SEA News 10/2026: Google vs. ChatGPT – Wer bringt aktuell mehr Umsatz pro Besuch?
Bei Google wachsen die Suchanfragen so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr, sodass die Anzeigen im AI Mode nun noch mehr Geld einbringen sollen. Ansonsten hat sich bei dem Suchmaschinenriesen im letzten Monat fast alles um die Frage gedreht, wie viel manuelle Kontrolle in automatisierten Kampagnen bleibt. Neuen Steuerungsoptionen für Budgets und Tests stehen Automatisierungen gegenüber, die Google ungefragt einschaltet. Hier findet ihr wie immer die wichtigsten SEA-Updates im Überblick!
Entwicklungen & Trends
Mehr Suchanfragen, weniger Klicks
Bei Google wachsen die Suchanfragen so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr, schreibt CEO Sundar Pichai zu den Quartalszahlen. Anfragen im AI Mode sind im Schnitt dreimal so lang wie klassische Suchen. Laut Philipp Schindler, Chief Business Officer bei Google, lässt sich der AI Mode allerdings bisher schlechter vermarkten als die normale Suche. Google rollt Anzeigen im AI Mode trotzdem in weiteren Ländern aus. In den USA starten zudem Anzeigen über mehrere Gesprächsrunden, die auch bei Nachfragen ausgespielt werden.
Auch zu ChatGPT gibt es neue Zahlen. Nach einer Studie der WU Wien und der Frankfurt School of Finance & Management bringen Besuche über ChatGPT-Anzeigen in den USA rund 64 Prozent weniger Umsatz als Besuche über Google-Suchanzeigen. Ausgewertet wurden 1.898 Websites, die Umsatzwerte stammen von 102 Werbetreibenden.
Für die Budgetplanung bleibt Google damit vorerst der stärkere Kanal: Ein Besuch über eine Google-Suchanzeige bringt dort deutlich mehr Umsatz. ChatGPT Ads sehen wir weiterhin als Ergänzung, die sich mit einem klar abgegrenzten Testbudget und eigener Messung lohnt. Die Studienzahlen stammen aus dem US-Markt und lassen sich nicht eins zu eins auf den deutschsprachigen Raum übertragen. Gleichzeitig zeigen die längeren Anfragen und die Anzeigen über mehrere Gesprächsrunden, dass der Kontext einer Suche bei Google wichtiger wird. Anzeigentexte und Landingpages sollten deshalb auch zu konkreten, ausführlichen Fragen passen.
Google Ads
Neuigkeiten zur Kanalpriorisierung und Budgetverteilung
Google führt neue Steuerungsoptionen ein, mit denen sich Kanäle als „High priority“ oder „Low priority“ einstufen lassen. Bei Low-priority-Kanälen kann zusätzlich ein maximaler Anteil des Tagesbudgets festgelegt werden. Die Optionen gelten für Search, Shopping, Performance Max und Demand Gen und werden in den kommenden Monaten ausgerollt. In Search lassen sich damit etwa Google Search, Suchpartner und das Google Display Network (GDN) unterschiedlich gewichten. Die Budgetobergrenze arbeitet laut Google nach dem Best-Effort-Prinzip.

Wichtig für bestehende Search-Kampagnen mit aktiviertem GDN: Ab Februar 2027 entfällt die bisherige Aufteilung der Ausgaben. Wer die aktuelle Konfiguration beibehalten will, setzt das GDN auf „Low priority“ mit 50 Prozent Budgetanteil.
Wir sehen darin eine sinnvolle Alternative zum „Alles oder nichts“-Prinzip bei Suchpartnern und GDN. Kampagnen, die bisher bewusst ohne diese Netzwerke laufen, lassen sich mit einer klaren Obergrenze testen. Für bestehende Kampagnen sollte die Umstellung auf Februar 2027 im Kalender stehen, damit sich die Ausgaben nicht unbemerkt verschieben.
Performance Max: A/B-Test direkt im Asset-Gruppen-Editor
In Performance Max wurde ein neuer Schalter entdeckt („Save asset group changes as an A/B test“), der Änderungen an Headlines, Beschreibungen, Bildern und Videos als Experiment speichert. Solange der Test läuft, ist die Asset-Gruppe gesperrt. Google hat sich noch nicht offiziell geäußert, der Rollout scheint gerade erst zu beginnen.
Das macht Kreativtests deutlich einfacher, bringt aber ein Planungsthema mit: Eine gesperrte Asset-Gruppe lässt sich nicht kurzfristig mit Black-Friday-Motiven aktualisieren. Wir empfehlen, nur eine Änderung pro Test zu prüfen, eine Asset-Gruppe mit genug Conversions zu wählen und vom Black-Friday-Termin (27. November) aus rückwärts zu planen.
Performance Max: Bilder und Videos automatisch beschaffen
Zwei neue Einstellungen in der Asset-Optimierung lassen Google Bilder und Videos jetzt selbst zusammensuchen: „Landing page images“ und „Sourced videos“. Bis zu zehn Videos pro Asset-Gruppe kommen aus sozialen Netzwerken, von der Landingpage und vom verknüpften YouTube-Kanal. Sourced Videos sind in neuen Kampagnen standardmäßig aktiv und laut Google in manchen bestehenden Kampagnen automatisch eingeschaltet worden. Ab dem 4. Dezember soll zudem die Bildextraktion in neuen PMax-Kampagnen standardmäßig aktiv sein. Anzeigen mit so optimierten Assets werden in der EU als mit KI erstellt oder bearbeitet gekennzeichnet.
Hier lohnt sich ein Blick in jedes Konto: Welche Videos und Bilder zieht Google tatsächlich, und passen sie zur Marke? Was nicht gewünscht ist, schaltet man pro Kampagne ab.

Smart Bidding Exploration jetzt auch für Performance Max und Shopping
Google dokumentiert Smart Bidding Exploration jetzt auch für Performance Max und Shopping. Die Funktion lässt Target-ROAS-Kampagnen zusätzliche Suchanfragen anbieten, indem der ROAS-Zielwert flexibler gehandhabt wird. Voraussetzung ist Target-ROAS-Bidding, gedacht ist sie für Kampagnen ohne Budgetlimit. Portfolio-Gebotsstrategien werden nur in Search unterstützt, und PMax-Kampagnen ohne Produktfeed werden nur auf Search-Traffic ausgeweitet.
Für eure Onlineshops ist das einen Test wert, am besten in einer Kampagne mit stabiler Conversion-Historie und Budgetspielraum. Dabei sollte die ROAS-Toleranz bewusst gewählt und das Ergebnis getrennt ausgewertet werden.
Demand Gen: Neue Definition für View-through-Conversions
Google ändert bei Display-Anzeigen in Demand Gen die Definition eines „Views“ für View-through-Conversions: Statt Active View zählt künftig eine gerenderte Anzeigenimpression, also schon ein Pixel auf dem Bildschirm. Was als Conversion gilt, bleibt gleich, aber der Zeitraum, in dem Views gezählt werden, wird großzügiger. Betroffen sind nur Display-Anzeigen innerhalb von Demand Gen.
Steigende View-through-Zahlen sind daher kein Beleg für bessere Performance. Wir würden Demand Gen Display im Q4 stärker an Klick-Conversions und Conversion-Pfaden messen und den Wechsel im Reporting dokumentieren, damit Vergleiche mit Vormonaten nicht in die Irre führen.
Webinar
KI-Agenten ohne Hype: Was wirklich hinter Agenten, Konnektoren und MCP steckt
Die Frage ist nicht mehr, ob KI selbstständig handelt, sondern wie viel wir ihr dabei erlauben: In unserem AI Update Webinar am kommenden Mittwoch, den 11. November 2026, ordnet unsere Gründerin & Geschäftsführerin Katja von der Burg ein, was Agenten, Konnektoren und das Model Context Protocol (MCP) eigentlich sind und wie sie zusammenspielen. Ihr seht an Beispielen aus dem Unternehmensalltag, was heute schon zuverlässig funktioniert und wo die Grenzen liegen. Jetzt kostenfrei anmelden!
ChatGPT Ads
Creative Enhancements werden automatisch aktiviert
OpenAI hat Werbetreibende per E-Mail informiert, dass ab dem 30. Oktober die „Creative Enhancements“ für neue und bestehende Self-Serve-Kampagnen standardmäßig eingeschaltet werden. Dabei kann OpenAI Headlines und Beschreibungen an den Gesprächskontext anpassen, Bilder skalieren, Anzeigentexte übersetzen und die Ziel-URL optimieren. Die Varianten laufen ohne Freigabe im Einzelfall. Abschalten lässt sich die Funktion vor dem Stichtag oder jederzeit danach im Ads Manager.
Im Gegensatz zur Text-Automatisierung vom 16. September, die Opt-in war, gilt hier Opt-out. Weil die Funktion auch die Zielseite ändern kann, sollte die Einstellung vorab in jedem Konto geprüft werden, am besten spätestens bis zum 29. Oktober, da in den Quellen beide Daten genannt werden. Wer testen möchte, tut das bewusst und mit getrennter Auswertung, damit sichtbar bleibt, was die Automatisierung bewirkt.





