SEO Auslese September 2022

Diesen Monat rollte Google überraschend das zweite globale Core Update in diesem Jahr aus. Außerdem haben es gleich drei neue Berichte in die Google Search Console geschafft, die vor allem für Onlineshops interessant sein könnten. Alle Neuerungen aus dem September stellen wir euch in unserer aktuellen SEO Auslese vor.

News der Suchmaschinen

Große Dynamik in den SERPs

Das Helpful Content Update, Product Reviews Update und im September 2022 noch ein Core Update – mit diesem Dreiklang sorgt Google gerade für ordentlich Bewegung in den organischen Suchergebnissen. Während die ersten beiden nur auf englischsprachige Websites ausgerichtet waren, handelt es sich beim Core Update aus dem September 2022 um einen globalen Rollout, sodass diesmal auch deutschsprachige Websites betroffen sein können. Die Einführung hat zwei Wochen – vom 12. bis zum 26. September – gedauert.

Die SEO-Expert*innen von Sistrix haben bereits erste Erkenntnisse zu den Auswirkungen veröffentlicht. Demnach scheinen weder bestimmte Branchen besonders betroffen zu sein, noch lässt sich ein klarer Trend feststellen. Auffälligkeiten gab es hingegen in der Dynamik der Sichtbarkeitsveränderungen: Die Entwicklungen im Sichtbarkeitsindex entsprechen nicht den Mustern vorangegangener Algorithmus-Anpassungen. Dies könnte daraufhin deuten, dass beim September-2022-Core-Update übergreifende Änderungen an unterschiedlichen Ranking-Faktoren vorgenommen wurden.

Neue Berichte in der Google Search Console

Googles Webmaster-Tool, die Search Console, wird kontinuierlich weiterentwickelt und soll Webseitenbetreiber*innen dabei helfen, Probleme auf der eigenen Webseite zu identifizieren, zu verstehen und zu beheben. Wozu ihr die Search Console braucht, wie ihr sie einrichten könnt und wie ihr den Leistungsbericht am besten für euch nutzt, hat mein Kollege Micha für euch zusammengefasst.

Seit kurzem sind die beiden Berichte „Händlereinträge“ und „Produkt-Snippets“ in der neuen „Shopping“-Sektion zu finden. Beide Reports tauchen aber nur auf, wenn auf der Website strukturierte Daten für die Auszeichnung von Produkten im Quelltext hinterlegt sind.

Online-Händler*innen sollten sich unbedingt den neuen Händlereinträge-Bericht ansehen. In diesem geht es um die Richtigkeit der strukturierten Daten für kostenlose Einträge auf verschiedenen Google-Plattformen. Damit sind organische Produkt-Suchergebnisse gemeint, die mittlerweile im Shopping-Tab, in der Bildersuche, in Google Lens und – je nach Land –  auch in bestimmten Formaten in der Google-Suche auftauchen können. In den USA gibt es beispielsweise seit 2020 das Produktkarussell für beliebte Produkte („Popular Products“).

Popular Products in den USA (Quelle: Google Blog)

Anders als bisher müssen Händler*innen künftig jedoch nicht mehr zwingend über ein Google-Merchant-Center-Konto verfügen, um sich für kostenlose Einträge zu qualifizieren.

Der Produkt-Snippet-Bericht ersetzt den bestehenden Report „Verbesserungen für Produkte“, der sich mit Rich Results in den Suchergebnissen befasst. Er ist daher nicht nur für Online-Händler*innen relevant, sondern auch für Webseitenbetreiber*innen, die Produktbewertungen veröffentlichen und/oder Informationen von anderen Websites aggregieren.

Darüber hinaus hat Google im September mit dem Rollout eines weiteren Berichts begonnen: dem HTTPS-Report. Da die Verwendung von HTTPS neben den Core Web Vitals, der Mobilfreundlichkeit und der Abwesenheit von Interstitials ein wichtiges Signal für die Bewertung der Page Experience darstellt, hatte sich die SEO-Community detailliertere Daten zu diesem Aspekt gewünscht. Mit dem neuen  Report kommt Google diesem Wunsch nun nach und zeigt künftig an, welche konkreten URLs nicht über HTTPS bereitgestellt werden und warum nicht.

Der neue HTTPS-Bericht (Quelle: Google Search Console)

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News der Suchmaschinen kurz & knapp

Branchen Insights

Das Ende der Indexierungs-Fahnenstange?

Unsere Kund*innen, die wir bei Projecter im SEO betreuen, wünschen sich eine optimale Sichtbarkeit und Reichweite in der organischen Suche. Damit die Seiten jedoch überhaupt in den Suchergebnissen auffindbar sind, müssen sie zunächst den Crawling- und Indexierungsprozess der Suchmaschine passieren. Allerdings könnte genau das in naher Zukunft zur größten Herausforderung werden.

„Das Internet besteht zu 60% aus Dubletten“, stellte Gary Illyes, Webmaster Trends Analyst bei Google, Anfang diesen Jahres auf dem SEO Day in den Raum. Abgesehen von einigen kleinen Nischen und Sonderfällen, werden dieselben Inhalte bereits zig-fach wiederholt. Auf verschiedenen Seiten finden sich zwar unterschiedliche Formulierungen, doch letztlich sagen sie inhaltlich das Gleiche aus. Zudem verschlingt das Betreiben von Datencentern Geld und Ressourcen.

Aus Sicht von SEO-Experte Dan Taylor ist es also nicht verwunderlich, dass die Suchmaschinen-Unternehmen bestrebt sind, ihre Crawling-Aufwände zu reduzieren, und dafür sorgen, dass nicht jede belanglose Seite ohne Mehrwert indexiert wird. Dass sie das schon aktiv tun, zeigt er anhand von vielen Beispielen in seinem Blogartikel auf.

Spannend finden wir auch seine Antwort auf die Frage: „Was können SEOs und Webseitenbetreiber*innen tun, wenn Google & Co. aufhören, das Web aktiv nach neuen Inhalten zu durchforsten?“ Taylor beleuchtet hier verschiedene Möglichkeiten. Worin wir ihm ganz klar zustimmen: Ein strategisches Vorgehen beim Crawling- und Indexierungsmanagement, aber auch bei der Content-Erstellung wird künftig noch wichtiger.

Branchen News kurz & knapp

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