches Unternehmen beim Auf- und Ausbau ihrer Präsenz helfen soll. Die Einführung des Video-Editors für Brands soll es Advertisern erleichtern, Video-Anzeigen zu erstellen. Getreu dem plattforminternen Leitsatz: „Don’t make Ads. Make TikToks.“

Das Bearbeitungstool ist recht intuitiv gestaltet und soll Werbetreibende dazu anregen, schnell und ohne großen Aufwand Video-Ads zu produzieren. Die kurzen Videoclips können durch den Editor mit verschiedenen Schriftarten, Farben und visuellen Effekten versehen werden. Eigene Visuals oder Firmenlogos können ebenfalls problemlos integriert werden. Im Anschluss an den Bearbeitungsprozess bietet TikTok Marketern außerdem die Möglichkeit zu überprüfen, wie der jeweilige Clip bei den Usern angezeigt wird. Dadurch kann beispielsweise eine ungünstige Platzierung von Schriftelementen vermieden werden. 

Tauschgeschäft mit Informationen

Apropos Ads: Auf TikTok sind jetzt Anzeigen zur Leadgenerierung möglich. Unternehmen bekommen dadurch die Chance, ihre Anzeigen im Feed mit zusätzlichen Informationen oder Angeboten zu versehen. NutzerInnen erhalten diese Hinweise, wenn sie persönliche Angaben wie Name, E-Mail-Adresse oder Telefonnummer eintragen. Ausgehend von jenen personenbezogenen Daten können sich die Unternehmen in ihrer Kommunikation wiederum gezielt an die potenziellen KundInnen richten. Die generierten Leads können sowohl manuell heruntergeladen oder in einem CRM-System zusammengefasst werden.

Ausgangspunkt für die neue Anzeigenlösung ist die Datenschutz-Grundverordnung. Vor der Übermittlung ihrer Daten werden die TikTok-NutzerInnen darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Informationen mit dem jeweiligen Unternehmen geteilt und basierend auf dessen Datenschutzrichtlinie verwendet werden. Neben diesem Hinweis werden sowohl die Datenschutzrichtlinie von TikTok als auch die des Advertisers verlinkt. 

Pinterest

Botschaft für Groß und Klein: Du kannst alles sein

Pinterest ist eine virtuelle Pinnwand, auf der NutzerInnen Inspirationen zu einem breit gefächerten Themenspektrum entdecken, sammeln und organisieren können. Die Plattform konzentriert sich daher primär auf die individuellen Interessen der einzelnen NutzerInnen. Im vergangenen Monat startete Pinterest jedoch erstmals eine Marketingkampagne, die sich nicht an Privatpersonen, sondern an Marketer richtet.

Unter dem Titel „Sei das Nächste..“ möchte Pinterest das Agieren verschiedener Zielgruppen verdeutlichen und Advertiser in sechs Ländern ansprechen. Dafür rückt Pinterest ein entscheidendes Kriterium seiner NutzerInnen in den Fokus: 97 Prozent der Suchanfragen setzen sich innerhalb des Netzwerks aus allgemeinen Schlagworten zusammen und haben keinen Markenbezug. Insbesondere kleinere und verhältnismäßig unbekannte Unternehmen haben dadurch auf Pinterest eine echte Chance, um neben großen Brands wahrgenommen zu werden. Außerdem haben 85 Prozent der wöchentlich aktiven Pinner in den USA schon mal einen Kauf getätigt, zu dem sie durch den Content von Marken auf Pinterest angeregt wurden. Basierend auf diesen charakteristischen Verhaltensweisen von Pinnern lässt sich die Quintessenz der aktuellen Marketingkampagne zusammenfassen. Unternehmen können ihr Publikum auf Pinterest nicht nur erreichen, sondern zu genau dem werden, was die jeweilige Zielgruppe sucht – von der nächsten Inspiration bis zum nächsten Kauf.

Werbespot der aktuellen Marketingkampagne von Pinterest. | Quelle: YouTube

Und sonst so:

Zu recht gefürchtet oder halb so wild? iOS 14.5 Update veröffentlicht

Eine Sache, die im April von der gesamten Onlinewelt mit Spannung erwartet wurde und die auch uns sehr beschäftigt hat, war das iOS 14.5 Update. Nachdem zuvor lange gemunkelt wurde, wann genau die Software-Aktualisierung ausgerollt wird, bestätigte Apple schließlich den 26. April als offizielles Startdatum

Welche Auswirkungen das Update hat, könnt ihr hier in unserem Blogbeitrag von Björn nachlesen. Ihr seid eher der auditive Typ? Kein Problem, denn Björn und Max haben auch eine Podcastfolge zu dem Thema aufgenommen. Wenn ihr spezifische Fragen habt oder Unterstützung bei individuellen Problemen braucht, könnt ihr euch natürlich gerne bei uns melden. Wir bieten verschiedene Workshop-Pakete zum iOS 14.5 Update an. Kommt bei Interesse einfach auf uns zu!

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