Was ist Google Discover und wie können Inhalte dafür optimiert werden?

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Mit Discover liefert Google eine weitere Möglichkeit, organischen Traffic für die eigenen Inhalte zu erzielen. Wir zeigen dir, worauf die bei der Erstellung deiner Inhalte achten musst und wie Google Discover grundsätzlich funktioniert.

Google Discover: Mit Inhalten auf Position -1 ranken

Was ist eigentlich Google Discover? Der zentrale Unterschied zu den normalen organischen Suchergebnissen ist, dass der Nutzer noch nichts gesucht haben muss und trotzdem schon Suchergebnisse angezeigt bekommt. Dies ist innerhalb der Google-App sowohl auf Android- als auch auf iOS-Geräten der Fall. Unter dem eigentlichen Google-Suchfeld listet die Suchmaschine automatisiert Artikel auf, die zum Interesse der Nutzer passen sollen.

Screenshot einer Google Discover Anzeige

Google Discover: Die Startseite der Google-App zeigt Suchergebnisse an, bevor der Nutzer etwas sucht.

Daher wird Google Discover gerne auch Position -1 genannt. Denn die Ergebnisse tauchen auf, bevor der Nutzer überhaupt gesucht hat und organische Rankings sowie Featured Snippets (gemeinhin Position 0 genannt) sehen kann. Das bedeutet aber auch gleichzeitig: eine Optimierung auf Keywords ist eigentlich gar nicht möglich. Denn der Nutzer hat ja noch gar nichts gesucht. Die gezeigten Artikel und Videos bildet Google auf Basis des Nutzerinteresses ab. Dabei bezieht die Suchmaschine zum einen die bisherigen Suchanfragen bei Google und YouTube mit ein. Der Nutzer kann aber auch innerhalb der App sagen, ob er ein bestimmtes Thema mag und diesem folgen möchte oder ob er bestimmte Themen und Websites lieber nicht angezeigt bekommen möchte. Vergleichbar ist das Ganze zum Beispiel mit dem Feed von Instagram: man folgt anderen Seiten oder Themen (=Hashtags bei Instagram) und bekommt darauf basierend Inhalte angezeigt.

Screenshot: Einstellungsmöglichkeiten für Google Discover Vorschläge

Die Einstellungsmöglichkeiten innerhalb von Google Discover: Nutzer können festlegen, ob sie mehr oder weniger zu einem Thema erfahren wollen. Oder aber, sie können Google mitteilen, dass ihnen ein Thema oder eine Quelle gar nicht zusagt.

Welche Inhalte zeigt Google Discover an?

Allen voran konzentriert sich Google in Discover auf aktuelle Meldungen aus allen Bereichen. Von Politik über Videospiele bis hin zum britischen Königshaus: alles ist dabei. In Discover greift Google jedoch auch Video auf, die primär von der hauseigenen Videoplattform YouTube stammen. Nutzer können aber auch aktuelle Sportereignisse mitverfolgen oder Aktienkurse angezeigt bekommen. Zudem sind auch Veranstaltungsinformationen möglich. Befindet sich der Nutzer gerade auf einem Festival, könnte Discover zum Beispiel anzeigen, auf welcher Bühne als nächstes welcher Künstler auftritt.

Neben Inhalten zu Themen, von denen Google weiß (oder zumindest denkt zu wissen), dass sie den Nutzer interessieren, werden auch immer mal wieder andere, ähnliche Inhalte eingestreut. Das können dann Inhalte von bislang noch nicht besuchten Quellen sein oder Google spielt ein komplett anderes Thema in den Discover-Feed und schaut, ob der Nutzer damit interagiert.

Auch wenn der Fokus momentan vor allem auf aktuellen Inhalten liegt, so möchte Google perspektivisch auch mehr Evergreen-Content ausspielen. Auch ist davon auszugehen, dass Google innerhalb des Discover-Feeds Werbung und Google Shopping-Inhalte ausspielen wird. Erste Tests sind dazu bereits gelaufen.

Wie viel Traffic ist durch Google Discover möglich?

Wie bei so vielen Aspekten im SEO heißt es auch hier: es kommt darauf an. Bei thematisch sehr breit aufgestellten Seiten, wie beispielsweise großen Newsportalen, ist ein stetiger und vor allem sehr hoher Besucherstrom durchaus realistisch. Bei eher sehr spezialisierten Seiten kommt es immer auf die Größe der bedienten Nische an. Hier ist zudem eher mit einzelnen Trafficspitzen zu rechnen als mit einem durchgehenden Trafficstrom. Die Halbwertszeit von Artikeln in Google Discover ist mit 48 bis 72 Stunden recht überschaubar. Der Traffic steigt meist am Tag nach der Veröffentlichung am stärksten an und geht dann sehr stark wieder zurück.

Den erhaltenen Traffic kann man in der Google Search Console nachvollziehen. Spielt Google die eigenen Inhalte in Discover aus, erscheint ein entsprechender Bericht mit Details zu jeder in Google Discover aufgegriffenen URL:

Wie viele Klicks am Ende wirklich über Google Discover auf die eigene Seite gelangen, hängt nicht nur vom behandelten Thema ab, sondern auch von der Gestaltung der jeweiligen Artikel. Es soll Seiten geben, die über Discover bereits mehr organischen Traffic erhalten als über die eigentliche organische Suche.

Screenshot einer Analyse der Google Search Console

Screenshot Google Search Console: Hier ist gut zu sehen, wie sich der Traffic über Google Discover vom Tag der Veröffentlichung an auf den nächsten Tag maximiert und dann stark zurückgeht.

Wie können Inhalte für Google Discover optimiert werden?

Die gute – oder schlechte – Nachricht ist: Eine spezielle Optimierung direkt für Google Discover gibt es nicht. Man muss seine Inhalte nicht gesondert für den Dienst auszeichnen oder irgendwo bei Google einreichen. Dennoch gibt es einige technische und inhaltliche Aspekte, die man beachten muss. Dazu gehört grundlegend die Auszeichnung des jeweiligen Artikels mittels strukturierter Daten, sodass Google den Artikel als solchen erfassen kann. Da Google momentan besonderen Wert auf aktuelle Inhalte legt, ist die Angabe von publish date zwingend notwendig. Weil Google Discover auch nur auf mobilen Endgeräten zur Verfügung steht, müssen die Websiteinhalte selbstredend für mobile Geräte optimiert sein und daher vor allem auch eine geringe Ladezeit besitzen. Die Nutzung von AMP ist jedoch komplett optional.

Darüber hinaus empfiehlt Google Inhaltserstellern, sich an die grundlegenden Richtlinien für Webmaster und Richtlinien für Newsinhalte zu halten. Sprich: ein qualitativer Standard muss erreicht werden, Spamming und Inhalte mit gewaltverherrlichendem oder sexuellem Bezug und ähnliche Aspekte sind absolut tabu. Darüber hinaus gibt es keine wirklichen Rankingfaktoren – zumindest keine, auf die der Webmaster Einfluss nehmen kann, denn:

Discover content is algorithmically ranked by what Google thinks a user would find most interesting.
– Google Search Console Help

Optimierung der Snippets in Google Discover

Dennoch gibt es Optimierungen, die das Snippet innerhalb von Google Discover betreffen, um so möglichst viel Aufmerksamkeit und Klicks zu erreichen. Das Snippet besteht hier ganz klassisch aus Überschrift, Beschreibung und Bild.

Für die verwendeten Bilder in Discover empfiehlt Google eine Mindestbreite von 1.200 Pixeln. Zudem soll Google die Verwendung von großen Vorschaubildern gestattet werden. Dies lässt sich am einfachsten umsetzen, indem im <head>-Bereich der Seite mittels der Angabe max-image-preview: large Google genau dies gestattet wird. Nur dann nutzt Google die großen Bilder, was in Discover für deutlich mehr Aufmerksamkeit sorgen dürfte. Gleichzeitig empfiehlt Google auch die Nutzung von „faszinierenden“ Bildern. Genauer spezifiziert wird dies jedoch nicht.

Die Überschriften können eine Länge von rund 100 Zeichen aufweisen und entsprechen im Grunde 1:1 der Artikelüberschrift. Für die Beschreibung stellt Google rund 150 Zeichen zur Verfügung.

Optimierung der eigenen Inhalte für Google Discover

Für die Inhalte an sich stellt Google nur eine Bedingung, damit sie für Discover berücksichtigt werden können: es sollten qualitativ hochwertige Inhalte sein. Auch diese Regel ist allgemeingültig, wenn es um die SEO-Optimierung von Websites gilt und sollte daher niemanden überraschen. Denkbar ist zudem, dass Googles E-A-T-Konzept ebenfalls zum Tragen kommt und bestimmt, welche Inhalte vielleicht eher in Discover erscheinen.

Ist Google Discover sinnvoll für Webmaster?

Das auf jeden Fall. Dadurch, dass der Nutzer grundlegend schon mal Interesse an den gezeigten Inhalten in Google Discover besitzt, ist die Klickrate in der Regel deutlich höher. Zudem bedeutet Google Discover keinen Mehraufwand für Webmaster. Die Inhalte müssen nicht gesondert aufbereitet werden, sondern Google nutzt sie, wenn sie für relevant gehalten werden. Discover ist damit eine sehr spannende Quelle für weiteren organischen Traffic.

Michael startete im Juni 2018 bei Projecter und betreut aktuell als Specialist Kunden im SEO-Bereich. Sein Fokus liegt dabei auf den Bereichen technisches SEO, Wordpress-SEO und Web Analytics. Hier betreut er Kunden aus unterschiedlichsten Branchen wie den Zoo Leipzig oder Lavazza Professional.

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  1. Interessant, dass es dafür keine richtigen Optimierung gibt, aber man trotzdem die Snippets optimieren kann.