Affiliate Auslese Oktober 2019

geschrieben am in der Kategorie Affiliate Marketing von

Amazon und der Weg zum Content-Ratgeber. Super, oder? Nicht ganz, denn in der Affiliate-Welt könnte der eine oder andere Partner in die Röhre schauen und von der Entwicklung des E-Commerce-Riesen wenig begeistert sein. Andere wiederum können sich freuen. Wer ist nun wer?

Neuigkeiten aus der Branche

Amazon, der Drang zum Content-Ratgeber und Onsite Affliates

Es gibt Neuigkeiten beim E-Commerce-Riesen Amazon: Auf search-one.de berichtet Kai vom neuen Onsite Associate Program, das nun auch seit kurzem in Deutschland gestartet ist. Klingt fancy, doch was hat Amazon damit vor? Nunja, Amazon will damit nichts Geringeres erreichen, als hochwertige, redaktionelle Inhalte direkt auf der eigenen Plattform einbinden. Diese Inhalte, wie bspw. Ratgeberartikel oder Testberichte, tauchen nicht nur in der Google-Suche, sondern auch in der internen Amazon-Suche bei ausgewählten Keywords auf. Klingt natürlich logisch – mehr (kostengünstige) Inhalte auf der Plattform heißt, dass Nutzer länger auf dieser verweilen bzw. über diese auf Amazon kommen. Qualitativ hochwertiger Inhalt heißt, dass dank des Mehrwerts die Kaufwahrscheinlichkeit gesteigert werden kann. Insgesamt also ein dickes Plus für Amazon, das die Umsätze nach oben treiben könnte.

Auf der US-Version sieht man schon beispielhafte Einbindungen:

Abb. 01: Screenshot auf amazon.com. Bei der Suche nach „printer“, erscheint als erstes organisches Ergebnis nach dem Sponsored Content.

Doch was hat das nun mit Affiliates zu tun? Ein Blick auf die Monetarisierung der Inhalte verrät, dass die Publisher in den Artikeln mit Affiliates Links arbeiten. Das heißt, dass diese ausgehend vom Inhalt direkt auf Produkte verlinken und bei Kaufabschluss auf CPO-Basis am Erfolg beteiligt sind. Klingt doch super! Klar, die Partner, die den Weg ins Amazon Onsite Associate Program schaffen freuen sich, denn aktuell ist dies nur via Einladung möglich. Die anderen Partner dürften jedoch eher verstimmt sein. Hintergrund ist, dass deren Traffic, der z.B. via externer Blogs, Ratgeberseiten oder Preisvergleichen generiert wurde, Gefahr läuft, durch die Onsite Affiliates überschrieben zu werden. Und das könnte wiederum zu folgender Spirale führen: Weniger Provisionen bei gleichbleibendem Traffic bedeutet (logischerweise) weniger Einnahmen. Weniger Einnahmen machen das Programm für Affiliates weniger lukrativ, weshalb sich diese sodann nach anderen Partnern umschauen könnten. Wohlgesagt könnten – denn es ist noch nicht klar, welche Auswirkungen die Onsite Affiliates auf die Customer Journey und somit die Vergütung nehmen. Bleibt abzuwarten, wie sich das im Affiliate Marketing Kosmos bei Amazon entwickelt.

Awin Telco & Services Day

Nachdem im März bereits der Awin Travel Day stattgefunden hat (hier geht’s zu unserem Recap), fand am 24. Oktober in Berlin, genauer gesagt in der Villa Elisabeth, das Pendant für die Telekommunikations-, Versicherungs- und Energiebrache statt – der Awin Telco & Services Day. Neben vielen Vorträgen, die u.a. die Themen Tracking (ITP lässt grüßen), Attribution sowie die Entwicklung in den jeweiligen Branchen behandelten, stand im Anschluss – wie so oft üblich – das Networking auf dem Programm, wo sich Advertiser, Agenturen und Publisher sowie Awin-Mitarbeiter austauschen konnten.

Holiday Intelligence Report von CJ

Neben Awin meldete sich auch CJ im Oktober zu Wort und veröffentlichte den Holiday Intelligence Report. Dieser befasst sich mit der anstehenden Weihnachtssaison und beleuchtet dabei u.a.:

  • Trends und bisherige Auswertungen
  • die (steigende) mobile Entwicklung in der Branche
  • Publisher Modelle sowie deren Anteil während der Weihnachtssaison
  • To-Dos, die im Zuge der kommenden Wochen nicht vergessen werden sollten

Die KollegInnen von affiliateblog.de haben sich den Report genauer angeschaut – hier geht’s zur ausführlichen Auflistung.

Tradedoubler wagt den Sprung in die Hauptstadt

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei – und so folgt auf Awin und CJ nun Tradedoubler. Zusätzlich zum Standort öffnet das Netzwerk, das in diesem Jahr seinen 20-jähriges Bestehen feiert, einen zweiten Standort in Berlin, um so noch näher am Online Marketing Hotspot Berlin zu sein. Eine interessante Entwicklung, denn neben Tradedoubler haben sowohl Webgains als auch retailAds weitere Standorte in München eröffnet.

Affiliate Conference und Affiliate Networkxx am 11. November

Nicht mehr lange hin und das „Who is Who“ der Affiliate Marketing Branche trifft sich in München anlässlich der (bereits voll ausverkaufen) Affiliate Conference sowie der anschließenden Affiliate Networkxx. Im Zuge dessen haben wir uns mit Malte Hannig von xpose360 ausgetauscht und über Trends, Entwicklungen und Gefahren im Affiliate Marketing gesprochen. Hier geht’s zum lesenswerten Interview.

Und wir wollten noch Abschied nehmen …

Wie in den vorherigen Auslesen bereits mehrfach erwähnt, ist die affilinet Plattform zum 30.09.2019 endgültig geschlossen worden. Programme, die bis dahin nicht auf Awin migriert wurden oder eine Vereinbarung unterschrieben haben, sind pausiert. Die noch nicht validierten Transaktionen bei affilinet sind zu Awin übertragen worden. Noch bis zum 28. Februar 2020 können sich Advertiser und Publisher bei affilinet einloggen und Daten herunterladen. Mehr Informationen finden sich hier.

Publisher

Tools zur Bildkomprimierung

In seinem Blog selbststeandig-im-netz.de befasst sich Peer mit dem Thema Bild-komprimierung, die, falls nicht adäquat vorgenommen, die Ladezeit einer Webseite ins unermessliche steigern und somit die Freude am Surfen trüben kann. Vier Tools werden von Peer empfohlen:

  • Squoosh
  • TinyPNG
  • Compressor
  • Imagify

Dabei hat jedes Tool seine Vor- und Nachteile – wichtig ist jedoch, und das unterstreicht Peer nochmals, dass überhaupt ein Tool genutzt wird. Denn jedes noch so kleine Byte, das gespart werden kann, ist ein Byte, das weniger übertragen werden muss.

Tipps zum Video Hosting

Nachdem es im vorherigen Beitrag ja schon um Fotos ging, springen wir zum Bewegtbild. Peer hat sich in einem weiteren Beitrag auf Videos gestürzt und gibt Tipps sowie Tricks für das richtige Video Hosting auf der eigenen Website.

Anstelle von eigenen Playern, die natürlich viele Einstellungen ermöglichen, ist Peer ein Verfechter von nativen HTML 5 Playern, die ohne große Anpassungen in den Browsern funktionieren. YouTube ist im Zuge der DSGVO kritisch zu betrachten und kann Pixelbrei produzieren – was vor allem bei liebevoll erstellten Videos in hoher Auflösung eher demotivierend ist. Per se ist YouTube aber kein Video Hoster. Es ist vielmehr eine Plattform für alle, die nicht vorsieht, dass Videos nur für die eigene Website hochgeladen werden. Allgemein mag YouTube praktisch sein, aber nicht unbedingt sinnvoll. Als Alternativen nennt Peer Vimeo und Wistia, die zwar in der Premium-Version kostenpflichtig sind, jedoch auch ein Plus an Leistung und Möglichkeiten bieten.

Mit Blogs Geld verdienen

Die Überschrift lässt es ja bereits erahnen – in diesem Artikel geht es vor allem um Blogger und deren Möglichkeiten, mit ihrem Blog Geld zu verdienen. Neben einer kurzen Einführung ins Affiliate Marketing inklusive eines Abstechers in die Welt der Abrechnungsmöglichkeiten geht’s auch schon um die Zielgruppe, Nische sowie den Inhalt, der relevant ist. Ein weiterer wichtiger Punkt: das richtige Programm zu finden. Denn ohne das passende Programm ist es schwierig, den liebevoll erstellten Inhalt zu vermarkten. Da wir gerade beim Thema Inhalte und Blogs sind – wie kann ein Blogbetreiber motiviert bleiben, um weiterhin qualitativ hochwertige Inhalte zu erstellen? Neben dem finanziellen Aspekt sollte die Leidenschaft sowie der Spaß am Thema an oberster Stelle stehen. Wenn etwas Spaß macht, dann wirkt sich das auf die Qualität aus. Diese Qualität merken auch die Leser, die länger auf der Seite verweilen und den Inhalt als sinnvoll ansehen. Unabhängig davon: Stress darf nie in Distress münden, der einem im Weg steht. Auszeiten und Rücksicht auf die eigenen Person können die Lösung sein.

Merchants

Interview mit Simon Gall von Black-Friday.de

Nicht mehr lange hin, dann ist… nicht Weihnachten, sondern der Black Friday. Was vor wenigen Jahren ein noch eher unbekannter „Shoppingtag“ war, hat sich mittlerweile zu einem fest etablierten Tag (oder eher Woche) entwickelt. Im letzten Jahr sorgte eine Markeneintragung der Begrifflichkeit „Black Friday“ für Furore, weshalb viele Werbetreibende eher zurückhaltend in der Kommunikation agierten. Im Publisher-Interview auf unserem Blog erzählt Simon Gall, der Gründer und Betreiber der Website Black-Friday.de, welche Auswirkung die Markeneintragung einer in Hong Kong ansässigen Firma hatte, wie er dagegen vorging, warum kein Advertiser den Black Friday verpassen sollte und weshalb der Singles Day nicht ganz an den Black Friday rankommt (zumindest aktuell). Hier geht’s zum Interview.

Umgang mit bezahlten Suchanzeigen im Partnerprogramm

In vielen Partnerprogrammen finden sich oftmals restriktive Vorgaben, wie mit Paid Search, d.h. mit bezahlten Suchanzeigen bzw. Partnern, die diese nutzen, umzugehen ist. Die KollegInnen von AMNavigtor setzen sich mit diesem Thema dezidiert auseinander und stellen sich den folgenden Fragen:

  1. Möchte ich bezahlte Suchanzeigen zulassen oder nicht?
  2. Dürfen Affiliates auf meine Marke buchen?
  3. Dürfen Affiliates auf meine Marke in Kombination mit weiteren Keywords buchen (Marke + Gutschein, Marke + Wettbewerber)?
  4. Dürfen Affiliates direkt auf den Advertiser verlinken?
  5. Kann die Nutzung von negativen Keywords vorgeschrieben werden?
  6. Welche Angaben können für die Landing-Page vorgeschrieben werden?

In den von uns betreuten Programmen ist das Thema bezahlte Suchanzeigen eher kritisch gesehen – das heißt jedoch nicht, dass wir es komplett ausschließen. Um den Warenkorb mit dynamischen Gutscheinen zu erhöhen oder um mit Hilfe von SEA-Affiliates den Longtail stärker abzudecken, kann das Vorgehen natürlich auch gelockert werden. Wichtig ist, dass vorab eine transparente Kommunikation erfolgt und genau festgehalten wird, was erlaubt ist und was eben nicht erlaubt ist. Eine vollumfängliche Freigabe der bezahlten Suchanzeigen können wir jedoch nicht empfehlen.

20 Fehler im Affiliate Marketing

Die KollegInnen von AMNavigator widmen sich in ihrem Artikel den Top 20 Fehlern, die im Affiliate Marketing auftreten können. Dabei unterscheiden sie zwischen Problemen beim

  • Setup: Schlechte Netzwerkauswahl, minderwertige Advertiser-Website, geringe Provisionsraten und Cookie-Laufzeiten
  • Management: Mangelnde Partnerfreigabe, keine Reaktivierung der Partner, keine Kontrolle der Aktivitäten, minderwertige Werbemittel, späte Freigabe der Sales bzw. Leads
  • Kommunikation: Mails und Telefonate ohne Inhalt, keine Antworten auf Anfragen, zurückhaltende und unpersönliche Kontaktaufnahmen

Das Wichtigste wie gehabt: Fehler dürfen passieren (denn vom Richtigmachen lernt man ja auch nicht viel). Wichtig ist nur, dass Fehler analysiert und ausgemerzt werden. Viele der genannten Punkte lassen sich mit relativ wenig Aufwand vermeiden.

Thementipps für November:

  • 09.11.: 30 Jahre Mauerfall
  • 11.11.: Beginn der Karnevals- bzw. Fastnachtzeit
  • 11.11.: Singles Day
  • 19.11.: Welttoilettentag (ja, den gibt es in der Tat!)
  • 21.11.: Welttag des Fernsehens
  • 29.11.: Black Friday
  • 30.11.: Stichtag KFZ-Versicherung

Wer keinen Termin mehr verpassen möchte, sollte sich unseren Online Marketing Kalender für 2019 direkt in sein Kalender-Tool importieren.

Johannes ist im Oktober 2014 als Trainee im Projecter-Team aufgenommen worden. Seit er 2018 die Leitung des Affiliate-Marketing-Kanals übernommen hat, fokussiert er sich auf die strategische Weiterentwicklung des Kanals und hält stets Ausblick nach neuen Publisher-Modellen, die den Marketing-Mix unserer Kunden an der richtigen Stelle ergänzen. Während seines BWL-Studiums hat er bereits erste Erfahrungen im Online-Marketing gesammelt. In mehreren Praktika konnte Johannes schon in die Tiefen von Google Ads, Microsoft Advertising & Co. abtauchen und seine Kenntnisse weiter ausbauen.

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