SEO Jahresrückblick 2022: alles etwas nutzerfreundlicher

Das SEO-Jahr 2022 neigt sich dem Ende entgegen und rückblickend lässt sich feststellen: es war vergleichsweise ruhig. Dennoch gab es einige spannende Entwicklungen, auf die wir noch einmal für euch zurückblicken – „alles etwas nutzerfreundlicher“, könnte man es zusammenfassen.

In der SEO-Welt ist eigentlich immer etwas los. Entweder testet Google ein neues Feature, passt die hauseigenen Tools an oder veröffentlicht ein großes Update – oder macht alles gleichzeitig. Das war auch 2022 der Fall, aber irgendwie alles etwas ruhiger. Die große Änderung, die unsere Branche eine ganze Weile beschäftigten würde, gab es irgendwie nicht. Zumindest nicht in Deutschland. Bei einer sonst sehr turbulenten Lage außerhalb der SEO-Welt ist das aber auch ganz gut verschmerzbar. Dennoch gab es in den letzten zwölf Monaten einige interessante Trends, Aktualisierungen und Entwicklungen, auf die wir an dieser Stelle gerne noch einmal zurückblicken wollen.

Google wird (für SEOs) nutzerfreundlicher

Schaut man sich an, was Google so alles vor der eigenen Haustür gemacht hat, dann kann man durchaus feststellen: die Suchmaschine versucht, für SEOs nutzerfreundlicher zu werden. Das zeigt sich zum einen in den Webmaster Guidelines, die nun Google Search Essentials heißen. Hier werden nun etwas übersichtlicher die technischen Vorgaben für Websites und die Spamrichtlinien erklärt. Zudem sammelt Google Best Practices für eine ideale Auffindbarkeit und Indexierbarkeit von Inhalten. Vor allem auch SEO-Neulinge werden dadurch etwas besser abgeholt.

Google hat unter anderem die Search Console überbearbeitet.

Ergänzend dazu wurde auch die Google Search Console überarbeitet. So wurde die Übersicht der Fehler und Warnungen im Abdeckungsbericht neu strukturiert, sodass einfacher erkennbar sein soll, wo dringender Handlungsbedarf besteht. Ergänzt wurden außerdem Berichte zur HTTPS-Verwendung auf der Website. E-Commerce-Betreiber*innen erhalten einen einfacheren Überblick zu organischen Produktlistungen in den Google-Suchergebnissen. Auch ein neuer Bericht zur Video-Indexierung fand seinen Weg in die GSC. Um etwaige Probleme mit den Daten aus der Search Console besser nachvollziehen zu können, gibt es ganz neu auch ein Status-Dashboard, das etwaige Service-Störungen oder Datenverzögerungen dokumentiert.

Updates: Business as usual

Natürlich vergeht kein Jahr ohne ein Google-Update. Doch gab es 2022 nicht wirklich das eine große Update, das alles durcheinanderbringt. Dabei gab es mit dem Helpful Content Update durchaus einen geeigneten Kandidaten. Google hatte hier durchaus hohe Erwartungen geschürt: (endlich!) sollten Inhalte, die sich auf Nutzer*innen fokussieren, belohnt werden. Zudem sei es ein seitenweites Update, das einen sehr großen Fokus auf Expertise, Autorität und Vertrauen lege und vermutlich auch gegen KI-erstellte Inhalte vorgehen sollte. Und am Ende? Ist nicht wirklich viel passiert. Das Update kam und ging und die Auswirkungen waren sehr überschaubar. Betroffen waren vor allem Klingeltöne-, Coding- und Lyrics-Seiten, wie Sistrix feststellte.

Darüber hinaus gab es vor allem die normalen Core Updates, die Google regelmäßig veröffentlicht, um seinen Algorithmus etwas aufzuräumen. Erkennbar waren hier einige Trends: Video-Content boomt, da Plattformen wie Tiktok und YouTube teilweise sehr stark ihre Sichtbarkeit ausbauen konnten. Zudem gewannen thematische Spezialist*innen im Publisher-Bereich durch die Core-Updates. Das bereits im April 2021 ausgerollte Product Review Update bekam im Frühjahr seine bereits dritte Anpassung und ist noch immer nicht im deutschsprachigen Raum veröffentlicht worden. Aber auch in den englischsprachigen Ländern, wo das Update zunächst nur ausgerollt wurde, sind die Auswirkungen relativ überschaubar. Ist das vielleicht nur die Ruhe vor dem Sturm?

Unser Thema des Jahres 2022

Mehr Möglichkeiten in der Google-Suche

Während es scheinbar unter der Haube der Google-Suche recht ruhig geblieben ist, passierte im sichtbaren Bereich doch allerhand. So wurde beispielsweise das Local Pack deutlich überarbeitet und ist nun interaktiv. Bei lokalen Suchen kann die eingeblendete Karte nun verschoben und gezoomt werden. Beim Klick oder Hover auf einen Standorteintrag in der Karte werden zudem ergänzende Informationen wie Bewertungen, Öffnungszeiten und ein Bild vom Standort angezeigt.

Beispiel für eine lokale Suche auf Google

Eine interessante Entwicklung zeigt sich durch Googles Ausbau der Multisuche: in den USA können Bildsuchen via Google Lense durch eine Textsuche ergänzt werden. Fotografiert man beispielsweise ein Essen und ergänzt das Foto durch „near me“, sucht Google passende Restaurants mit diesem Essen. Die Entwicklung zeigt: die Suche wird immer vielfältiger und medialer. Bilder-SEO bleibt relevant und wird immer wichtiger. Das zeigt auch ein weiterer Trend: Google spielt bei bestimmten Suchanfragen innerhalb der Ergebnisse kleine Bildergalerien aus. Vor allem bei gezielten Produktsuchen, aber auch bei Suchen rund um das Thema Inspiration ist dies durchaus ein sehr spannender Aspekt.

Aber auch die Einträge selbst haben sich verändert: So zeigen die Suchergebnisse nun deutlich größer das Favicon der jeweiligen Website an und Google spielt den Website-Namen außerhalb des Titles aus. Ergänzt wurde nun auch in Deutschland die Funktion „Informationen zu diesem Ergebnis“. Nutzer*innen können direkt in der Google-Suche etwas über die Zielseite erfahren. Entweder werden hier Daten aus dem Knowledge Graph angezeigt oder Google gibt an, wann die Domain das erste Mal gecrawlt wurde. Ein Beispiel dafür seht ihr hier:

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