Stefan Elbinger

Tracking externer Links mit Google Tag Manager

Das Erfassen von Klicks auf Links, die zu Seiten außerhalb der eigenen Domain führen, kann für unterschiedliche Themen spannend sein. Sei es das Tracking von Klicks auf Affiliate-Links, um sie im eigenen Google-Analytics (GA)-Konto auswerten zu können, oder für Remarketing-Zwecke, um Nutzer wieder anzusprechen, die über bestimmten Links zuvor die eigene Seiten verlassen haben. Die Umsetzung ist mit Google Tag Manager (GTM) in wenigen einfachen Schritten möglich.

Was sind externe Links? Sind Ausnahmen möglich?

Als externe/ausgehende Links kann man alle URLs zählen, die zu Seiten verweisen, die nicht zur eigenen Domain gehören. Aber auch Ausnahmen sind möglich: in den Variablen-Einstellungen lassen sich externe Domains, aber auch Subdomains, von dieser Erfassung ausschließen. So sind zum Beispiel Zahlungsanbieter wie PayPal für dieses Tracking nicht unbedingt relevant.

Voraussetzungen

Als Voraussetzung für diesen Guide wird angenommen, dass bereits ein GTM-Konto besteht und der Container in die Webseite eingebaut wurde. Als Beispiel für das Erfassen von Klicks auf ausgehende Links dient ein Event-Tracking für Google Analytics.

Im Google Tag Manager

Damit ein Event-Tracking für externe Links für Google Analytics mit dem GTM funktioniert, werden drei Elemente benötigt. Der Google Analytics Tag, ein Trigger, der entsprechend externe Links erfasst, und eine benutzerdefinierte Variable.

Benutzerdefinierte Variable

Unter Variablen im GTM muss eine neue benutzerdefinierte Variable „Auto-Event-Variable“ erstellt werden. Die Vergabe eines sprechenden Namens hilft bei der Verwaltung des Containers. Als Variablen-Typ wählt man „Element URL“ und unter Component Type wird der Wert „Is Outbound“ eingestellt. Domains, die nicht als externe Links erfasst werden sollen, können im Feld Affiliated Domains durch Kommata getrennt hinterlegt werden. Das können zum Beispiel Domains von Zahlungsanbietern (bspw. PayPal.com) sein, die der Nutzer im Checkout-Prozess besucht, um den Kauf abzuschließen. Aber auch Subdomains der eigenen Webseite können hier hinterlegt werden.

Die Variable nimmt den Wert „true“ an, wenn Links zu einer externen Seite führen. Bei internen Links oder Links zu Domains im Feld Affiliated Domains nimmt die Variable den Wert „false“ an.

Screenshot der Variablen Konfiguration im Google Tag Manager

Trigger für externe Links

Der zu wählenden Trigger-Typ ist “Click – Just Links”. Wichtig ist die Einstellung „Some Link Clicks“ und die Bedingung: Variable „Externe Links“ equals true. Zusätzlich kann der Haken bei „Wait for Tags“ gesetzt werden. Damit ist es möglich, eine Zeitspanne einzustellen, die dem Browser Zeit gibt, die Tags zu verarbeiten und die Informationen an Google Analytics zu senden, bevor der Nutzer zur externen Seite weitergeleitet wird.

Diese Einstellung sollte getestet werden, um die Nutzererfahrung nicht zu beeinträchtigen. Eine zu kurze Zeit kann dazu führen, dass die Tags nicht verarbeitet werden können, bevor der Nutzer weitergeleitet wird. Eine zu lang eingestellte Zeitspanne kann zu Wartezeiten für den Nutzer führen. Zusammen mit der „Waiting for Tags“-Einstellung muss angegeben werden, wo überall Klicks auf der Webseite berücksichtigt werden sollen. Im gezeigten Beispiel soll das überall passieren. Entsprechend ist die Einstellung: Page URL machtes RegEx .* zu wählen.

Screenshot des Google Tag Managers

Google Analytics Event Tag für externes Link Tracking

Zu guter Letzt muss noch der GA-Tag angelegt und der Trigger zugewiesen werden. Event-Kategorie, -Aktion und -Label sollten passend zur bereits vorhanden Ereignis-Struktur im GA Konto gewählt werden. Eine Möglichkeit könnte sein:

Kategorie: externe Links

Aktion: {{Click Text}}

Label: {{Click URL}}

Das Ereignis sollte als Non-Interaction-Hit definiert werden, um die Bounce-Rate nicht zu beeinflussen.

Testen

Bevor die neue Containerversion von GTM veröffentlich wird, empfiehlt es sich, die Änderungen mit der Vorschaufunktion des GTM zu testen. Diese ermöglicht es, genau zu überprüfen, ob an der gewünschten Stelle der Tag korrekt gefeuert wird. Zusätzlich kann man in den Liveberichten der Google Analytics Property überprüfen, ob die Ereignisse bei Klicks auf externe Links korrekt einlaufen.

Laufen die Ereignisse wie gewünscht ein, kann die neue Containerversion veröffentlicht werden. Dabei darf nicht vergessen werden, der neuen Version eine genaue Beschreibung zu geben, damit man später nachvollziehen kann, welche Änderungen in dieser Version vorgenommen wurden.

Zusammenfassung & Möglichkeiten

Die Auto-Event-Variable bietet mit Board-Mitteln des Tag Manager die Möglichkeit, Klicks auf externe Links zu erfassen. Das kann für alle externen Links genutzt werden, aber natürlich auch ganz speziell nur auf ausgesuchte Links (z.B. Affiliate-Links).

Mit dem gezeigten Beispiel kann man die Informationen mittels Ereignisse in Google Analytics auswerten. Der angelegte Trigger kann aber für alle erdenklichen Tags genutzt werden, z.B. für Remarketing mit Google Ads oder Facebook.

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