SEO Auslese Mai 2019

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Im Mai aktualisierte Google mal wieder kräftig seine Suchergebnisse: Google Jobs ist gestartet, Podcasts werden nun direkt angezeigt und die mobile Suche wurde optisch überarbeitet. Zudem erhielten die Google Quality Rater Guidelines ein Update, das für SEOs in den kommenden Monaten sehr relevant werden dürfte.

News der Suchmaschinen

Google Jobs Deutschland ist da!

Nach einigen Wochen in der Testphase ist Google Jobs nun auch in Deutschland gestartet. Bei Suchanfragen wie „Jobs in meiner Nähe“, „Stellenanzeige Affiliate Manager“ oder „Online Marketing Job Leipzig“ listet Google nun direkt Stellenausschreibungen in den Suchergebnissen auf. Dies gilt auch für Suchanfragen nach Ausbildungsplätzen.

Google Jobs Deutschland

Google Jobs in Deutschland. Screenshot: Google

Dabei arbeitet Google mit zahlreichen bekannten Job-Portalen, Verlagshäusern und Online-Portalen wie Xing oder LinkedIn zusammen. Website-Betreiber können mittels strukturierter Daten Google auch direkt Informationen zu offenen Jobangeboten in ihren Unternehmen zur Verfügung stellen, die dann von Google Jobs mit aufgegriffen werden können.

Update der Google Quality Rater Guidelines

Nach über einem Jahr hat Google seine Quality Rater Guidelines aktualisiert. Die Version aus dem Vorjahr, die wir euch in diesem Artikel ganz genau vorstellen, wurde dabei nicht grundlegend neu verfasst, sondern vielmehr an einigen Stellen umformuliert, wobei Google vor allem einige Gewichtungen angepasst hat.

So scheint Google nun (noch) mehr Wert auf die Seitenqualität zu legen und setzt nicht mehr auf EAT (= Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness). Die Quality Rater werden nun an verschiedenen Stellen darauf hingewiesen, eher auf die Seitenqualität zu achten und nicht zu sehr auf die Expertise. Dies gilt vor allem für Seiten, die nicht dem „Your Money Your Life“-Bereich stammen – also alle Seiten, die sich nicht direkt mit Themen wie Recht, Gesundheit und Finanzen beschäftigen. So schreibt Google:

Specifically for content creators, everyday expertise can be assessed based on the talent/skill level depicted in the MC (e.g., great hair¬styling advice, painting/crafting abilities, skillful home/DIY work, etc.). In cases where the content creator is not demonstrating formal or everyday expertise but is not doing any harm, Medium is an appropriate rating.

Autoren für alltägliche Themen müssen also nicht ihre Expertise explizit unter Beweis stellen. Es sollte hier vom Inhalt her erkennbar sein, ob der Autor weiß, worüber er schreibt oder ob dies nicht der Fall ist. Google bringt hier das Beispiel Haarstyling an: In einem Artikel über Haarstyling-Tipps sollte recht einfach erkennbar sein, ob sich der Autor auskennt oder nicht. Dies müsse nicht noch einmal zusätzlich unter Beweis gestellt werden. Auch bei der Bewertung des Need-Met-Ratings – also ob der Inhalt einer Landingpage die Suchintention des Nutzers erfüllt – legt Google nun vor allem Wert auf die Seitenqualität.

Spannend ist, dass Google nun explizit Interstitials im Abschnitt „Distracting Ads / SC“ aufgreift. Diese Form von Werbung, die vor allem auf mobilen Endgeräten eingesetzt wird und den Besuch der Website kurz unterbricht, sollte laut Google einfach zu schließen sein, damit es keine schlechte Nutzererfahrung gibt. Die aktualisierte Version der Google Quality Rater Guidelines ist auf dieser Seite zu finden.

Versteckte Inhalte hinter Tabs werden nicht für Snippets genutzt

Nutzt eine Website ein responsives Design und platziert dabei für mobile Endgeräte Inhalte auf Tabs, kann Google diese Inhalte komplett crawlen und indexieren. Google zählt dies nicht unter versteckte Inhalte, sondern erkennt, dass bestimmte Inhalte aufgrund des Platzmangels auch erst durch einen Klick angezeigt werden können.

Diese versteckten Inhalte nutzt Google jedoch nicht für die Snippets. Hierbei greift die Suchmaschine nur auf Informationen zurück, die ohne weitere Klicks auf der Landingpage zu sehen sind. Sollen Inhalte beispielsweise für Featured Snippets aufbereitet werden, sollten diese nicht in Tabs eingebunden, sondern direkt aufrufbar sein.

Search Console bekommt wieder neue Berichte

Die Search Console wurde um einige neue Berichte rund um das Thema strukturierte Daten erweitert:

  • Berichte über fehlerhafte strukturierte Daten (enthält Informationen über strukturierte Daten, die zwar vorhanden sind, von Google jedoch nicht verarbeitet und demnach auch nicht angezeigt werden können)
  • Berichte zur korrekten Verwendung des Logo-Markups
  • Berichte zur korrekten Verwendung des Markups für Sitelinks-Suchboxen

Zudem zeigt nun auch das URL Inspection Tool an, ob es auf den überprüften URLs Probleme mit strukturierten Daten gibt.

Podcast-Folgen nun direkt in den Suchergebnissen

Googles Suchergebnisse zeigen nun auch direkt Podcasts an. Dabei sind Podcasts nicht nur über ihre Beschreibung oder den Titel auffindbar, denn Google transkribiert automatisch die Inhalte, wenn diese bei Google Podcast eingestellt werden. Somit können auch die besprochenen Inhalte durchsucht und relevante Podcasts angezeigt werden. Klickt man den Podcast in den Suchergebnissen, wird dieser über Google Podcast abgespielt.

Um Google bei der Indexierung der eigenen Podcasts zu unterstützen, können auch entsprechende strukturierte Daten genutzt werden.

News der Suchmaschinen kurz & knapp

  • Neue Video-Reihe von Google: Google räumt ab sofort mit den häufigsten Mythen aus der SEO-Welt auf.
  • Neue Version der Page Speed Insights: Version 5 des Tools bringt nicht nur ein neues Design mit sich, sondern hat auch einige Faktoren in der Bewertung der Seitenladezeit angepasst. Dadurch können bestehende Tests nun andere Ergebnisse liefern.
  • WordPress-Empfehlungen in den Page Speed Insights: Erkennt Google bei den Tests eine WordPress-Installation, werden bei den aufgefundenen Problemen direkt auch einige Plugins oder WordPress-Hilfeseiten empfohlen, um die Probleme zu beheben.
  • Neue Version des Google-Bots: Googles Crawler verwendet nun immer die aktuellste Chromium-Version. Damit können nun vor allem auch JavaScript-Inhalte deutlich besser von Google verarbeitet werden.
  • Mobile-First-Index ab 1. Juli Standard: Ab Juli wird Google automatisch alle neuen Websites direkt in den Mobile-First-Index aufnehmen. Mobile Optimierungen für neue Projekte werden damit immer wichtiger.
  • Erneut Indexierungsprobleme bei Google: Nachdem es im April schon größere Probleme in der Google Search Console gab, war Google auch im Mai nicht vor Störungen sicher: Immer mal wieder gab es kurzzeitig Probleme bei der Indexierung neuer Seiten. Diese wurden jedoch zeitnah behoben.
  • Neue Ansicht der mobilen Google-Suche: In den mobilen Suchergebnissen zeigt Google zum jeweiligen Ergebnis nun auch das Favicon und den Namen der Website an. Sollte die Website Breadcrumbs unterstützen, werden auch diese mit angezeigt.
  • Google arbeitet an einem Bericht zu den Ladezeiten: Der neue Bericht für die Search Console befindet sich aktuell noch in der Beta-Phase und soll Seiten in die drei Kategorien schnell, mittel und langsam einteilen. Zu jeder URL soll der Bericht dann detailliertere Informationen bereithalten.
  • Voice Search ist (noch) nicht wichtig: Angesprochen auf Berichte zur Voice Search in der Google Search Console meinte John Müller, dass sich das Search Team aus seiner Sicht auf andere Baustellen konzentrieren solle. Ein separater Bericht zur Voice Search sei aktuell noch nicht relevant für Webmaster.
Mobile Suche Design-Update

Die neuen mobilen Suchergebnisse. Screenshot: Google

Local SEO News

Google My Business bald im neuen Design?

Google scheint an einem neuen Design für Google My Business zu arbeiten. Wie ein Nutzer des Local-Search-Forums entdeckt hat, schraubt Google gleich an mehreren Punkten. So soll es künftig möglich sein, das Cover-Foto ganz einfach zu ändern. Es gibt zudem eine neue Navigation im Home-Bereich, mit der man ganz schnell zu den Insights, Fotos, Posts und Bewertungen gelangt.

Des Weiteren soll es einen Navigationspunkt geben, der dem Unternehmen das Nutzen der GSuite-Dienste vereinfacht. Ob und wann das neue Design ausgerollt wird, ist derzeit noch unbekannt.

Diese Statistiken lassen Local SEO nicht im Regen stehen

Greg Sterling, ein Experte für Local SEO, präsentiert in seinem aktuellen Artikel Statistiken, um die Relevanz von Local SEO zu beweisen. Er mahnt, dass diese Art von Suche immer noch viel zu unterpräsentiert sei und sich Unternehmen dadurch viel Umsatz entgehen lassen. Hier die spannenden Zahlen aus seiner Untersuchung:

  • Nur 11 % sind online-only- und nur 12 % offline-only-Shoppers. Der restliche große Anteil ist die Mischung aus beidem (USA, 4200 Befragte).
  • 97 % der Käufer schauen sich vor dem Kauf die Online-Bewertungen an.
  • 86 % schauen sich vor allem die Bewertungen aus den lokalen Suchergebnissen an.
  • Der Anteil an lokalen Suchanfragen bei der mobilen Suche ist umstritten. Schätzungsweise liegt dieser zwischen 20 % und 40 %. Googles CEO meinte 2018, dass im Laufe des letzten Jahres die Zahl der Anfragen mit lokaler Intention um 50 % gestiegen sei.
  • 75 % von „Near me“-Suchanfragen führen innerhalb der nächsten 24 Stunden zu einem Besuch im Store.
  • Mehr als 70 % aller Brand-Anfragen auf Facebook sind lokal. Für jeden Standort eine eigene Facebook-Seite zu haben, kann daher durchaus sehr relevant sein.
  • Unter allen Voice Search-Suchanfragen liegt die Suche nach einem Geschäft auf Platz 3.

Branchen Insights

Fünf Tipps, wie man die Konkurrenz noch analysieren kann

Kameron Jenkins gibt in ihrem Artikel für das SEJ fünf grundlegende Tipps, wie man die eigene Konkurrenz noch analysieren kann.

  1. Zunächst sollten die Top-10-Rankings der Konkurrenten aufgelistet werden, für die man selbst noch nicht oder schlechter rankt.
  2. Die Suchbegriffe der Konkurrenz sollte man sich genauer anschauen. Wie sind die Seiten für die jeweiligen Keywords inhaltlich aufgebaut? Werden die Suchintention aufgegriffen und die Erwartungen erfüllt? Falls nicht, hat man hierbei eine gute Grundlage für die eigene Inhaltserstellung, bei der die Suchintention besser erfüllt wird.
  3. Ebenfalls sollte man sich die Paid-Keywords der Konkurrenten anschauen, um für diese organisch zu ranken. SEA bediene häufig nur ein Verhalten im Lower Funnel. Oft können solche Paid-Keywords zu Suchanfragen mit informeller Intention umgewandelt werden.
  4. Große Content-Projekte wie E-Books oder Webinare benötigen häufig sehr viel Zeit und Arbeit. Jenkins geht davon aus, dass Unternehmen diese größeren Projekte nicht ohne Grund in Angriff nehmen. Hat ein Konkurrent zu einem bestimmten Thema beispielsweise ein Webinar oder E-Book erstellt, könne man dies nutzen, um eigene Themen zu erschließen.
  5. Durch eine inhaltliche Analyse der Konkurrenz lassen sich Ansatzpunkte für eigene Inhalte finden. Welche Themen werden bei den optimierten Inhalten der Konkurrenz noch angesprochen? Diese Keyword-Ideen lassen sich im Idealfall für eigene optimierte Inhalte aufbereiten.

5 Hacks für erfolgreiches Amazon-Ranking

Auf der diesjährigen Online Marketing Rockstars stellte Amazon-SEO-Expertin Annemarie Raluca Schuster fünf spannende Hacks für mehr Erfolg auf Amazon vor, die jeder Händler aufgreifen kann:

  1. Herausfinden, wonach die Nutzer suchen: Wie auch bei Google muss auf Amazon herausgefunden werden, wonach die Nutzer eigentlich suchen. Sie empfiehlt hierfür das Tool Amalyze. Dabei spielen für die Suchbegriffe zwei Faktoren eine wichtige Rolle: Wie häufig wird das Keyword gesucht und wie relevant ist es für mein Produkt?
  2. Der Bestseller-Rank ist nicht zwingend relevant: Da Amazon keine genauen Infos zum Suchvolumen herausgibt, bekam mit der Zeit der Bestseller-Rank eine zunehmende Bedeutung. Das ist jedoch nicht immer hilfreich, da andere Faktoren deutlich wichtiger sind. Ein guter Bestseller-Rank in einer schlecht ausgewählten Kategorie kann beispielsweise weniger erfolgreich sein als eine schlechtere Platzierung in einer sehr gut passenden Kategorie.
  3. Die richtigen Haupt-Keywords müssen gefunden werden: Hier sollten vor allem die Konkurrenz-Rankings genauer unter die Lupe genommen werden, wobei man sich nicht nur auf die vordersten Plätze konzentrieren sollte. Je mehr Konkurrenzprodukte verglichen werden, desto genauer kann die eigene Zielgruppenansprache verbessert werden.
  4. Die Wahl der richtigen Kategorie ist entscheidend: Hierbei sollte man die Liste der vorhandenen Kategorien genau durchgehen. Im Zusammenspiel mit den ausgewählten Haupt-Keywords kann die Wahl der richtigen Kategorie zu einer guten Sichtbarkeit führen. Mit Tools wie Amalyze lässt sich auch überprüfen, ob die ausgewählte Kategorie zu den eigenen Produkten passt.
  5. Die aktuellen Rankings analysieren: Für die Produktoptimierung sollten auch die aktuellen Rankings genauer angeschaut werden. Sind hier Suchbegriffe dabei, für die man gar nicht gefunden werden möchte, sollte das Produkt dementsprechend angepasst werden.

Branchen News kurz & knapp

 

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Michael startete im Juni 2018 bei Projecter und betreut aktuell als Specialist Kunden im SEO-Bereich. Sein Fokus liegt dabei auf den Bereichen technisches SEO, Wordpress-SEO und Web Analytics. Hier betreut er Kunden aus unterschiedlichsten Branchen wie den Zoo Leipzig oder Lavazza Professional.

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