SEO Auslese September 2018

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Happy Birthday Google! Google feierte im September seinen 20. Geburtstag und statt sich selbst beschenken zu lassen, überraschte Google mit neuen Ansichten und Features in der Google-Suche. Allgemein drehte sich im September vieles um Bilder. So testet Google Thumbnails in Sitelinks, nahm Änderungen in der Desktop-Bildersuche vor und plant zukünftig eine Integration von Google Lens in der Bildersuche. Des Weiteren verraten wir euch in dieser Auslese, warum Etsy die Stärke von DaWanda bei der Übernahme nicht komplett genutzt hat.

News der Suchmaschinen

Googles Präsente zum 20. Geburtstag

Die weltweit größte Online-Suchmaschine feiert zwei Jahrzehnte Suchgeschichte und spendiert der Websuche einige Neuerungen:

Activity Cards & Collections

Um den Nutzer über einen längeren Zeitraum („Journey“) bei seinen Suchthemen zu begleiten, führt Google ab dem Herbst 2018 weltweit eine neue Funktion ein. Zusätzlich zu den aktuellen Suchergebnissen werden bereits zuvor besuchte Internetseiten zum gleichen Thema aufgelistet. Die Darstellung der Aktivitätskärtchen erfolgt nur dann, wenn sie relevant für die aktuelle Suchanfrage sind und dem Nutzer dabei helfen, seine Recherche fortzusetzen.

Zudem lassen sich aus den Activity Cards Seiten entfernen oder gezielt zu einer thematischen Sammlung („Collection“) hinzufügen und speichern. Auf diese Weise sollen Google-Nutzer über einen längeren Zeitraum zu einem Thema recherchieren und die Ergebnisse an einem Ort zusammenfassen können.

Activity Card in der Websuche

Activity Card in der Websuche (Quelle: googlewatchblog.de).

Discover

Der Google Feed wird erweitert und kommt als “Google Discover” künftig in die mobile Websuche. Google will von der reinen Suche, die der Nutzer auslöst, wegkommen und stattdessen künftig immer mehr Inhalte selbst aktiv vorschlagen.

Google Feed heißt bald Discover (Quelle: googlewatchblog.de).

Dabei werden unter dem klassischen Suchfenster zusätzliche Inhalte wie Internetseiten oder Videos aufgelistet, die zu den Interessen des Nutzers passen können. Je mehr man Google nutze, umso genauer würden die Vorschläge auf den Nutzer zugeschnitten.

Google Lens

Google will sich bei der Websuche immer stärker auf Bilder statt auf den üblichen Text fokussieren. Aus diesem Grund soll im Laufe der kommenden Monate die sogenannte Google Lens in die Bildersuche integriert werden, welche Gegenstände auf Fotos identifizieren kann. Die erkannten Objekte werden dabei automatisch hervorgehoben und lassen sich anklicken, um nach ähnlichen Dingen zu suchen. Bei nicht automatisch erkannten Gegenständen hat der Nutzer die Möglichkeit diese zu markieren, um dann danach eine Suche zu starten

Google Lens-Integration (Quelle: googlewatchblog.de).

Mobile Bildersuche: Google testet Bilder-Thumbnails in Sitelinks

Aktuell testet Google gerade eine neue Version der Darstellung von Sitelinks in der mobilen Suche. Um den Sitelinks mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, werden zusätzlich zu den Links auch Bilder-Thumbnails angezeigt.

Darstellung der Bilder-Thumbnails in Sitelinks

Darstellung der Bilder-Thumbnails in Sitelinks (Quelle: searchengineland.com).

Schafft es dieses Feature über die Testphase hinaus, sollte geprüft werden, wie man für Google die notwendigen Infos aufbereitet und ob ansprechende Bilder hinterlegt sind. Bevor man sich jedoch die Mühe macht, sollte abgewartet werden, ob die Imagesitelinks überhaupt live gehen werden.

Title-Tags bekommen wieder mehr Platz

Seit einigen Tagen häufen sich die Beobachtungen, dass Google dem Title-Tag in den organischen Suchergebnissen mehr Platz einräumt. Rank Rangers beobachtete vergangene Woche bereits einen Anstieg der durchschnittlichen Zeichenzahl. Deren aktuelles Hoch liegt bei bis zu 83 Zeichen, die Google in der Desktop-Suche darstellt.

Aktuell ist noch unklar, ob es sich dabei um einen kurzfristigen Test oder eine längerfristige Anpassung handelt. Google hat dazu noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Daher sollte man zunächst abwarten, bevor alle Title-Tags der eigenen Seiten auf die neue Länge angepasst werden. Bereits im Dezember hatte Google die Zeichenanzahl der Meta-Description auf 320 Zeichen verdoppelt und diese Änderung dann im Mai wieder rückgängig gemacht. Auch damals gab es keine offizielle Aussage zur Anpassung seitens Google.

Google veröffentlicht neue Bildersuche für Desktop

Nachdem Google die mobile Bildersuche bereits im März überarbeitete, wurde nun pünktlich zum 20. Geburtstag der Suchmaschine auch die Desktop-Version der Google-Bildersuche aktualisiert. Damit findet eine optische Angleichung der Bildersuche auf Desktop und mobilen Endgeräten statt. Martin Mißfeldt hat sich die Änderungen genauer angeschaut:

  • Den einzelnen Bildern wird mehr Freiraum zur Verfügung gestellt. Der Nutzer sieht somit auf der gleichen Fläche weniger Bilder als zuvor.
  • Unter jedem Thumbnail werden nun der Seitentitel und die Domain der Seite angezeigt, auf der das Bild eingebunden wird.
  • Der Title einer Website wird somit auch für die Bildersuche relevanter.
  • Google unterstützt nun auch die Meta-Angaben Creator und Credit. Über diese Angaben lassen sich künftig Informationen zu den Bildrechten direkt in der Bildersuche abrufen.

 

Darstellung von Seitentitel und Domain unter den Bildern

Darstellung von Seitentitel und Domain unter den Bildern (Quelle: google.de).

Nicht nur optisch hat sich Googles Bildersuche geändert. Auch die Rankingfaktoren für Bilder wurden von Google aktualisiert:

  • Google bevorzugt Bilder von Seiten mit einer hohen Autorität, die guten und relevanten Content zum gesuchten Keyword bereitstellen.
  • In der Bildersuche werden Inhalte von kürzlich aktualisierten Seiten bevorzugt.
  • An welcher Position ein Bild auf einer Website eingebunden ist, stellt ebenfalls ein wichtiges Signal für Google dar. Bevorzugt werden Seiten, bei denen das Bild idealerweise ein zentraler Inhalt ist und möglichst weit oben positioniert wurde.

Keine Betaphase mehr für die Search Console

Seit Anfang September befindet sich die Google Search Console nicht mehr in der Testphase. Zeitgleich mit dem Übergang wurden zwei Neuerungen vorgestellt. Ab sofort können Webmaster unter dem Bericht „Manuelle Maßnahmen“ einsehen, welche Strafen gegen ihre Website verhängt wurden, da sie bspw. den Richtlinien widerspricht. Des Weiteren kann man bei der Funktion „URL-Prüfung“ nun eine Überprüfung im Live-Modus durchführen. Hat man beispielsweise ein Problem für eine Webseite gelöst, kann man nun das Crawling und Indexieren einer URL live starten, um zu überprüfen, ob die Anpassung funktioniert hat.

Live-Modus bei der Funktion „URL-Prüfung"

Live-Modus bei der Funktion „URL-Prüfung“ (Quelle: onlinemarketing.de).

Google bestätigt kleines Update

Nachdem in der letzten Septemberwoche Ranking-Veränderungen auf den Google-Ergebnisseiten beobachtet wurden, gab Google auf Anfrage bekannt, dass es ein kleineres Update gab. Auf welche Faktoren sich das Update bezieht, ist aber unklar.

Google bestätigte ebenfalls, dass derartige Updates regelmäßig durchgeführt und nicht veröffentlicht werden. Große Core-Updates wie das am 1. August 2018 werden hingegen auch zukünftig von Google angekündigt.

Wie geht man mit solchen Updates am besten um? Da unklar ist, auf welche Faktoren sich das Update bezieht, sollte man als Website-Inhaber die eigenen Rankings und vor allem die Traffic-Entwicklung in der Search Console beobachten. Gibt es hier starke Veränderungen, dann sollte man sich die jeweilige Website genauer anschauen, um Optimierungspotenziale aufzudecken.

Local SEO News

Google My Business: Das Editieren von eigenen Bewertungen ist nun leichter möglich

Administratoren eines Google My Business Eintrags standen bestimmt schon öfter vor diesem Problem. Du hast auf eine Bewertung geantwortet und möchtest im Nachhinein einen Rechtschreibfehler korrigieren. Dazu musst du im Google My Business Dashboard umständlich nach der Bewertung suchen, die du kommentiert hast, um letztendlich den Eintrag zu bearbeiten.

Ab jetzt kann man diese Korrektur direkt im Knowledge Panel vornehmen, wie im unteren Screenshot zu sehen ist.

Einfaches Editieren von Kommentaren

Einfaches Editieren von Kommentaren (Quelle: Search Engine Journal).

Google My Business testet neues Feature, führt ein neues Attribut ein und passt die Länge von Beiträgen an

Google testet gerade ein neues Feature, das anzeigt, wann ein neues Geschäft öffnet. Aktuell kann man nur angeben, seit wann ein Geschäft existiert. Hier kann man aber keine Daten in der Zukunft angeben. Ob es dann ein neues Feld im Google My Business geben wird, wenn man zum Beispiel einen neuen Eintrag erstellt, ist noch unklar.

Wie bereits in der letzten Auslese angekündigt, wird Google in Zukunft immer mehr Attribute im Google My Business zur Verfügung stellen um ein Unternehmen vorzustellen. Neben „von einer Frau geführt“ und „von Veteranen geführt“ kann man nun ab September auch das Attribut „von Familien geführt“ auswählen. Diese Neuerung wurde bereits weltweit ausgerollt.

Die letzte Veränderung im Google My Business betrifft die Beitrags-Funktion. Früher musste ein Beitrag mindestens 100 Wörter haben und durfte maximal 300 Wörter lang sein. Ab jetzt darf ein Beitrag noch 1.500 Zeichen umfassen. Damit möchte Google bewirken, dass die Beiträge kurz und prägnant bleiben, um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu gewinnen.

Lokale Bewertungen auf der eigenen Website einbinden

Es gibt zahlreiche Drittanbieter-Websites, die neben den lokalen Angaben auch Bewertungen von Kunden sammeln (Yelp, Google My Business usw.). Eine Frage, die oft in diesem Zusammenhang gestellt wird, ist, ob es aus SEO-Sicht in Ordnung ist, diese Kommentare auf die eigene Website zu kopieren.

Darauf hat John Müller, Webmaster bei Google, nun geantwortet und sieht in der Integration von Kommentaren kein Problem. Da es aber kopierte Inhalte sind, wird das wohl keinen großen positiven, aber auch keinen negativen Einfluss auf die Rankings haben. Er warnt auch davor, die kopierten Kommentare mit dem Rezensionen-Markup (schema.org) zu versehen. Das wäre gegen Googles Richtlinien, da dieses Markup nur für Rezensionen gedacht ist, die direkt auf der Website generiert werden, und nicht für Kommentare von Drittanbietern.

Branchen Insights

Screaming Frog Update 10

Screaming Frog hat ein Update veröffentlicht, in dem viele extrem hilfreiche Features enthalten sind. Das Beste daran: Alle neuen Features beruhen auf Feedback und Wünschen der Nutzer. Schauen wir uns die vier spannendsten Neuerungen mal an:

  • Scheduling

Es ist nun möglich, Crawls zeitlich zu planen und diese dann automatisch laufen zu lassen (entweder auf einmal oder in Intervallen). Der Crawl kann automatisch gespeichert werden und die Dashboards, Bulk Exporte, Reports oder XML Sitemaps an einen gewählte Ort exportiert werden.

  • Internal Link Score:

Bisher waren im SEO Spider schon viele nützliche Metriken zur Analyse von internen Verlinkungen enthalten. Mit dem neuen Update geht Screaming Frog noch einen Schritt weiter: Mit der erweiterten Link Score Metrik wird der relative Wert einer Seite, basierend auf ihren internen Links, ausgegeben. Die Skala reicht dabei von 0-100. In einem separaten Beitrag soll diese Metrik nochmal genauer vorgestellt werden.

  • Post Crawl Analysis:

Mit dem Update ist es möglich geworden, weitere Analysen nach dem Crawl automatisch oder manuell zu starten. Wenn man beispielsweise die Analytics Daten für die URLs aktualisieren möchte, kann man das nachträglich tun, ohne einen gesamten neuen Crawl zu starten. So kann sehr viel Zeit gespart werden.

  • Visualisations:

Für uns die spannendste Neuerung: Mit Crawl Visualisations lässt sich die interne Verlinkungsstruktur einer Seite grafisch darstellen. Die Visualisierungen zeigen, wie der SEO Spider die Seite gecrawlt hat, ausgehend von der Start-URL (dunkelgrüner Knoten). Die Directory Tree Visualisations helfen, die URL-Architektur der Seite und ihre Organisation zu verstehen. Vor allem bei sehr großen Websites kann dies helfen, die Struktur schneller zu überblicken.

Crawl Visualisation zeigt die interne Linkstruktur

Crawl Visualisation zeigt die interne Linkstruktur (Quelle: screamingfrog.co.uk).

Tree Graph bildet die Website-Struktur wieder

Tree Graph bildet die Website-Struktur wieder (Quelle: screamingfrog.co.uk).

Etsy nutzt die volle Stärke von DaWanda bei der Übernahme nicht aus

Wenn es um besondere Geschenkideen geht, dann war DaWanda nicht weit. Der Marktplatz für Handgemachtes gab Ende August 2018 überraschend bekannt, dass die Plattform eingestellt wird. Sechs Monate zuvor hatte DaWanda öffentlich mitgeteilt, endlich profitabel zu arbeiten.

Ein Unternehmen, das sich über diesen Vorfall freuen kann, ist der engste Konkurrent Etsy. Das 2005 gegründete Unternehmen aus New York hatte es schwer die Marktdominanz von DaWanda in Deutschland anzutasten. Dieses Problem hat sich mit dem DaWanda-Aus nun in Luft aufgelöst. Seit dem 31. August 2018 hat Etsy nun die Website von DaWanda übernommen und deren Webseiten auf die eigenen umgeleitet.

Sistrix hat diese Übernahme verfolgt und ist davon ausgegangen, dass bei der Einrichtung der Weiterleitungen Etsy die gesamte Sichtbarkeitsstärke von DaWanda bekommen müsste (ca. 60 Indexpunkte). In der Realität sieht es aber anders aus, denn Etsy hat ein Drittel der Sichtbarkeit DaWandas verloren.

Entwicklung des Sichtbarkeitsindexes von etsy.com und dawanda.com

Entwicklung des Sichtbarkeitsindexes von etsy.com und dawanda.com (Quelle: sistrix.de).

Auch in Österreich, Schweiz und Polen – Länder, in den DaWanda ebenfalls stark aufgestellt war – konnte die Sichtbarkeit nicht komplett übernommen werden. Sistrix hat nach den Ursachen gesucht und ist fündig geworden. Der Grund ist ziemlich banal: Etsy hat die Produktseiten von DaWanda auf eine höhere Ebene, also auf eine Kategorieseite, weitergeleitet. Demnach wird von einer konkreten Produktseite auf eine inhaltlich andere Webseite weitergeleitet, also zum Beispiel von einer Schlüsselanhänger-Produktseite auf eine Kategorieseite für Handtaschen. Anleitungs-Artikel von DaWanda, die eindeutig einen Informationscharakter hatten, werden nun auch auf Kategorieseiten weitergeleitet.

Google könnte solche Weiterleitungen als Soft 404 Fehler deklarieren, da keine inhaltliche Nähe zwischen ursprünglicher und neuer Webseite vorhanden ist. Dies wiederum kann bei Google für ein angeknackstes Vertrauen sorgen und das Crawling der neuen Inhalte beeinträchtigen. Letztendlich will Google der Erwartungshaltung des Nutzers bei der Suche gerecht werden.

Branchen News kurz & knapp

  • Was es zu beachten gilt, wenn Meta-Informationen im HTML Code und im JavaScript angepasst werden, verrät SEO Südwest in diesem kurzen Artikel.
  • CNBC hat mit Google ein Interview geführt und dabei über die Zukunft der personalisierten Suche geplaudert. Search Engine Land hat die Erkenntnisse super zusammengefasst.
  • Google Search Console gibt Auskunft darüber, ob eine Website fehlerhafte Event-Markups aufweist und informiert diese via E-Mail darüber.
  • Was ist eigentlich mit Stockfotos? Sind diese aus SEO-Sicht bedenklich? Martin Mißfeldt hat eine Anleitung geschrieben, wie man Stockfotos richtig verwendet.
  • Felix Manteuffel hat anhand von acht Anwendungsfällen Tipps zusammengefasst, wie man die neue Search Console Oberfläche effektiv nutzen kann.
  • Welche Informationen benötigt ein SEO Texter? Eine Liste mit wichtigen Angaben, die ein Schreiber für das Texten benötigt, hat Search Engine Land zusammengefasst.
  • Einen umfangreichen Leitfaden für einen sauberen Launch hat Brad Smith von SearchEngineJournal veröffentlicht.

 

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Nico ist seit April 2016 Teil des Projecter Teams. Erst als Praktikant, dann als Werkstudent und nun als Trainee unterstützt er die Bereiche SEO, SEA und Google Analytics.

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