Johannes Rauner

Affiliate Marketing Auslese Februar 2021

Der Moment, wenn Amazon eine Änderung im hauseigenen PartnerInnenprogramm ankündigt und die Affiliate-Welt gespannt auf die Verlautbarung schaut – gut, in der Tat etwas überspitzt formuliert, aber dennoch eine wichtige Branchenews. Was es sonst noch gab? Das verrät die aktuelle Auslese!

Neuigkeiten aus der Branche

Awin Report 2021

Wie jedes Jahr gibt es im Awin Report 2021 einen umfangreichen Rückblick auf das vergangene und einen Ausblick auf das aktuelle Jahr, dieses Mal jedoch nicht in Form eines klassischen PDFs, sondern als interaktive Version mit Videos und Interviews mit BranchenexpertInnen. Hier die Zusammenfassung der wichtigsten Punkte für Deutschland (und ja, für treue Auslese-LeserInnen ist nicht viel Neues dabei):

Wer mehr über die mobile Nutzung in den USA, die Aufteilung der PartnerInnenmodelle in den Nordics oder die Anzahl der Advertiser in Spanien erfahren möchte, der kann sich gerne durch die Insights klicken.

Content Commerce im Fokus

Dass vor allem große Verlagshäuser vor (Umsatz-)Herausforderungen stehen, ist kein Geheimnis. Der „Heilsbringer“ nennt sich Content Commerce und steht für die engere Verzahnung der Inhalte (Content) mit angegliederten Einkaufsmöglichkeiten (Commerce). Die diversen Kooperationen zwischen Gutscheinseiten und Verlagen wie Spiegel, Focus oder Welt stehen exemplarisch für diese Verzahnung, ebenso Preisvergleiche, die über RTL oder NTV eingebunden sind. Klar, das sind sozusagen die „low hanging fruits“ in der Content-Commerce-Welt (und ja, dieser Satz ist als konstruktive Kritik zu verstehen). Gemäß den KollegInnen von PressGazette sind es nämlich vor allem etwaige Produkttests oder Bestenlisten, die nicht nur für viel Traffic, sondern auch für Provisionseinnahmen sorgen (und unserer Meinung nach den Gedanken weiterspielen). Der von RedakteurInnen geschaffene Content fügt sich eins zu eins in das E-Commerce-Umfeld ein und spinnt den Gedanken sozusagen zum Editorial Content Commerce weiter. Dass sich die Aufwände lohnen, zeigen die Resultate von „The Independent“, die mit dem eigenen Content Hubs „Indy Best“ mehr als 15 MitarbeiterInnen beschäftigen und monatlich mehr als fünf Millionen BesucherInnen verzeichnen können. Future wiederum, ein Verlag mit Titeln wie Tech Radar, PC Gamer und Marie Claire, generiert mit Affiliate-Provisionen in Höhe von mehr als 79 Millionen Pfund mehr als 20% der gesamten Einnahmen. Was wir uns wünschen? Weitere Verlage, die zusätzlich zu den bereits vollzogenen Integrationen mehr in diesen Bereich investieren und weitere Advertiser, die fernab von Amazon in diesen Bereich investieren und den Verlagen eine Unterstützung anbieten. Aktuell ist vor allem Amazon stark vertreten.

Änderungen der Provisionen im Amazon PartnerNet

Bleiben wir bei Amazon und dem hauseigenem PartnerInnenprogramm. Nachdem bereits im April vergangenen Jahres eine Anpassung der Provisionsstruktur in den USA vorgenommen wurde, folgt nun auch Deutschland. Amazon hat zum 1. Februar die Provisionshöhen und Staffeln im PartnerNet angepasst (obgleich nicht so dramatisch wie in den  USA) und die Kategorisierung in direkte oder indirekt qualifizierte Verkäufe ausgeweitet. Schicken PartnerInnen zielgerichteten Traffic auf einzelne Produkte und generieren Umsätze, wird dies im Amazon-Kosmos als direkt qualifizierter Verkauf bezeichnet. Wird auf die Startseite oder die Amazon-Suche verlinkt oder NutzerInnen kaufen zusätzlich noch ein anderes, kategoriefremdes Produkt, dann läuft der Kauf als indirekt qualifizierter Verkauf ein. Die Provisionshöhe für indirekt qualifizierte Verkäufe liegt ab sofort bei 1,5% und gilt auf das komplette Sortiment. Zusätzlich dazu wurden die Provisionshöhen korrigiert und Staffeln angepasst. Ein paar Beispiele:

Was klar wird: Amazon möchte mit der Ausweitung der indirekt qualifizierten Provisionen PartnerInnen belohnen, die hochwertigen und zielgerichteten Traffic schicken. Vor allem die erhöhte Provision im Elektrobereich dürfte auf freudige Gesichter stoßen, gehört dieser Bereich doch eher zu den margenschwachen und wird von anderen Advertisern auch nur gemäßigt vergütet. Für andere Advertiser kann die Provisionsanpassung jedoch auch eine Chance sein, da die 1,5% für indirekt qualifizierte Produkte nicht unbedingt attraktiv erscheint. Demgegenüber stehen natürlich die Bekanntheit von Amazon, die hohe Conversion Rate und die großen Mitnahmeeffekte – und genau deswegen ist Amazon bzw. das PartnerNet einer der für uns größten Konkurrenten im Affiliate Marketing.

Publisher

Affiliate Links und Produkte automatisch einbauen

Die Pflege einer Website ist sehr aufwändig und auch die Integration von Affiliate-Partnerschaften ist da keine Ausnahme. Unpassend platzierte Werbelinks sorgen nicht nur für Unmut bei der Community – auch die Partnerschaft selbst und vor allem der Verdienst für alle Parteien kann darunter leiden. Darüber hinaus gibt es auch rechtlich einiges bei der Kennzeichnung zu beachten. Tool-AnbieterInnen kennen dieses Problem schon seit einiger Zeit und bieten Website-BetreiberInnen diverse Plug-Ins, mit denen die Einbindung von Affiliate Links automatisiert werden kann. Zwar kann die Einbindung mit automatisierten Verlinkungen die Arbeit für Affiliates erleichtern, führt jedoch bei falscher Bedienung und übermäßiger Anwendung nicht selten zu Abstrafungen im Ranking und schlechtem User Feedback. Was genau Peer getestet hat und welches Plug-In seiner Meinung nach das Beste ist, lest ihr in seinem Beitrag. Übrigens: Wie genau Publisher ihre Produktempfehlungen strukturieren können und worauf es dabei zu achten gilt, findet ihr in einem separaten Beitrag von Peer.

Achtung – wir brauchen deine Unterstützung. Du bist Affiliate und in der Welt von A wie Awin bis W wie Webgains zu Hause? Dann nimm an unserer Umfrage teil und beantworte unsere Fragen, die in die Neuauflage unseres Affiliate Marketing EBooks einfließen werden. Das komplette Affiliate-Team bedankt sich bei dir!

Suchmaschinenwerbung ist für viele WebsitebetreiberInnen eine effiziente Lösung zur Traffic-Generierung – völlig egal ob als Merchant oder Publisher. Google Ads kann also ein Garant für schnellen und reichweitenstarken Impact sein, birgt jedoch viele Gefahren, die es ebenso kurzfristig auch zu einer großen Kostenfalle machen können. Auch hier hat sich Peer Wandiger Gedanken gemacht und seine Erfahrungen mit und ohne Google Ads als Affiliate geteilt. Klar ist: Die Affiliate-Provision sollte stets über dem Ad Spend sein bzw. allumfassend zu einer Steigerung der Affiliate-Provisionen beitragen. Umso wichtiger ist es, dass an den eigenen Inhalten der Website geschraubt wird – denn nur so kann auch die beste Google-Ads-Kampagne ihre Wirkung entfalten.

Merchants

André Koegler von easy.MARKETING im Interview

Mit zunehmendem Wachstum, Browser-Beschränkungen und rechtlichen Verordnungen hat unsere Branche ständig neue Aufgaben zu meistern. Eine davon ist unserer Meinung nach schon viel zu lange überfällig: die Attribution. Unser Head Of Johannes beschäftigt sich mit diesem Umstand selbst schon seit sehr langer Zeit und hat dazu im Februar ein Interview mit André Koegler geführt. Als Berater bei der easy Marketing GmbH, Referent, Autor und vor allem aktives Mitglied des Bundesverbands für Digitale Wirtschaft (BVDW) beschäftigt auch er sich schon seit einiger Zeit mit dieser Problematik.

Im Gespräch klärt André uns vor allem bezüglich folgender Themen auf:

  • Andrés Werdegang, Daily Business und seine Tätigkeiten beim BVDW
  • wichtige Features der hauseigenen Software easy.AFFILIATE
  • Public vs. Private Affiliate Networks (Pro und Contra)
  • Tracking(-weichen) und Attributionsmodelle
  • Prognosen und Wünsche an die Branche
Titelbild Interview mit André Koegler von easy.MARKETING

Alles in allem bietet das Interview viele interessante, kritische und vor allem versierte Einblicke in die aktuell wichtigsten Affiliate-Marketing-Themen. Die Branche wächst und braucht daher umso mehr (und vor allem schnellere) InnovatorInnen mit neuen Ansätzen – gerade in den Bereichen, wo die großen Netzwerke etwas hinterherhinken: nachhaltige Trackinglösungen und funktionierende Attributionsmodelle für alle Merchants. Das gesamte Interview findet ihr direkt in unserem Blog. Falls ihr André live erleben wollt, dann sei euch die Panel-Diskussion „Tracking im Affiliate-Marketing“ bei der kommenden Affiliate Conference Digital am 8. März wärmstens ans Herz gelegt.

Die Auswirkung von Gutscheinseiten unter Berücksichtigung der organischen Rankings

Es ist kein Geheimnis, dass Gutscheinseiten vereinzelt in der Kritik stehen und deren Wirkung innerhalb der Customer Journey öfter diskutiert wird. Gemeinsam mit einer großen Gutscheinseite, die zugleich auch Whitelabel-Lösungen anbietet, haben wir uns an eine Auswertung gewagt. Im Fokus stand der Vorwurf, dass Gutscheinseiten bzw. die Whitelabel-Lösungen für Markensuchbegriffe (neckermann, SportScheck, smartphoto) ein derart starkes Ranking in den Suchergebnissen (SERPs) haben, dass sie Klicks „abgreifen“ und somit zu zusätzlichen Provisionszahlungen führen würden. Wie sich das Verhältnis zu Gutschein-bezogenen Suchanfragen (neckermann gutschein, …) gestaltet, wie hoch das Volumen insgesamt war und was letztendlich die Quintessenz ist – das verrät euch der Blogartikel. Und sagen wir es einmal so – den Mythos konnten wir entzaubern.

Cashback-News – ein Siegeszug bringt Bewegung in das Publisher-Segment

Die jüngsten Übernahmen und der Awin Report 2021 zeigen es ganz genau: Cashback-AnbieterInnen erfreuen sich nicht nur in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Der Markt an Cashback-Affiliates selbst ist mehr und mehr gesättigt und die bestehenden AnbieterInnen müssen die Community mit einzigartigem Content und starken Aktionen an sich binden.
Mycashbacks.com bietet Merchants daher ab sofort die Möglichkeit, per Live-Stream für die Produkte zu werben. Der Twitch- und TikTok-Hype hat bereits bewiesen, dass sich die NutzerInnen gerade in den Lockdown-Zeiten nach Interaktion und kurzweiligen Videos sehnen.

Bereits vor einiger Zeit haben wir außerdem die Bewerbungen von ING Dealwise in unseren PartnerInnenprogrammen vorgefunden. Der hauseigene Cashbackservice für KontoinhaberInnen der ING-Diba AG ist seit einiger Zeit in der Entstehung und konnte im vergangenen Monat endlich Fahrt aufnehmen. Der Cashback-Hype ist nun also auch bei den Banken angekommen und wir sind gespannt, welche weitere Potenziale aus der Schnittstelle zwischen Online-Banking und Cashback resultieren können.

In der Schweiz wurde Ende des vergangenen Jahres Monerio als neue Cashback-Plattform gelaunched. Die KollegInnen von rabattcorner.ch entgegnen dieser Entwicklung mit dem Launch eines Deal-Bereichs und verweisen nun nicht nur auf etwaige Cashback-Aktionen, sondern auch auf weiterführende Sparmöglichkeiten.

Opera bietet als Web-Browser seit kurzem ebenfalls eine eigene Cashback-App names dify, welche sich direkt als Plug-In im Browser laden lässt – diese startet zunächst in Spanien. Die erste Version der Dify-App ermöglicht es NutzerInnen, Cashback für Einkäufe auf PartnerInnen-Websites zu erhalten, die über den Opera-Browser aufgerufen werden. AnwenderInnen, die mit der hauseigenen Dify-Karte bezahlen, erhalten sogar ein zusätzliches Cashback. Opera-NutzerInnen wird so außerdem ein neuer Smart-Shopping-Modus im Opera-Browser angeboten, der den Zugriff auf den Cashback-Service und Shopping-bezogene Tabs ermöglicht und gleichzeitig die Privatsphäre der KäuferInnen durch die Deaktivierung von Erweiterungen von DrittanbieterInnen schützt. Diese Deaktivierung fremder Shopping-Erweiterungen sorgt natürlich auch dafür, dass Cookies anderer Cashback-Affiliates nicht gewertet werden.

Thementipps für den März 2021

Grafik der Projecter Thementipps für März 2021
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