Madeline Schmidt

SEA Auslese März 2021

Im März sind uns einige neue Features von Google, Microsoft und Amazon an die Hand gegeben worden. Neben einem neuen YouTube-Format und Anzeigenvorschlägen bei Microsoft sind vor allem die Retoure-Informationen bei Google Shopping Ads eine tolle Möglichkeit, dem User wichtige Informationen bereits vorab mitzuteilen. Das und mehr erfahrt ihr in der SEA Auslese.

Rückgabebedingungen im Merchant Center hinterlegen

Informationen zu den Rückgabe- und Erstattungsbedingungen eines Unternehmens wie Rückgabefrist und Rücknahmegebühren können jetzt in den Shopping Ads und kostenlosen Listings angezeigt werden. Um diese auszuspielen, sollten die entsprechenden Informationen im Merchant Center hinterlegt werden. 

Dabei kann unterschieden werden, ob die Bedingungen für alle Produkte, bestimmte Produktgruppen oder auch nur für einzelne Produkte gelten. Wichtig ist, dass im Datenfeed das Attribut return_policy_label [Label für die Rückgabebedingungen] hinterlegt wird, sobald sich die Rückgabebedingungen nur auf bestimmte Produktgruppen oder einzelne Produkte beziehen. 

Screenshot Rückgabebedingungen im Google Merchant Center hinterlegen
Bildquelle: Merchant Center

Googles Third-Party-Cookie-Alternative FLoC nicht DSGVO-konform

FLoC, Googles Alternative zu Drittanbieter-Cookies, wird allem Anschein nach nicht in Europa getestet werden. Die Einteilung in Kohorten könnte als persönliche Daten ohne Zustimmung zählen, sodass dies eine Verletzung der Privatsphäre darstellt. Demnach wären FLoCs nicht mit dem europäischem Datenschutz vereinbar und stehen Werbetreibenden in der EU nicht zur Verfügung. 

Googles FLoCs sollen ab dem zweiten Quartal zum Testen freigegeben werden. Länder, die unter die e-Privacy-Verordnung und DSGVO fallen, werden entsprechend nicht teilnehmen. 

Angepasste Keyword-Empfehlungen im Empfehlungs-Tab

Wie in unserer letzten SEA Auslese für Februar bereits geschrieben, gibt Google der Keyword-Option “Phrase Match” wieder deutlich mehr Bedeutung. Dies lässt sich auch im Empfehlungs-Tab finden. In den dortigen Keyword-Empfehlungen gibt es nun einen Hinweis darauf, dass man neue Keywords in der Option “passende Wortgruppe” hinzufügen sollte, um eventuell verloren gegangenes Suchvolumen auszugleichen. 

Screenshot angepasste Keyword-Empfehlungen im Google Empfehlungs-Tab
Bildquelle: Google Ads

Des Weiteren erhält man auch in den Keyword-Vorschlägen vermehrt Phrase-Keywords mit der Bemerkung, dass man, wenn man dieses Keyword hinzufügt, auch Zugriffe erfassen kann, welche bisher nur durch Modified Broad Matches entstanden sind. 

Screenshot Hinweis zur erweiterten Erfassung von Modified Broad Matches bei Keywords
Bildquelle: Google Ads

Das Aus für Ziel-CPA und Ziel-ROAS? 

Ganz so drastisch ist diese Ankündigung seitens Google dann doch nicht gewesen. Der Ziel-CPA und der Ziel-ROAS entfallen lediglich als eigenständige Gebotsstrategien. Sie können aber weiterhin unter anderen Strategien ausgewählt werden. 

So findet sich der tCPA unter der Gebotsstrategie “Conversions maximieren” und der tROAS unter “Conversionwert maximieren”. Durch Anhaken des Kästchens erscheint ein vorgeschlagener Zielwert, der übernommen oder angepasst werden kann. Dieses Vorgehen ist bereits in den Smart-Shopping-Kampagnen üblich. 

Laut Google soll die Umstellung, die ab April eintreten soll, keine Änderungen im Gebotsverhalten der Strategien verursachen. Angesichts dessen scheint es zunächst auch nicht notwendig zu sein, etwas an den Gebotseinstellungen zu ändern. 

Screenshot Ziel-CPA und Ziel-ROAS nur noch als untergeordnete Gebotsstrategie in Google Ads
Bildquelle: Google Ads

Digitalsteuer in Frankreich und Spanien

Ab dem 1. Mai 2021 soll es für die Anzeigenschaltung in Frankreich und Spanien, ebenfalls wie in Österreich, der Türkei und im Vereinigten Königreich bereits geschehen, einen Aufschlag von zwei Prozent auf entstandene Kosten geben. Die Aufschläge werden auf den Rechnungen als separate Position pro Land verbucht. Auch Werbetreibende in Deutschland müssen dies berücksichtigen, wenn sie Konten für die betreffenden Länder betreiben. 

Keyword-Auflistung beim RSA-Erstellen

Beim Erstellen von responsiven Suchnetzwerk-Anzeigen (RSA) im Interface haben wir die Neuerung entdeckt, dass man nun eine Auflistung der Keywords bekommt, die innerhalb dieser Anzeigengruppe hinterlegt sind, sowie Vorschläge für Anzeigentitel mit leistungsstarken Keywords. 

Die Besonderheiten dabei sind zum einen, dass durch ein Mouse-Over angezeigt wird, wie viele Suchanfragen in den letzten 30 Tagen für dieses Keyword gemessen wurden. Demnach sind auch hinterlegte Keywords mit keinem Suchvolumen mit aufgelistet.

Screenshot Anzeige der Suchanfragen der letzten 30 Tage pro Keyword
Bildquelle: Google Ads

Zum anderen färben sich die Keywords grün, welche als Titel hinterlegt wurden. So erhält man eine gute Übersicht, welche wichtigen Keywords bereits als Titel verwendet werden und welche noch offen sind. Diese Informationen sind auch besonders hilfreich beim Überarbeiten der RSA.

Screenshot Keyword-Auflistung beim RSA-Erstellen in Google Ads
Bildquelle: Google Ads

Neues YouTube-Format: Die Video Action Campaigns

Beim Erstellen einer YouTube-Kampagne mit dem Ziel “Umsätze” ist in unserem Interface die Möglichkeit aufgetaucht, responsive Anzeigentypen auszuwählen. Diese Option gibt es in den Kampagnen für Videoaktionen. Mit diesem Anzeigentyp soll es möglich sein, Anzeigen zu erstellen, welche in mehreren Formaten ausgespielt werden können. 

Dabei nutzt das neue Format die besten Funktionen einer “TrueView for Action”-Kampagne: einfache Erstellung und kostengünstiges Werben für mehr Conversions auf YouTube. Die Ads sollen dabei neben der YouTube-Wiedergabeseite auch an anderen Orten häufiger ausgespielt werden, wie dem YouTube-Startseitenfeed sowie bei Google VideopartnerInnen.

Grafik der responsiven Anzeigentypen bei YouTube-Ads-Kampagnen
Bildquelle: support.google.com

Als mögliche Anzeigenformate können dabei überspringbare In-Stream Ads und Video Discovery Ads verwendet werden, wobei das Video Creative mindestens zehn Sekunden lang sein muss. Zusätzlich zum Video können noch weitere Bestandteile wie ein Call to Action, ein kurzer und langer Anzeigentitel, eine Textzeile sowie Sitelinks hinzugefügt werden. 

Grafik zur Funktion von überspringbaren In-Stream Ads und Video Discovery Ads bei YouTube-Ad-Kampagnen
Bildquelle: support.google.com (Ads mit Call-to-Action (1), Anzeigentitel (2), langem Anzeigentitel (3), Textzeile (4) und Sitelink (5))

Aber Achtung: Sobald man sich für das responsive Format entschieden hat, kann man die Kampagne nicht mehr zum Standardformat zurückstellen. Somit muss eine neue Kampagne erstellt werden, wenn man beispielsweise auf TrueView for Action zurückwechseln möchte. 

Microsoft Advertising

Statische Titel für DSA möglich

Werbetreibende können im Microsoft Ads in den dynamischen Suchnetzwerk-Anzeigen nun statische Überschriften festlegen. In der Vergangenheit konnten diese nicht ausgewählt werden, was zu einer fehlenden Kontrolle der Anzeigentitel führte. Mit dieser Änderung können nun Landingpages auf Suchanfragen abgestimmt werden unter der vollständigen Kontrolle der Anzeigeninhalte. 

Die statischen Überschriften sind dann eine zusätzliche Spalte im DSA-Seitenfeed, in der man den spezifischen Anzeigentitel angeben kann, der für eine bestimmte URL ausgespielt werden soll. 

Inwiefern die statischen Titel für Werbetreibende sinnvoll sind, ist je nach Unternehmen unterschiedlich zu betrachten. Werbetreibende, die sich streng an die jeweiligen Vorschriften ihrer Branche halten müssen, können damit sicherstellen, dass nur genehmigte Anzeigen geschaltet werden. Jedoch wird damit das Konstrukt der DSA untergraben, die gerade durch die dynamischen Bestandteile der Anzeige davon profitieren, möglichst nutzerinnenfreundlich zu sein. 

Automatisch generierte Anzeigenvorschläge

Microsoft Ads wird zukünftig Anzeigenvorschläge unterbreiten, wenn es Anzeigengruppen identifiziert, die mit einer automatisch generierten Anzeige besser performen würden. Die Möglichkeit, die Anzeigenvorschläge zu deaktivieren, ist in den Konto-Einstellungen zu finden. Ist die automatische Anwendung der Vorschläge aktiv, werden die Anzeigen nach 14 Tagen übernommen. 

Es wird empfohlen, dass Werbetreibende überprüfen sollen, ob die automatisch angewendeten Anzeigenvorschläge auf die gewünschte Einstellung umgeschaltet sind. Aus der Ankündigung von Microsoft ist nicht ersichtlich, ob die Einstellung zu den Anzeigenvorschlägen standardmäßig aktiviert ist.

Amazon Advertising

Neue Empfehlungen-Beta

Amazon Ads hat nun ebenfalls “Empfehlungen” im Interface eingeführt. Als Inspirationsquelle dürften eindeutig Google Ads und Microsoft Ads gedient haben. Die Empfehlungen befinden sich aktuell noch in einer Beta, weshalb sie noch nicht in allen Konten verfügbar sind und auch nicht so umfangreich ausfallen wie bei Google Ads und Microsoft Ads. 

Unterteilt werden die Empfehlungen nach den verschiedenen Kampagnentypen (Sponsored Products, Sponsored Brands) und nach den Bereichen Gebote, Platzierungen und Keywords. In einem unserer Konten wurde uns ebenfalls empfohlen, eine komplett neue Kampagne anzulegen. Mit einem Klick konnte man diese von Amazon Ads anlegen lassen und entsprechend starten.

Screenshot 1 zur neuen Empfehlungen-Beta bei Amazon Ads
Bildquelle: Amazon Advertising
Screenshot 1 zur neuen Empfehlungen-Beta bei Amazon Ads
Bildquelle: Amazon Advertising

Weitere Kurz-News & Leseempfehlungen

Unternehmen haben nun bis Februar 2022 Zeit, die neuen Anforderungen für das Google-PartnerInnen-Programm umzusetzen. Dazu zählen unter anderem:

Ladenbesuche können ab sofort mit der datengetriebenen Attribution erfasst werden. Vorher liefen sie nur über das Attributionsmodell „Letzter Klick“. 

In einigen unserer Konten konnten wir in der unteren rechten Bildschirmecke im Interface die Soforthilfe-Beta entdecken. Je nach Ebene und dortiger Diskrepanzen wurden in der Soforthilfe die jeweiligen Schwachpunkte der Kampagne genannt und mit Hilfe-Artikeln ausgestattet.

Screenshot Google Ads Soforthilfe-Beta
Bildquelle: Google Ads

Bei Wordstream erhaltet ihr Tipps, wie ihr den Einfluss von Display Ads auf die Search Ads Performance analysieren könnt. 

YouTube feiert seine besten Kampagnen mit den YouTube Works Awards und gibt uns die Herangehensweisen einiger GewinnerInnen mit auf den Weg. Holt euch spannende Tipps von Samsung U.S., Avon Brazil und Kellogg’s Korea und ihren YouTube-Strategien!

Die Kollegen von Adseed haben in ihren Google-Ads-Konten die Beta zu den Auto Applied Recommendations gesehen. Das bisherige externe Dashboard wird allem Anschein nach in die einzelnen Accounts implementiert, sodass darüber die Google-Empfehlungen automatisch umgesetzt werden. 

Google testet in den USA ein erweitertes Shopping-Feature für YouTube-Kampagnen. Neben erkennbaren Produkten in den Videos werden auch ähnliche Produkte direkt unter dem abgespielten Video vorgeschlagen und damit mehr Möglichkeiten für NutzerInnen bereitgestellt.

Bild des erweiterten Shopping-Feature für YouTube-Kampagnen
Bildquelle: blog.youtube

Die Brand Lift Studies auf YouTube haben in der mobilen Form ein neues Aussehen bekommen. Man bekommt die Auswahlpunkte nun nicht mehr im Videofenster angezeigt, sondern darunter. Des Weiteren scheint es auch Tests zu geben, bei denen die Umfragen der Brand Lift während einer Ad geschalten werden, wobei es bei der Ad und den Brand Lift Studies keinen direkten Bezug gibt.

Screenshot des neuen Aussehens von Brand Lift Studies auf YouTube
Bildquelle: youtube.com

Einen spannenden Vergleich zwischen Google und Amazon als Shopping-Plattformen bekommt man in diesem Artikel der New York Times. Google positioniert sich dabei als günstigere und einfachere Variante für Onlineshops, ihre Produkte zu verkaufen. Die Kaufgewohnheiten der KonsumentInnen machen es VerkäuferInnen aber weiterhin schwer, ohne Amazon auszukommen.

Tags:
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments