Web Analytics News Q3 2026: Totgesagte Cookie-Banner leben länger
Die EU rudert beim Ende der Cookie-Banner zurück, Google Tag und Google Tag Manager verschmelzen, und ChatGPT Ads sind in Deutschland gestartet. Wir ordnen wie immer die wichtigsten Web Analytics News aus dem dritten Quartal für euch ein!
Datenschutz
In unseren Kick Off News 2026 hatten wir berichtet, dass die EU-Kommission Consent künftig zentral im Browser regeln will. Der Plan steckte in Artikel 88b des „Digital Omnibus“. Allerdings hat der Rat der Mitgliedstaaten diesen Artikel im Juni in seiner ursprünglichen Form gestrichen. Treiber waren u. a. Deutschland und Frankreich – neben Lobbyarbeit von Google. Ganz vom Tisch ist das Thema noch nicht: Das Europäische Parlament hat noch keine Position, und ein Bündnis aus 19 Organisationen fordert den Artikel zurück.
Fazit: Das Cookie-Banner bleibt uns wohl noch eine ganze Weile erhalten. 😉
Google News
Google Tag und GTM werden eins: Nicht blind auf „Optimieren“ klicken
Wir hatten im letzten Quartal berichtet, dass GTM-Container zu Google Tags werden. Seit dem 20. August ist es offiziell: Google hat die Vereinigung von Google Tag und GTM angekündigt. In euren Containern erscheint dafür ein Banner, das zum „Optimieren“ auffordert. Danach schickt der Container Daten direkt an GA4 und Google Ads, ohne für jedes Google Tag zusätzlich gtag.js zu laden. Google verspricht dadurch eine schnellere Website – der Effekt dürfte aber überschaubar sein.
Der Haken: Die Einstellungen eurer Google Tags landen in einem zentralen Settings-Tab und gelten dann für alle verknüpften Ziele.

Wer dort z. B. die automatische Erkennung von E-Mail-Adressen aktiviert hat, verteilt diese Einstellung weiter. Außerdem legt Google automatisch Verknüpfungen zu euren Google-Konten an.
Unsere erste Einschätzung: Die Optimierung ist freiwillig, Google stellt nichts automatisch um. Prüft vorher die Google-Tag-Einstellungen in GA4 und Google Ads und nutzt die Vorschau, bevor ihr sie veröffentlicht.
Dazu bekommt GTM eine aufgeräumte Oberfläche: Trigger, Variablen und Vorlagen liegen jetzt im einklappbaren Bereich „Advanced“. Neu ist auch Visual Tagging: Ihr klickt auf eurer Website ein Element an, und GTM baut daraus eine Google-Ads-Conversion (aktuell Beta, nur für Käufe). Für Seiten ganz ohne Tracking ist das ein Anfang. Professionelle Setups lassen lieber die Finger davon: Ändert sich beim nächsten Relaunch das HTML, ist die Conversion-Messung weg.
Hostname-Filter: GA4 bekommt eine Allowlist
Seit dem 21. September könnt ihr in GA4 festlegen, von welchen Domains Daten in eure Property dürfen (Release Notes). Bisher ging das nur per Ausschluss. Ihr findet die Filter unter Verwaltung → Datenerhebung und -änderung → Datenfilter.

Wichtig: Gefilterte Daten sind endgültig weg, auch im BigQuery-Export. Events ohne Hostname werden automatisch blockiert. Daten über das Measurement Protocol werden dagegen gar nicht gefiltert.
Unser Tipp: Legt den Filter zuerst im Testmodus an und prüft einige Tage die Dimension „Name des Testdatenfilters“, um die künftig ausgeschlossenen Daten zu prüfen – erst danach den Filterstatus auf „Aktiv“ umstellen.
News im Kurz-Ticker
Dashboards in GA4: Seit dem 9. September baut ihr eigene Dashboards per Drag-and-drop. Praktisch für schnelle KPI-Übersichten, aber begrenzt: maximal 15 Karten (GA4 360: 30), keine Segmente, keine API. Für mehr bleibt Data Studio die bessere Wahl.

KI-Versionsnamen im GTM: Seit dem 17. September 2026 schlägt eine KI beim Veröffentlichen Versionsname und -beschreibung vor.
Microsoft Ads Conversions API: Microsoft hat seine Conversions API dokumentiert. Wie bei Meta läuft sie parallel zum Browser-Tag UET, doppelte Conversions verhindert eine gemeinsame Event-ID.
Tracking Updates
Safari 27: Klick-IDs bleiben
Wir erinnern uns an die „Cookiekalypse“, die 2025 ausblieb. Mit iOS 27 kam am 14. September 2026 das nächste Safari-Update. Und wieder bleiben gclid, fbclid & Co. im normalen Browsing erhalten: Apples Release Notes nennen keine Änderung an der Link Tracking Protection.
Code-Analysen von Anbietern wie Stape deuten darauf hin, dass Safari im privaten Modus weitere Klick-IDs entfernt, etwa die von X. Zusätzliche Skripte wie der LinkedIn Insight Tag gelten demnach als Fingerprinting.
Trotzdem gilt bei diesem Thema nach wie vor: Keep cool!
KI News
ChatGPT Ads sind in Deutschland gestartet
Seit dem 24. August zeigt OpenAI in Deutschland und 30 weiteren europäischen Ländern Anzeigen in ChatGPT an. Mittlerweile könnt ihr Kampagnen auch selbst über den OpenAI Ads Manager buchen, alternativ über OpenAI, Agenturen und Technologiepartner. Zum Start sind die Anzeigen im EWR nicht personalisiert. Für die Erfolgsmessung gibt es das OpenAI Pixel und eine Conversions API, für beide bietet Stape Templates im Web- und Server-GTM.
Was heißt das für euch? Behandelt das OpenAI Pixel wie jedes andere Werbepixel: als eigenen Anbieter in der CMP und nur mit Zustimmung. Ihr wollt ChatGPT Ads testen? Dann schreibt uns einfach! 🙂



