Social Media Auslese Mai 2022

„Money, Money, Money“ 🎶 hieß es im Mai bei vielen Social-Media-Plattformen. Doch statt um Elon Musks nächsten Kauf aus der Portokasse ging es dabei um neue Möglichkeiten, mit denen Content-KreatorInnen Profit aus ihrer Arbeit schlagen können. Außerdem erfahrt ihr in unserer Auslese, warum WhatsApp für KleinunternehmerInnen wichtiger werden könnte, was TikTok für das Influencergeschäft plant und vieles mehr.

„Creators are the new currency for social media networks, with every platform now working to sweeten its deal in order to keep the top creative talent posting to their apps (…).“

Andrew Hutchinson, Content and Social Media Manager

Meta

Sie haben (Werbe)-Post!

Auf die Tasten, fertig, los! Meta wirft restriktive Messenger-Regeln für Firmen über Bord: Aktuell testet der Konzern eine neue Funktion, die Kleinunternehmen im Bereich Umsatz und Kundenbindung unterstützen soll. So will Facebook Unternehmen die Möglichkeit geben, Kampagnen mit Werbenachrichten über den Messenger an KundInnen zu verschicken. KundInnen können auch selbst auswählen, ob und von welchen Unternehmen sie Benachrichtigungen, z. B. über neue Aktionen, erhalten wollen.

Facebook-Werbenachrichten (Quelle: Meta for Developers)

Damit kommt die Meta Business Suite UnternehmerInnen entgegen, die sich oft eine bessere Lösung für die Kundenansprache gewünscht haben.

Marketing-Nachrichten in der Meta Business Suite (Quelle: Meta Newsroom)

Virtuelle Welten – noch virtueller?

Damit auch das Metaverse bald allen zur Verfügung steht, plant Facebook über die nächsten zwei Jahre hinweg die Veröffentlichung von vier neuen VR Headsets, mit deren hochauflösenden Bildschirmen NutzerInnen in die halb-virtuelle Welt eintauchen können.

Schnelles Geld für kurze Videos

Facebook hatte im Mai noch mehr zu bieten. Wer denkt, dass Reels ein Instagram-only-Format ist, der soll eines besseren belehrt werden. Der blaue Riese gibt Content-KreatorInnen mit einem Update des Reels-Play-Bonuprogramms neue Anreize, die Kurzvideos auch auf Facebook zu teilen. So sollen Challenges InfluencerInnen mit geringer Reichweite dazu verhelfen, schneller Geld verdienen.

Instagram

Unsere Meinung zum neuen Fullscreen-Feed

Alles glänzt so schön neu – oder doch nicht so schön? Instagram führt den Vollformat-Feed bei immer mehr UserInnen ein und die Meinungen darüber gehen weit auseinander. Was unsere Social-Media-ExpertInnen von Projecter davon halten, lest ihr hier.

Ein neuer Button für erfolgreichere Leads

Außerdem erweitert Meta auch seine Tools, um die Leadgenerierung für kleine Unternehmen zu vereinfachen. Die neuen Funktionen beinhalten unter anderem einen „Angebot einholen“-Button bei Instagram. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann dies im Meta Newsroom nachlesen.

WhatsApp

Let’s talk about: WhatsApp-Business-App

Seien wir ehrlich: Wer telefoniert in Zeiten von iMessage, WhatsApp, E-Mail & Co. noch gerne? Klar ist die Kommunikation über Telefon manchmal einfacher, schneller und wahrscheinlich mit weniger Missverständnissen verbunden, doch Generation Z kommuniziert lieber still und leise und Meta scheint darauf zu reagieren. Der Social-Media-Riese kündigt im Rahmen seiner nationalen Woche der Kleinunternehmen an, zukünftig die Erstellung der Ads zu vereinfachen, die einen WhatsApp-Chat starten.

Werbeanzeigen, die einen WhatsApp-Chat eröffnen (Quelle: Meta Newsroom)

Die Erstellung soll künftig schnell und direkt in der WhatsApp-Business-App möglich sein. Diese Erneuerung soll vor allem kleine Unternehmen unterstützen, einfacher mit KundInnen ins Gespräch zu kommen und zu wachsen.

Immer noch mit Kleinunternehmen im Hinterkopf startet Meta einen Test für eine weitere Funktion für WhatsApp, denn die Chat-App soll auch in das Postfach der Meta Business Suite integriert werden. Alle Unternehmen, die das Postfach nutzen, sollen in Zukunft die Möglichkeit haben, Direct Messages von Instagram, Facebook und WhatsApp gebündelt an einem Ort vorzufinden. Damit soll die Produktivität gesteigert und Zeit gespart werden.

WhatsApp im Postfach der Meta Business Suite (Quelle: Meta Newsroom)

TikTok

TikTok-Tinder? Vermittlung von Werbenden und InfluencerInnen

TikTok lässt sich immer wieder neue Wege einfallen, um sich von anderen Social-Media-Plattformen abzuheben, die Kreativität der Creator zu fördern und ihre Sichtbarkeit für Brands zu erhöhen. Das neue Branded Mission Tool steht unter dem Motto „Don‘t make Ads. Make TikToks“. Was darunter zu verstehen ist: Die Brands sollen die Kreativität der TikTokerInnen für ihre Ads nutzen. Dafür erstellt die Marke ein Briefing, welches den KreatorInnen zur Verfügung gestellt wird. Diese können selbst entscheiden, an welcher Branded Mission sie teilnehmen und wie sie die Story der Marke erzählen wollen. Die Marke wählt dann, welche TikToks sie am besten finden und pusht diese durch bezahlte Anzeigen.

Alle Beteiligten profitieren von diesem Programm. Die Brands lernen neue Creator kennen, die sie vielleicht noch nicht auf dem Schirm hatten. NutzerInnen, deren TikToks von den Marken ausgewählt werden, erhalten mehr Traffic und werden durch das Programm an den Werbeeinnahmen beteiligt. Eine kleine Beschränkung gibt es trotzdem, denn nicht jeder Creator kann am Programm Branded Mission teilnehmen. TikTokerInnen müssen mindestens 18 Jahre alt sein und mehr als 1.000 FollowerInnen haben.

Nur für geladene Gäste

Es gibt noch mehr News zu InfluencerInnen: Mit dem Live Subscription-Programm können NutzerInnen exklusiven Zugang zu den Livestreams ihrer TikTok-Stars erhalten, sich mit Subscriber Badges schmücken und ihren Lieblings-Creators in eigenen Subscriber Only Chats näher sein als sonst.

Woohoo! WooCommerce goes TikTok

Alle, die nicht nur die Produkte fremder Marken, sondern auch die eigenen Produkte mit Hilfe von TikTok-Videos vermarkten wollen, können sich freuen: Nach Pinterest hat nun auch TikTok die Integration von WooCommerce in seine Plattform bekannt gegeben. Während das Einbinden von Shopify bereits seit Ende 2020 möglich ist, folgt mit WooCommerce die Ergänzung eines großen E-Commerce-Marktes. Denn immerhin ist Woocommerce der drittgrößte Software-Provider für Online-Shopping in Deutschland und laut TikTok sagen 53 Prozent der TikTok-NutzerInnen, dass sie die Plattform als Inspirationsquelle empfehlen.

Ehre, dem Ehre gebührt

Wie keine andere aktuelle Social-Media-Plattform lebt TikTok von Trends. Dabei werden oft Audios oder Videos genutzt, um sie nachzustellen oder in einen neuen Kontext zu versetzen. Was dabei oft auf der Strecke bleibt, ist die Frage, woher der Originalsound oder das Originalvideo stammt. Mit der neuen Credit-Funktion sollen Creators bald kennzeichnen können, dass sie Videos von anderen Quellen genutzt haben und die UrheberInnen auch gebührend anerkennen. Gerade in Zeiten von Desinformationskampagnen und Urheberrechtsstreits ist das sicher keine schlechte Entwicklung.

TikTok-Credits (Quelle: TikTok)

Twitter

App-Anzeigen sind gekommen, um zu bleiben

Wer hier im Projecter-Blog regelmäßig mitliest, kann sich vielleicht daran erinnern, dass wir in der Social Media Auslese von Oktober 2021 über einen neuen Anzeigeplatzierungs-Test bei Twitter berichtet hatten. Nun gibt‘s das Ergebnis: Die Option Anzeigenplatzierung unter Tweet-Antworten bei allen App-Installationskampagnen sowohl für Android als auch für iOS bleibt. Werbetreibende bemerkten während der Testphase geringere Kosten pro Installation, mehr Downloads und mehr Impressionen.

Die Anzeige kann nach dem ersten Twitter-Kommentar auf Grundlage von erwähnten Schlüsselwörtern platziert werden. Somit soll sichergestellt werden, dass die Ads unter aktiven und relevanten Diskussionen erscheinen.

Interessant ist das neue Ad-Format auch für UserInnen: Es wurde bereits in den ersten Tests von Twitter bestätigt, dass die VerfasserInnen von Tweets selbst entschieden können, ob eine Anzeigenplatzierung möglich ist, und sie einen Teil der daraus resultierenden Einnahmen erhalten können. Dies soll vor allem für reichweitenstarke NutzerInnen ein Anreiz sein, mehr zu twittern. Zunächst ist die neue Ad-Platzierung nur für das Ziel „App-Installation“ verfügbar, doch Twitter berichtet, dass sie derzeit die Platzierung auch für andere Ziele wie „Reichweite“, „Videoaufrufe“ & Co. prüfen.

Twitt-fluencer gesucht!

Wie sollte es in dieser Auslese im Zeichen des Geldes auch anders sein: Twitter möchte Content-KreatorInnen zeigen, dass man nicht nur auf Instagram und TikTok gut verdienen kann. Auf der neuen Landing Page „Twitter Create“ präsentiert die Plattform Tipps für beliebte Content-Sparten und zeigt Twitt-fluencern Möglichkeiten auf, mit denen sie ihren Content verbessern, ihre Audience erweitern und ihren Geldbeutel füllen können.

Eurovision Tweet Contest 2022: Was abseits der Bühne passiert

Welche Macht Twitter bei Großevents haben kann, zeigen Daten aus UK zum Eurovision Song Contest 2022. Während UserInnen zu Themen wie Weihnachten oder Halloween nur zwischen 1,7 und 2,6 Tweets pro Person abgeben, waren es beim ESC ganze 4,4 Tweets pro User. Zwischen dem 18. und dem 22. Mai hat jeder zweite Twitter-User mindestens einmal zum ESC getweetet, 33% der UK-Twitter-NutzerInnen sogar 2-5 Mal. Das Learning: Twitter ist immer noch eine starke Plattform für Meinungsaustausch, besonders bei kurzen, aber populären Events. Hier thematische Beiträge zu platzieren, kann mehr Punkte erzielen als Deutschland beim ESC gewinnt …

Neue Feeds für eure Tweets: Auch Twitter könnte Fullscreen gehen

Außerdem, wie sollte es anders kommen, greift die „TikTok-isierung“ der Plattformen vielleicht auch bald auf Twitter über. Es kursieren bereits erste Screenshots eines neuen Feeds, der nicht nur im User Interface dem von Tiktok ähnelt, sondern auch mit dem Namen „For You“ sehr an die Videoplattform erinnert. Laut Twitter laufen die Tests bereits seit Dezember und werden nun immer weiter ausgerollt – wir bleiben gespannt, ob wir bald nur noch im 9:16-Format denken werden.

Snapchat

Ich bin ein Star, buch mich für Snapchat-Ads!

„Long Time no Snapchat“, denken sich jetzt sicherlich viele, aber die Social-Media-Plattform kommt mit einer interessanten Neuerung für Werbetreibende zurück.

Snapchat hat kürzlich seine Zusammenarbeit mit Cameo, einer Plattform für die Erstellung von Videos mit Prominenten, vorgestellt. Im Rahmen des Snap x Cameo Advertiser Program können Werbetreibende Promis, die bei Cameo registriert sind, nun direkt über Snapchat für die Erstellung einer kurzen Videoanzeige anfragen. Finden sich die richtigen KooperationspartnerInnen, kann dies für die Marke eine große Chance sein, da Werbung mit Prominenten eine höhere Chance hat, viral zu gehen. Das Werbeprogramm ist in den USA bereits gestartet.

Mit unserer Mai-Auslese schauen wir gespannt auf die neuen Entwicklungen im Social-Media-Marketing- und Social-Media-Advertising-Bereich: Wir sind besonders neugierig, welche Feed-Layout-Tests sich durchsetzen werden und ob die neuen Monetaritätsprogramme dazu führen werden, dass bald alle nur noch InfluencerInnen werden möchten. 📱✨ Ihr habt Fragen zum Influencer Marketing? Wir sind schon vorbereitet!

Über den Autor

Kurt Sauer
Junior Specialist Content & Creative
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