Social Media Auslese Juli 2021

Was der Juli brachte: Reels können nun bis zu 60 Sekunden lang sein, TikTok spendiert seinen NutzerInnen sogar drei Minuten. Kurz: Videos stehen in der Welt von Social Media weiterhin hoch im Kurs! Einige neue Features kamen auch aus dem Facebook-Universum noch dazu und außerdem konnte endlich das Geheimnis um den starken Sog des TikTok-Algorithmus gelüftet werden.

Facebook

Was feierten wir im Juli den internationalen Emoji-Tag! 🥳 Die kleinen Icons bereichern einfach die Online-Kommunikation und bekommen deshalb nun auch von Facebook nochmal eine kleine Extra-Zuwendung mit einigen neuen Features.

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Wie Projecter-Geschäftsführer Steffen als Emoji aussehen würde!

Unter den Neuerungen findet sich eine Search-Bar, mit deren Hilfe wir die kleinen Monster über die Stichwortsuche finden können, anstatt uns durch das Verzeichnis zu klicken. Neu sind außerdem aktuelle Chat Themes für den Messenger, zum Beispiel zum aktuellen Film „Space Jam“. Was im ersten Moment banal klingt, kann in Zukunft eine lukrative Werbemöglichkeit sein. Werden die neuen Themes gut angenommen, könnten Sponsored Backgrounds eine spannende Werbefläche in der App werden. 

Habt ihr übrigens schon von Soundmojis gehört? Wie der griffige Name schon sagt, werden im Update nun einige Emojis im Messenger mit einem kurzen Ton hinterlegt. Facebook will damit das Audio-Erlebnis der App verbessern und greift mit den ausgewählten Sounds auch den einen oder anderen TikTok-Trend auf.

Zukunftsmusik?

Dan Levy, Vice President of Ads and Business Products, stellte uns im Juli seine Zukunftsvision des Giganten Facebook vor. Im Rampenlicht sollen in Zukunft kleine Unternehmen stehen, die vor allem im letzten Jahr Mühe hatten, erste Schritte im E-Commerce zu machen. Außerdem soll auch die Privatsphäre nicht-kommerzieller NutzerInnen umfassender geschützt werden. Wohin uns der schmale Grat zwischen verschärftem Datenschutz und personalisierter Werbung führt, bleibt abzuwarten. Sicher ist aber, dass Facebook immer noch mit dem neuesten iOS-Update und dem Datenverlust für Werbetreibende zu kämpfen hat und weiter nach einer Lösung sucht.

In Zukunft wird die Shop-Funktion auf Facebook und Instagram eine große Rolle spielen. Befeuert durch den langanhaltenden Lockdown ist der E-Commerce im letzten Jahr stark gewachsen und viele Unternehmen haben ihre Shops in den sozialen Netzwerken eingerichtet oder auf Vordermann gebracht. Das Shop(ping)-Erlebnis soll hier für beide Seiten, sowohl für NutzerInnen als auch für Unternehmen, weiter verbessert werden. Mehr zu Instagram Shopping und seinen bisher bestehenden Funktionen erfahrt ihr in unserem Instagram Shopping Guide

Instagram

Am Anfang war das Bild – die Zukunft ist das Video! Das verkündete Head of Instagram Adam Mosseri im Juli in einem … Video! Bewegtbilder performen aktuell deutlich besser als Stills – nicht zuletzt muss Instagram mit TikTok Schritt halten, die voll auf das kurzformatige Video setzen und damit einen beinahe revolutionären Trend im Social-Media-Universum auslösten.

Außerdem: Am Algorithmus wird fleißig geschraubt. Aller Voraussicht nach werden die getesteten Suggested Posts nun in den Feed integriert, um den NutzerInnen mehr Abwechslung und interessenbasierte Unterhaltung zu bieten. Auch Full-Screen-Videos könnten dann aus dem Reels-Tab in den News-Feed übersiedeln. Apropos Reels – in puncto Videolänge zieht Instagram hier nach und ermöglicht nun eine Dauer von 60 Sekunden.

Neues Story Feature

Während in den Reels vor allem der Sound im Mittelpunkt steht und für das trendige Feeling sorgt, konsumieren viele NutzerInnen Stories bereits ohne Ton. Automatisch erstellte und übersetzte Untertitel sollen hier Abhilfe schaffen. Für Marketers ist dieses Feature besonders in Hinblick auf internationales Influencer Marketing interessant. Creators aus verschiedenen Zielländern könnten nun auf einem Account einer internationalen Marke eingesetzt werden. 

Updates für Creators

Das neue Collab Feature für Creators erlaubt es zwei Accounts, einen gemeinsamen Post zu veröffentlichen und dadurch die Reichweite zu steigern. Im Influencer Marketing wird durch die zwei nebeneinander angezeigten Account Bubbles auch der Branding-Effekt verstärkt.

Für viele Influencer wird derweil das Geschäft auf Facebook und Instagram härter. Die sinkende organische Reichweite von Posts sowie die Abwanderung der NutzerInnen zu TikTok erschwert ihnen das Geschäft. Mit einem Monetarisierungs-Programm für Creator wirkt der Facebook-Riese dieser Entwicklung entgegen. Ob sich Influencer vom Netzwerk wirklich kaufen lassen, bleibt wohl abzuwarten.

TikTok

TikTok gibt seinen NutzerInnen seit Juli mehr Zeit. Die Kurzvideos können jetzt mit einer Länge von bis zu drei Minuten erstellt werden. Das gibt nicht nur Creators neuen Raum für kreative Ideen, sondern auch Unternehmen und Werbetreibenden.

#CareerTok

Mit einem Pilotprogramm will TikTok sich nun sogar als Recruiting-Plattform für international gefragte Unternehmen positionieren. InteressentInnen bewerben sich über den Hashtag #TikTokResumes mit einem kreativ umgesetzten Lebenslauf und erhalten die Möglichkeit auf eine Einstiegsposition.

Ob sich das Netzwerk wirklich als Bewerbungsplattform durchsetzen kann, sei mal dahingestellt. Zu beobachten ist aber, wie TikTok mit zahlreichen Maßnahmen versucht, den Sprung von einer reinen Unterhaltungsplattform in die Business-Welt zu schaffen.

Eine aktuelle Studie zeigt übrigens, dass die Ad Performance auf dem Überflieger-Netzwerk im Durchschnitt um 44% stärker ist als auf anderen Plattformen. Dieses Ergebnis lässt sich vermutlich auf das Full-Screen-Video-Format zurückführen. Beobachtet wurde dabei vor allem die emotionale Valenz und das Engagement. Anzeigen auf TikTok haben der Studie zufolge also eine höhere Relevanz für die NutzerInnen und bleiben deshalb auch besser im Gedächtnis. 

Was hinter dem Algorithmus steckt

Speaking of „relevante Inhalte“: Wie es die Plattform schafft, den NutzerInnen genau das zu zeigen, was sie sehen wollen, fand jetzt ein Team von JournalistInnen mit Hilfe von Bots heraus. Wichtige Kennzahl für den sagenumwobenen TikTok-Algorithmus ist neben der Interaktion vor allem die Verweildauer auf den Videos.

Das Geheimnis des starken Algorithmus liegt der Studie zufolge darin, dass die NutzerInnen mit besonders polarisierenden Inhalten getriggert werden, um ihre Interessen innerhalb von Minuten herauszufiltern. Die Folge: teils werden auch gefährliche Inhalte gezeigt, die besonders im nischigen Bereich durch die geringen Views nicht geprüft werden. Problematisch ist dabei, dass NutzerInnen oft nur schwer aus ihrer Nische herauskommen, denn der For-You-Feed wird zu 90-95% mit Vorschlägen gefüllt, die den herausgefilterten Interessen entsprechen. Über allem steht hier das Ziel, die Bildschirmzeit der UserInnen auf ein Maximum zu steigern.

Ein Risiko? Im Versuch führte diese Programmierung dazu, dass ein auf das Tag „Sadness“ ausgelegter Bot in einem Feed aus depressiven Inhalten versank. 

Und sonst so?

Beginnen wir vielleicht mit den Rising Stars von gestern: Der große Hype um Clubhouse hat sich in den vergangenen Monaten doch etwas gelegt. Wer immer noch neugierig ist, kann die App jetzt aber auch ohne Einladung testen und sich seine Meinung bilden.

Twitter stellt außerdem das erst im Herbst 2020 gelaunchte Story-Format Fleets wieder ein. Das Format floppte selbst nach einigen Anpassungen, so dass Twitter wieder Platz für neue Ideen schaffen will.

Tik Tok ist außerdem Content Partner der IAA Mobilitätsmesse in München. Auf diese Weise soll die junge Zielgruppe für das Thema der Mobilitätswende sensibilisiert werden. Praktisch, dass Marken hier auch gleich eine Bindung zu ihren KundInnen von Morgen aufbauen können!

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