SEA News 09/2026: ChatGPT Ads starten durch – und Google dreht kräftig an der KI-Schraube
Der letzte Monat hat Bewegung in den Markt gebracht: OpenAI hat den Ads Manager für Europa geöffnet. Apropos ChatGPT Ads: Meldet euch doch direkt zu unserem kostenfreien Webinar rund um das Thema an. Gleichzeitig bringen Google und Microsoft mehr Automatisierung, mehr Transparenz und mehr Regulierung. Hier findet ihr wieder die wichtigsten Updates im Überblick.
OpenAI
Self-Service für Europa: Der ChatGPT Ads Manager ist offen
Was im August noch für „im Laufe des Sommers“ angekündigt war, ist jetzt da: Seit dem 31. August können Werbetreibende ChatGPT Ads in Europa, Indien sowie dem Nahen Osten und Nordafrika direkt über den Ads Manager buchen. Parallel meldete OpenAI, dass ChatGPT Ads in weniger als 200 Tagen einen annualisierten Umsatz von einer Milliarde US-Dollar erreicht hat und inzwischen zehntausende Werbetreibende die Plattform nutzen. Ausgespielt werden Anzeigen weiterhin ausschließlich auf den Free- und Go-Plänen.

Mit dem offenen Ads Manager in Europa ist die Einstiegshürde niedrig. Ein kleines, klar abgegrenztes Testbudget ist aus unserer Sicht sinnvoll, vor allem bei erklärungsbedürftigen Produkten und Dienstleistungen, bei denen Nutzer*innen ohnehin im Gespräch nach Optionen suchen. Gleichzeitig sind die Rahmenbedingungen noch dünn: Belastbare Benchmarks für den deutschsprachigen Raum fehlen, die Umsatzzahlen stammen von OpenAI selbst, und Funktionen wie Sponsored Agents oder die Shopify-Integration sind in Europa noch nicht angekommen. Wichtig ist deshalb eine saubere Messung von Anfang an, also dass ihr Pixel und Conversions API einrichtet, Ergebnisse getrennt ausweist und den Kanal zunächst als Ergänzung betrachtet, nicht als Ersatz für bestehende Budgets.
Habt ihr Lust auf mehr Insights zum Thema? In unserem nächsten Webinar am Mittwoch, den 14. Oktober 2026, um 10:00 Uhr sprechen Rebecca Haupt, Strategist Data, Measurement & Projektmanagement bei Projecter, und Katja von der Burg, Gründerin und Geschäftsführerin, über den neuen Kanal. Im Gespräch ordnen sie ein, was er heute schon kann und wo er noch Zukunftsmusik ist. Am Ende bleibt Zeit für eure Fragen. Sichert euch jetzt also schon einmal kostenfrei euren Webinar-Platz!
Ihr wünscht euch stattdessen Support, um das Thema direkt anzugehen? Dann meldet euch bei uns, wir helfen euch gerne!
Sponsored Agents, KI-Tools und neue Integrationen
Am 16. September hat OpenAI on top gleich mehrere Neuerungen vorgestellt. Zum einen testet das Unternehmen Sponsored Agents: Nach dem Klick auf eine Anzeige können Nutzer*innen ein klar gekennzeichnetes Gespräch mit einem vom Unternehmen gesponserten Agenten starten, getrennt von den unabhängigen ChatGPT-Antworten. Der Test läuft zunächst mit ausgewählten Werbetreibenden in den USA.
Zum anderen wird die Kampagnenarbeit selbst KI-gestützt: Mit dem Ads-Manager-Plugin lassen sich Kampagnen per Prompt direkt in ChatGPT erstellen, anpassen und auswerten. Im Ads Manager gibt es außerdem Vorschläge für Texte und Bilder auf Basis von Landingpage und Kampagnenziel, und optional eine KI-gestützte Textanpassung, die Headlines und Beschreibungen an den Gesprächskontext anpasst und automatisch in die bevorzugte Sprache der Nutzer*innen übersetzt.
Dazu kommen die ersten Integrationen: HubSpot (erster CRM-Partner) erlaubt es, ChatGPT-Ads-Konten zu verbinden, Anzeigen zu erstellen und Leads direkt in HubSpot nachzuverfolgen. Die Shopify-App richtet sich zunächst an US-Händler*innen, Produkte laufen über den Shopify Catalog; die internationale Verfügbarkeit war für den 23. September in den Ads-Märkten angekündigt.
Die Richtung ist klar: Nutzer*innen sollen möglichst lange im Chat bleiben, von der Anzeige bis zur Rückfrage beim Agenten. Für Attribution und Lead-Qualität werden das spannende Testthemen, sobald Sponsored Agents außerhalb der USA ankommen.
Mehr Messung und Targeting im Ads Manager
Laut einer Zusammenfassung der OpenAI-Updates durch die Stub Group sind Conversion-optimierte Kampagnen mit Impression-Abrechnung jetzt allgemein verfügbar: Sie optimieren auf Conversions aus Klicks und Views, abgerechnet wird nach Impressionen. Bei den Spalten im Reporting lassen sich Klickfenster von 7, 14 oder 30 Tagen und Viewfenster von 0 oder 1 Tag wählen. Zudem können Android App, Android Web, Desktop Web, iOS App und iOS Web separat ausgesteuert und ausgewertet werden.
Am 23. September kündigte OpenAI außerdem den Start in Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam und Taiwan an. ChatGPT Ads ist damit in mehr als 60 Ländern verfügbar.
Google Ads
Kostenlose Produkteinträge verschwinden im Europa
Google hat die kostenlosen Produkteinträge und die „Popular products“-Karussells in der Google-Suche im Europäischen Wirtschaftsraum entfernt. Laut Daten von Productrise gingen die Einblendungen in Deutschland, Frankreich, Belgien, Schweden und den Niederlanden innerhalb von zwei Tagen um rund 90 bis 100 Prozent zurück. Google Ads Liaison Ginny Marvin bestätigte, dass die Entfernung eine Maßnahme zur Umsetzung des Digital Markets Act ist. Der frei werdende Platz geht an Preisvergleichsdienste (CSS). Bezahlte Shopping-Anzeigen sind von der Änderung nicht betroffen. Ob und in welcher Form organische Formate zurückkehren, hat Google bislang nicht gesagt.
Für Shop-Kund*innen im europäischen Wirtschaftsraum ist das die folgenreichste Änderung des Monats. Organischer Traffic aus den Produktblöcken fällt weg, sichtbar bleiben Shopping Ads und Preisvergleichsdienste. Wir empfehlen, jetzt Traffic und Umsatz aus Google Shopping im Kanalvergleich zu prüfen, die Feed-Qualität weiter zu pflegen und zu bewerten, ob ein CSS-Partner oder mehr Budget für Shopping Ads wirtschaftlich sinnvoll ist. Auf eine Rückkehr der organischen Formate sollte man sich nicht verlassen.
AI Max: AI Brief auch auf Deutsch, neues Reporting angekündigt
Die Closed Beta von AI Brief wird auf sieben weitere Sprachen ausgeweitet, darunter Deutsch (außerdem Niederländisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Portugiesisch und Spanisch). Mit AI Brief lassen sich AI Max schriftliche Informationen zu Unternehmen, Zielgruppe und Kernbotschaften mitgeben, die die KI bei der Optimierung berücksichtigt.
Außerdem arbeitet Google an einem einheitlichen Reporting, das den auslösenden Suchbegriff, die ausgespielten Assets und die erreichte Landingpage pro Interaktion zusammenführt. Einen konkreten Starttermin nennt Google noch nicht, weitere Details sollen im Laufe des Jahres folgen.
AI Brief auf Deutsch ist für den DACH-Markt ein echter Fortschritt, weil sich AI Max damit gezielter steuern lässt. Weil es sich um eine Closed Beta handelt, ist der Zugang allerdings begrenzt. Das Reporting ist bislang nur angekündigt. Bis es da ist, sollten Suchbegriffe und Ziel-URLs bei AI-Max-Kampagnen regelmäßig manuell geprüft und Ausschlüsse (etwa für Marken oder URLs) konsequent gepflegt werden.
Smart Bidding: Lernphase neu dokumentiert
Google hat die Dokumentation zu den Lernphasen von Smart Bidding aktualisiert. Demnach kann es nach einer Änderung bis zu rund 50 Conversion-Ereignisse oder drei Conversion-Zyklen dauern, bis sich eine Gebotsstrategie kalibriert hat. Bei Performance Max kann es länger dauern, wenn der Großteil des Traffics aus Kanälen außerhalb von Search und Shopping kommt.
Relevant ist das auch vor dem Hintergrund des Smart-Bidding-Updates vom 17. August, seit dem budgetlimitierte Kampagnen mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS näher an den gesetzten Zielen ausgesteuert werden.
Kein neues Feature, aber praxisrelevant: Wer Ziele, Budgets oder Conversion-Setups häufig anpasst, bremst die Optimierung selbst aus, besonders bei wenig Conversions oder langen Conversion-Zyklen. Die Dokumentation ist zudem eine gute Argumentationshilfe gegenüber Kund:innen, die nach wenigen Tagen Ergebnisse erwarten. Änderungen bündeln, dokumentieren und ihre Wirkung abwarten, bevor erneut eingegriffen wird.
Promotion Mode: Budget-Boosts jetzt auch für Tagesbudgets
Google erweitert die Beta von Promotion Mode für Search- und Performance-Max-Kampagnen. Neben dem Gesamtbudget lassen sich jetzt auch Tagesbudgets und die ROAS-Toleranz zeitlich begrenzt anheben. Diese Overrides können für Flash Sales im Voraus geplant werden, danach kehrt die Kampagne automatisch zu den regulären Einstellungen zurück. Wichtig: Solange eine Promotion läuft, kann der Ziel-ROAS nicht bearbeitet werden.

Für Aktionszeiträume wie Black Friday oder das Weihnachtsgeschäft ist das hilfreich: Es spart manuelles Hoch- und Runterschrauben und verhindert vergessene Rücksetzungen. Da es sich um eine Beta handelt, sollte vorab geprüft werden, ob die Funktion im eigenen Konto verfügbar ist. Der Ziel-ROAS gehört vor dem Start der Promotion final festgelegt, weil er danach gesperrt ist.
Spend-Benchmark in der Kontoübersicht
In der Übersicht von Google-Ads-Konten taucht ein neuer Benchmark auf, der die wöchentlichen Ausgaben und Klicks eines Werbetreibenden mit denen einer Vergleichsgruppe abgleicht. Laut Search Engine Land bringt auch die Google Ads API v25.2 Wettbewerbs-Benchmarks mit.

Als Gesprächsanlass nützlich, als Steuerungsgröße eher nicht. Solange unklar ist, wie die Vergleichsgruppe zusammengesetzt ist, würden wir Budgets nicht mit diesem Benchmark begründen. Auch ein „Wir geben weniger aus als der Wettbewerb“ sagt noch nichts über Effizienz.
Performance Max: Schalter für lokale Kund*innen
In Performance Max rollt Google einen Schalter aus, mit dem sich lokale Kund*innen priorisieren lassen. Ist er aktiviert, gewichtet das System Google Maps und die lokale Suche stärker, um User in der Nähe zu erreichen, die aktiv auf der Suche sind. Neue Datenquellen oder zusätzliche Targeting-Optionen bringt der Schalter nicht mit, er verschiebt lediglich die Gewichtung innerhalb der Kampagne.
Interessant für Filialbetriebe und Anfragen mit lokalem Bezug, für alle anderen eher zweitrangig. Weil der Schalter nur die Gewichtung verändert, sollte er als Test mit klarer Vergleichsbasis eingesetzt werden.
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Nativer Checkout in AI Mode und Gemini für Shopify-Händler*innen
Google schaltet den nativen Checkout in AI Mode und Gemini für berechtigte Shopify-Händler*innen in den USA standardmäßig frei. Über das Universal Commerce Protocol (UCP) können Nutzer*innen direkt in Googles KI-Oberflächen kaufen, bezahlt wird über Google Pay. Wer das nicht möchte, muss die Funktion aktiv deaktivieren. Ein Rollout in Europa ist bislang nicht angekündigt.
Für Europa noch nicht relevant, aber ein deutliches Signal: Der Kaufabschluss wandert in KI-Oberflächen. Händler:innen mit US-Geschäft sollten prüfen, ob die Freischaltung gewollt ist, und klären, wie Attribution und Tracking funktionieren, wenn der Kauf nicht mehr auf der eigenen Website stattfindet.





