Social Media Rückblick auf das Jahr 2011

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Vor ein paar Jahren war „Social Media“ noch ein weitverbreitetes Fremdwort. Mittlerweile ist der Begriff gängig und kaum noch erklärungsbedürftig. Grund dafür dürfte vor allem der massive Anstieg an Nutzern in sozialen Netzwerken sein, allen voran das Flaggschiff Facebook. Dieses Netzwerk hat es geschafft, von der breiten Masse der Internetnutzer akzeptiert zu werden. Allein in Deutschland ist die Zahl der Facebook-Nutzer von 14 Millionen Ende 2010 auf mehr als 21 Millionen aktive Nutzer gestiegen, weltweit sind es ca. 800 Millionen. Damit ist laut Facebook-Angaben jeder dritte Internet-Nutzer weltweit bei Facebook aktiv.

Bei YouTube werden pro Minute 48 Stunden Videomaterial hochgeladen. Soziale Medien erleben 2011 einen Boom. Im Oktober 2011 waren deutsche Internet-Nutzer 18,4 Milliarden Minuten in sozialen Netzwerken aktiv. Dagegen wurden nur 1,5 Mrd. Minuten auf Nachrichten- und Infoseiten verbracht.

Wo Gewinner sind, gibt es auch Verlierer. Die Nutzung von klassischen Portalseiten und E-Mails ist stark zurückgegangen. Gerade junge Leute setzen lieber auf Messaging innerhalb der sozialen Netze, als auf die klassische Mail. Auch die VZ-Netzwerke gehören zu den Verlierern. Der Abwärtstrend der einst mächtigen Netzwerke nimmt auch 2011 unaufhörlich seinen Lauf. Die Nutzer- und vor allem Zugriffszahlen sinken stetig. Denkt man folgende Grafik zu Ende, wäre im März 2012 Schluss mit der VZ-Gruppe, weil die Zugriffe gen Null gehen. Nach einem letzten Aufbäumen im Herbst 2011 und einem nicht geglückten Relaunch verließ auch Zugpferd Clemens Riedl das sinkende Schiff.

VZ_Niedergang

Quelle: basicthinking.de

Dagegen hat es ein neues Netzwerk geschafft, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen – Google startete sein eigenes soziales Netzwerk: Google+. In der geschlossenen Betaphase waren Einladungen so beliebt, dass das Netzwerk binnen weniger Tage mehrere Millionen Nutzer zählen konnte. Nach nur 16 Tagen wurde die 10-Millionen-Marke geknackt.

Google+ ist innerhalb kurzer Zeit zum Facebook-Konkurrenten geworden. In der Social Media Gemeinde wurde der Neuling kritisch beäugt. Während die einen schon den baldigen Untergang von Facebook vorhersagten, sprachen die anderen von einem kurzfristigen Google+ Hype, der sich bald wieder legen werde. Im Oktober zählte Google+ 40 Millionen Nutzer, wobei bis zu 80% der Nutzer inaktiv sein sollen.

Die beiden Netzwerke weisen einige Gemeinsamkeiten auf. Allein die Gestaltung der Profile ist sehr ähnlich:

mammut_facebook_screenshotmammut_google_screenshot

Auch bei Google+ gibt es Profile und Unternehmensseiten. Nun geht der Wettstreit um neue Features los. Gewinner dürften die Nutzer sein, die von den Neuentwicklungen profitieren. Facebook hat nach dem Google+ Launch bereits einige Änderungen vorgenommen. So wurde die Chatfunktion überarbeitet, auch bei Facebook ist es nun möglich, andere Nutzer zu abonnieren und ihnen somit einseitig zu folgen und – am wichtigsten – die Nutzerlisten wurden grundlegend überarbeitet, so dass das Rechtemanagement beim Veröffentlichen von Statusmeldungen oder anderen Inhalten nun viel transparenter und einfacher ist.

Facebook passte sich aber nicht nur den Google+ Features an: Auf der Facebook-Konferenz f8 Ende September wurde die neue Timeline für Profile vorgestellt. Facebook hat das Profil quasi neu erfunden, alle Inhalte werden nun auf einem chronologischen Zeitstrahl angeordnet und mit einem Klick sind Zeitreisen in zurückliegende Jahre oder Monate möglich – Inhalte, die zuvor nur mühsam zu erreichen waren. Nachdem der offizielle Start zunächst für den Oktober angekündigt war, können seit dem 15.12. alle Nutzer die Timeline für sich aktivieren.

Für Unternehmen bedeutet der Start von Google+, dass für sie eine weitere Social Media Plattform hinzukommt, die es zu bespielen gilt. Seit Oktober 2011 können auf Google+ auch Unternehmensseiten erstellt werden. Eilig legten die ersten Unternehmen eine solche Seite an, um sich ihren Platz zu sichern. Der größte Vorteil dürfte darin liegen, dass Google seine Monopolstellung im Bereich Suchmaschinen nutzt und künftig immer mehr Social Media Elemente in den Ranking-Algorithmus einfließen lassen wird. Das bedeutet, dass Inhalte bzw. Seiten, die besonders häufig empfohlen werden oder viele Verfolger haben, auch in den Suchergebnissen weiter oben auftauchen.

Fazit

Das Jahr 2011 hielt einige Überraschungen bereit. Die Nutzung sozialer Netze stieg weiter an. Gewinner der Entwicklung sind vor allem Facebook, aber auch das neu gestartete Google+ Netzwerk, welches rasant wächst. Wie der Wettlauf zwischen diesen Giganten weitergeht, lässt sich nur erahnen. Fest steht, dass Social Media Marketing für Unternehmen zu einem anerkannten Kanal im Digitalmarketing geworden ist. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass 55% der Marketingentscheider für 2012 eine Budgeterhöhung im Bereich Social Media vorsehen.

Wir erwarten und freuen uns auf ein neues spannendes Social Media Jahr.

Julia war von September 2009 bis Januar 2017 Teil des Projecter Teams.

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