Fünf Dinge, die die Corona-Pandemie in unserem Arbeitsleben verbessert hat

Geht es euch auch so, dass ihr euch nach der Zeit „vor Corona“ zurücksehnt? Eine Zeit, in der wir einfach so essen gehen konnten, Konzert- oder Kinobesuche normal waren oder man als Team zu acht in einem Raum Meetings abgehalten hat? Sicherlich wird irgendwann wieder mehr Normalität im Arbeits- und Privatleben herrschen, aber die Frage ist, wann das „Irgendwann“ ist. Doch um ehrlich zu sein, ist nicht alles schlecht an dieser Pandemie. Denn sie hat uns ein paar Erkenntnisse und Errungenschaften ins Arbeits- und Büroleben gebracht, die vor Corona noch nicht so selbstverständlich waren.

Wir können von überall aus arbeiten

Der seltsamste Ort an dem ich seit der Corona-Pandemie mein „Büro“ aufgeschlagen habe, war definitiv der Parkplatz am Cottbusser Hauptbahnhof. Ich hatte meinen Bus in den Spreewald verpasst und noch eine Stunde Zeit, bis der nächste kam. Leider waren alle Bänke am Bahnhof besetzt und so zog ich ein kleines Stück weiter und breitete mich dort aus. Mutmaßlich hat das einen seltsamen Eindruck gemacht, aber funktioniert hat es trotzdem. Denn zum Arbeiten brauchen wir einen Laptop, eine (gute) Internetverbindung und im Idealfall noch ein Headset. Und los geht’s. Wir sind nicht an konkrete Orte oder feste Schreibtische gebunden. Natürlich ist ein richtiger Arbeitsplatz mit Schreibtisch und Stuhl bequemer um zu Arbeiten als der Küchentisch bei Oma. Aber hey, warum nicht mal für ein verlängertes Wochenende die Familie oder Freunde besuchen und freitags von dort aus arbeiten? Das geht tatsächlich und ist gar nicht so schwierig umzusetzen.

Videokonferenzen statt Präsenzmeetings

Wir haben in knapp 18 Monaten alles digital durchgeführt: Teammeetings, Agenturtreffen, Weihnachtsfeiern, Bewerbungsgespräche, Vorlesungen, Abschiedsrunden, Strategietage oder Workshops. Es geht so gut wie alles mit der richtigen beziehungsweise einer durchdachten Vorbereitung. Das Team war seit März 2020 viel weniger auf Dienstreisen, wir mussten weniger Hotels und Mietwagen buchen und konnten Termine mit und für Kunden einfach digital durchführen.

Digitalisierung funktioniert

Wir waren in der Agentur schon vor Corona ziemlich gut digital aufgestellt. Doch auch wir hatten noch einige Dinge zu lernen und die Corona-Pandemie hat uns dabei geholfen und den Prozess einfach noch mal beschleunigt.. Auch unsere KundInnen haben erkannt, dass wir nicht unbedingt für Präsentationen zu ihnen fahren müssen und uns auch digital verabreden können. Inzwischen sind alle unsere großen Meetingräume mit der entsprechenden Zoom-Technik ausgestattet, so dass wir auch wenn das Büroleben in Deutschland wieder „normaler“ wird, die Vorteile davon nutzen können.

Mitarbeitende halten

Vor Beginn der Corona-Pandemie haben wir als Arbeitgeber zwar schon ein paar zaghafte Schritte Richtung einzelner Homeoffice-Verträge gemacht. Doch leider ist es ab und zu vorgekommen, dass Mitarbeitende uns verlassen haben, da sie in eine andere Region in Deutschland ziehen wollten und sich dies mit uns als Arbeitgeber nicht mehr vereinbaren ließ. Inzwischen haben wir durch die Möglichkeiten, die uns unsere digitale Arbeitsweise bietet, einige MitarbeiterInnen halten oder rekrutieren können, die sich ohne den „Corona-Effekt“ einen anderen Arbeitgeber gesucht hätten. Und auch KollegInnen, die zwar in der Region wohnen, aber durch ihren Wohnort zum Beispiel einen langen Arbeitsweg haben, haben wir Erleichterungen geschaffen, da sie nicht mehr fünf Tage die Woche mit viel Zeit ins Büro pendeln müssen.

Work-Life-Balance

Der Begriff Work-Life-Balance liest sich ja nach wie vor eher wie ein Agentur-Buzzword. Aber für mich persönlich ist das eine der größten Vorteile, die die Corona-Pandemie mit sich gebracht hat. Ich kann meinen Arbeitsalltag an meinen Lebensalltag anpassen und muss nicht umgekehrt versuchen, mein Leben zwischen Termine und Arbeitsweg zu quetschen. Ich kann meine Erledigungen des Tages, sei es Sport, der Einkauf oder auch ein Arzttermin auf eine für mich gut passende Zeit legen und meinen Arbeitstag drumherum planen. Habe ich Lust in der Mittagspause laufen zu gehen? Dann mache ich das. Geht mein neuer Spanisch-Kurs ab jetzt immer schon 14:30 Uhr los? Kann ich so einplanen. Hab ich schlecht geschlafen und würde mich morgens am liebsten noch mal für eine halbe Stunde hinlegen? Nach einem kurzen Blick in den Kalender kann ich das mit einem ruhigen Gewissen tun.

Jede zieht seine eigenen Schlüsse aus dieser Pandemie, gewinnt Lebensqualität hier oder da oder hat noch mit den Einschränkung zu kämpfen. Und bei allem, was wir gelernt haben und was wir auch an positiven Effekten aus dieser Zeit mitnehmen, habe ich auch gemerkt, dass sich das Miteinander auch im Büro nicht durch Videokonferenzen ersetzen lässt. Im Idealfall ergänzt sich beides.

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Julius
Julius
vor 9 Tagen

Einer der wenigen positiven Aspekte der Pandemie ist sicherlich, dass die Relevanz von einer guten digitalen Infrastruktur in der Bevölkerung angekommen ist. Wer wegen schlechtem Netz nicht mal im Homeoffice arbeiten konnte, hat sicherlich gemerkt, dass viele Jahre etwas in Sachen Digitalisierung verpennt worden ist. In Zukunft wird sich dies hoffentlich ändern!
Liebe Grüße
Julius von iBlogging