Johannes Rauner

Affiliate Auslese April 2020

Auch der April ist noch fest im Griff von Corona. Zwar ist die Online-Branche vereinzelt verschont geblieben, jedoch sind nach ein paar Wochen spürbare Folgen zu erkennen. Warum gerade Amazon aktuell in der Affiliate-Marketing-Welt nicht zu glänzen vermag und sogar den Unmut auf sich zieht, verrät die aktuelle Affiliate Auslese.

Neuigkeiten aus der Branche

Corona und die Auswirkung auf die Affiliate-Marketing-Branche

Was nach Thriller klingt, ist für uns bittere Realität – geschlossene Schulen und Geschäfte, Maskenpflicht, Toilettenpapier-Hamsterkäufe und Besuchsverbote. Mittlerweile sind ein paar „Corona-Wochen“ vergangen, Zeit also auf die aktuelle Situation zurückzublicken. Auch weiterhin gehört die Reisebranche zu den großen Verlierern, wobei gemäß einer Analyse von Webgains auch die Finanzdienstleister Einbrüche verkraften müssen. Weiterhin stark sind die Bereich Elektronik, Haus und Garten sowie Gaming und auch Fashion. Auch aus Publisher-Sicht lässt sich bei einer Auswertung der KollegInnen von Sparwelt.de ein ähnliches Bild erkennen: So sind die Zugriffe im Vergleich zu 2019 um 30% gestiegen, die vermittelten Umsätze sogar um 38% (Zeitraum jeweils 15.03.-16.04.) Dieser Trend hat sich auch im April weiter fortgesetzt, sodass die vermittelten Umsätze nochmals um 30% gestiegen sind. Zu den Top-Kategorien gehören u.a. Tierfutter, Elektronik und Möbel sowie Heimtextilien. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich größtenteils bei den Content-Seiten, die von Peer von affiliate-marketing-tipps.de betrieben werden.

Doch es gibt auch „kritische“ Punkte, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Aufgrund der Talfahrt der Reisebranche wird es für Publisher, die sich rein auf diese Branche fokussiert haben, brenzlig und etwaige Entlassungen sind nicht ausgeschlossen. In der Affiliate Auslese März 2020 ging es ja bereits um gesenkte Provisionen (Spoiler: Das wird nochmals Thema in dieser Auslese sein!) oder auch Rechnungen und somit Publisher-Provisionen, die erst mit Verzögerungen bezahlt werden sollen, obgleich die Werbeleistung erbracht wurde. Gemäß einem Advertiser-Newsletter des Affiliate-Netzwerkes Tradedoubler scheint es nun auch so, dass vereinzelt Advertiser nun die Storno-Keule schwingen und Sales stornieren, obgleich z.B. Wertgutscheine ausgestellt wurden, die ein Umbuchen von Reisen ermöglichen. Gleiches gilt für Verkäufe, die eine längere Lieferzeit aufweisen und vor der Zustellung bereits gelöscht wurden. Die genaue Kommunikation liegt uns nicht vor, jedoch plädieren wir an dieser Stelle nochmals: Bitte schätzt die Werbeleistung der Publisher weiterhin und geht partnerschaftlich mit diesen um.

Amazon senkt Provisionsraten im Amazon Partnerprogramm

Der eine oder andere sieht natürlich einen direkten Zusammenhang zwischen Corona und den News, die Amazon Mitte April herausgegeben hat, wir möchten das jedoch erst einmal so stehen lassen und kommen zu den Fakten: Amazon hat bekanntgegeben, dass (erst einmal) in den USA eine drastische Senkung der Provisionsraten vorgenommen wird. Drastisch dahingehend, dass die Raten um teilweise mehr als 50% gekürzt wurden – so sind Provisionen für Produkte aus dem Bereich Heimtextilien und Möbel von vorher 8% auf 3% gefallen. Und auch drastisch dahingehend, dass zwischen Verlautbarung und Umsetzung nicht einmal zwei Wochen lagen.

Tabellarische Auflistung der Provisionsraten im Amazon Partnerprogramm
Änderung der Provisionsraten im Amazon Partnerprogramm (Quelle: cnbc.com )

Das erscheint in der Tat überraschend, zumal Amazon ja sozusagen zu den „Gewinnern“ der Krise gehört und (nun kommen wir wieder zum Thema Corona zurück) der Börsenkurs eine fast exponentielle Bergfahrt hinlegen konnte. Umso erstaunlicher auch, dass die Ankündigung der Provisionsänderung laut CNBC aus wenigen Zeilen bestand. Vor allem für YouTuber, Influencer und Content-Portale ist dieser Einschnitt gravierend, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass in den USA eine Petition ins Leben gerufen wurde, die eine Erhöhung der Provisionen fordert. Ob Amazon darauf reagieren wird, bleibt natürlich fraglich. Für alle Advertiser heißt dies nun – die Partnerprogramme so langsam in Stellung zu bringen, um bei einer ähnlichen Reduzierung in Deutschland punkten zu können.

Affiliate Marketing ist tot! Lang lebe Affiliate Marketing!

In der Affiliate Auslese März 2020 war die Diskussion zum Tod des Affiliate Marketings bereits Thema, nun haben sich Branchen-Vertreter in einer Art Gemeinschaftsprojekt zusammengetan und auf affiliateblog.de Stellung genommen. Und soviel vorneweg: Eifrige LeserInnen unsere Auslese kennen bereits unsere Sichtweise auf obige, sehr plakativ formulierte Aussage. Umso schöner, dass auch wir mit einem Beitrag vertreten sind. Dies und mehrere Zitate von anderen Agenturen, Advertisern, Publishern und auch Netzwerken könnt ihr hier nachlesen.

Die Post affilinet-Ära – welches Netzwerk hat von der Migration profitiert?

Bereits in der Affiliate Auslese März 2020 haben wir Abschied von affilinet genommen. Nun ist es Zeit endgültig die Taschentücher zu zücken – denn Tracking Links von affilinet leiten nun nicht mehr auf den Advertiser weiter und nicht migrierte Programme wurden pausiert. Auf affiliate-marketing.de findet sich ein Blogartikel, der die Advertiser-Bewegungen nach der Schließung von affilinet untersucht. Nach seinen Auswertungen sind 432 Advertiser nicht zu Awin migriert. 83 davon finden sich auf anderen Netzwerken wieder, die restlichen scheinen die Aktivitäten eingestellt haben. Oder nicht?

Diagramm zur Performance der Netzwerke auf Awin nach der Migration von affilinet
Welches Netzwerk hat am meisten von der nicht durchgeführten Migration profitiert (Quelle: affiliate-marketing.de)

Wie so oft – traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. So konnten auch lediglich die Advertiser in der Analyse berücksichtigt werden, die im System von affiliate-marketing.de angebunden sind. Auch gab es nun vereinzelte „Neustarts“, u.a. auch bei Awin, und Private Networks wie z.B. die Lösungen von easy marketing, Partnerize oder Ingenious Technologies wurden nicht berücksichtigt.

 

Hear us speak!

Save the Date Ansicht der Tradedoubler Convention

Aufgepasst: Am 14. Mai findet die Tradedoubler Digital Convention statt, um trotz Konferenzeinschränkungen mit spannenden Themen und Networking-Möglichkeiten aufwarten zu können. Wir freuen uns, dass wir am 14. Mai mit einem Vortrag zu „Evolution of Online Marketing“ mit vertreten sind und in die Tiefen von SEA, SEO, Social Media und Affiliate Marketing eintauchen können. Mehr könnt ihr hier erfahren.

 

Publisher

Verstecken von Affiliate Links – sinnvoll oder nicht?

Bei affiliate-marketing-tipps.de findet sich ein Beitrag darüber, ob es als Affiliate sinnvoll ist, Tracking Links zu verstecken oder zu maskieren. Diese sind, wie wir alle wissen, notwendig um ein Tracking der Werbeleistung zu ermöglichen. Oftmals sind sie von der URL-Struktur her zwar einheitlich gestaltet, jedoch auch kryptisch aufgebaut. Fahren NutzerInnen mit der Maus über einen solchen Link, kann es unter Umständen zu Verwirrungen kommen, da sofort der Verdacht von Malware oder Phishing aufkommen kann. Mittels Tools und Plugins können URLs maskiert werden, wodurch der Nutzer zwar weiterhin über den Tracking Link geschliffen, jedoch ebenjene sauber im Blog dargestellt werden. Laut Peer, dem Betreiber von affiliate-marketing-tipps.de, hat er bisher größtenteils positive Erfahrungen gesammelt, was vor allem auf die vereinfachte Pflege via Plugin zurückzuführen ist. Nichtsdestotrotz ist es ratsam, die KPIs wie z.B. CTR oder auch CVR im Auge zu behalten und, ganz wichtig, beim Advertiser zwecks einer Maskierung anzufragen.

Merchants

Google Shopping wird kostenlos – oder nicht?

Eine SEA News in der Affiliate Auslese? Ja! Denn durch die Öffnung von Google Shopping für Preisvergleiche wurde die CSS-Möglichkeit (Comparison Shopping Services) geschaffen. Dank Affiliate Marketing können nun Preisvergleiche für den Advertiser-Shopping-Anzeigen schalten, die sich dabei natürlich idealerweise durch die erreichte Provision (CPC, hybrid oder CPO) refinanzieren möchten. Abgerechnet und gemessen wird das Ganze über das Affiliate-Netzwerk. Nun wurde bekanntgegeben, dass Google Anzeigen aus dem Shopping-Kosmos kostenlos anbieten möchte. Wie so oft gilt es das Kleingedruckte zu lesen: Denn es geht dabei nicht um Shopping an sich, sondern um die Angebote, die im Shopping Reiter bei Google zu finden sind. Im Beitrag von OMR widmen sich Experten dieser Neuigkeit, gehen jedoch davon aus, dass der Effekt kaum spürbar sein wird. Was diese Änderung nun für die CSS-Partner heißt, bleibt abzuwarten. Übrigens, der ein oder andere wird sich vielleicht noch erinnern: Zum Start von „Froogle“ im Jahr 2012 wurden die Shopping Ads bereits kostenlos angeboten. Mehr dazu auch in der SEA Auslese April 2020.

20 Gründe, warum dein Unternehmen Affiliate Marketing machen sollte

Einen guten Grund parat zu haben, um andere davon zu überzeugen, dass Affiliate Marketing sich für Unternehmen lohnt, ist hilfreich – mehrere davon zu kennen noch viel hilfreicher. ShareASale liefern in ihrem Blogbeitrag gleich 20 gute Gründe, die wichtigsten haben wir für euch zusammengefasst.

 

7 Fehler im Affiliate Marketing

In eine ähnliche Richtung geht auch der Blogartikel von Awin, der sich zwar nicht mit Gründen für Affiliate Marketing, jedoch mit sieben Todsünden Fehlern beschäftigt. Mit dabei sind auch die Evergreens, die leider in der Tat oftmals nicht beachtet werden:

  1. Die Website ist das „A und O“ – dementsprechend sollte diese nicht nur ansprechend gestaltet sein, sondern auch nutzerfreundlich sowie fehlerfrei sein und schnell laden.
  2. Vereinbarungen und Programm-AGBs sollten nicht vernachlässigt werden, denn so können viele Missverständnisse vorab ausgeschlossen werden (Brand Bidding, Provisionsraten, Gutscheine).
  3. Content ist King – und das gilt vor allem auch für die Werbemittel, die den Publishern zur Verfügung gestellt werden. Gute Qualität, eine große Vielfalt und vor allem Aktualität sind hier Schlüssel zum Erfolg.
  4. Publisher = Partner – als Unterform des Kooperationsmanagement gilt es, die Zusammenarbeit so einfach wie möglich zu gestalten. Damit gehen auch Anreize und Belohnungen einher, die den Partnern in Aussicht gestellt werden können.
  5. Kommunikation ist der Schlüssel – klar, dieser Punkt geht direkt mit dem vorherigen einher. Regelmäßige und offen sollte die Kommunikation sein, vor allem im Kooperationsmanagement. Wichtig ist auch – Qualität schlägt Quantität, denn die kommunizierten Inhalte sollten einen Mehrwert für den Publisher bieten.
  6. Realität gewinnt – vor allem bei den Provisionen. Diese können nicht nur zur Teilnahme motivieren, sondern auch die Nachteile des aktuell noch vorherrschenden Attributionsmodells So können durch Assist-Vergütungen oder CPC-Kooperationen ebenjene Publisher berücksichtigt werden, die sonst ohne Provision ausgegangen wären und schlussendlich die Bewerbung eingestellt hätten.
  7. Einmal aufgesetzt und es läuft – gut, das sollte allen klar sein. Ein Partnerprogramm braucht eine adäquate Pflege, um nachhaltige Umsätze generieren und wachsen zu können. Dementsprechend ist der Mythos vom einmal „eingestellt und vergessen“ Ansatz schnell zu enttarnen.

 

Affiliate Marketing – der Heilsbringer im Online Marketing?

Die KollegInnen von AM Navigator widmen sich der Frage, ob Affiliate Marketing zum Start eines Shops oder neuen Produkts der Heilsbringer sein kann. Sie nehmen es gleich vorneweg, denn Affiliate Marketing bzw. die Maßnahmen in einem Partnerprogramm

  1. eignen sich nicht für ein schnelles Austesten,
  2. auch weiterhin muss in andere Channels investiert werden und
  3. ein Partnerprogramm braucht Betreuung und wächst nicht von alleine.

Mit Hilfe der nächsten zehn Punkte kann jedoch noch vieles herausgeholt werden:

  1. Es sind wettbewerbsfähige Produkte oder Leistungen notwendig.
  2. Ein USP sollte vorhanden sein.
  3. Die Marketingaktivitäten sollten aufeinander abgestimmt sein.
  4. Die Website sowie die Social Media Kanäle sollten aktuell sein (klar, logisch!)
  5. Der Start des Partnerprogramms sollte nicht überstürzt erfolgen (ganz getreu dem Motto: „In der Ruhe liegt die Kraft!“)
  6. AFF benötigt Experten, um das Programm durchstarten zu lassen.
  7. Die AFF Manager bräuchten Vertrauen, müssten jedoch auch transparent arbeiten.
  8. Mut zu Neuem und so z.B. auch Produkttests anbieten.
  9. Kommunikation ist der Schlüssel im Team, mit Publishern und Netzwerken.
  10. Anpassungen und ständiges Feedback sind nötig, um erfolgreich zu bleiben.

 

Thementipps für Mai

Auch wenn noch lange nicht von Normalität gesprochen werden kann, folgen noch die Thementipps für Mai aus unserem Online Marketing Planer sowie ein (nachdrücklicher) Reminder: In ein paar Tagen ist Muttertag!

Infografik Marketing Highlights im Mai

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